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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-55532
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5553/


Nō als Oper. Paavo Heininens "Silkkirumpu"

Weigel-Krämer, Juliane

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SWD-Schlagwörter: No-Spiel , Oper , Finnland , Island , Japan
Freie Schlagwörter (Deutsch): Paavo Heininen , Atli Heimir Sveinsson , Silkitromman
Basisklassifikation: 24.62
Institut: Kulturgeschichte und Kulturkunde
DDC-Sachgruppe: Musik
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schröder, Dorothea (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.12.2009
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 27.03.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Ausgehend von dem Umstand, dass das nordeuropäische – und gerade auch das sehr lebendige finnische – Musiktheater hierzulande kaum bekannt sind, untersucht die vorliegende Dissertation zwei wichtige Opern aus diesem geographischen Raum: Silkkirumpu des Finnen Paavo Heininen (uraufgeführt 1984), eines der Schlüsselwerke für den Einzug der musikalischen Moderne in die finnische Oper, und Silkitromman des Isländers Atli Heimir Sveinsson (uraufgeführt 1982), die zweite isländische Oper überhaupt und ein Werk, das kompositionstechnisch ebenfalls an die musikalische Moderne anknüpft.
Da beide Opern auf einem japanischen Nō-Drama basieren – Aya no tsuzumi (Die Seidentrommel) –, erfolgte in der Arbeit nach einer Einführung zum Nō eine ausführliche Analyse von Silkkirumpu mit Schwerpunkt auf der Frage, ob und wie sich Eigenheiten des Nō in der Oper auf musikalischer und dramaturgischer Ebene manifestieren. Dabei kristallisierten sich rasch drei Bereiche heraus, in denen das Nō deutlichen Einfluss auf die Oper ausgeübt hat: die Erzählperspektive, die Zeitstruktur und die Allgemeingültigkeit der Handlung. Um dem engen Zusammenhang zwischen Musik und Szene im Nō wie in der Oper Rechnung zu tragen, wurde auch die Uraufführungs-Inszenierung von Silkkirumpu hinsichtlich der bildlichen Umsetzung dieser drei Parameter analysiert.
In einem weiteren Schritt erfolgte eine stichprobenartige Untersuchung von Atli Heimir Sveinssons Silkitromman auf die Frage hin, inwieweit auch diese Oper sich hinsichtlich Erzählperspektive, Zeitstruktur und Allgemeingültigkeit der Handlung vom Nō beeinflusst zeigt.
Ein abschließender Vergleich beider Opern ergab, dass der Einfluss des Nō in Heininens Silkkirumpu deutlicher zutage tritt als in Sveinssons Silkitromman. Während bei Sveinsson Erzählperspektive, Zeitstruktur und allgemeingültige Aussage seiner Oper lediglich subtil von den Nō-Eigenschaften beeinflusst sind, bestimmen alle drei Parameter die Struktur von Heininens Silkkirumpu essentiell. So trägt das Werk mehr als Sveinssons Silkitromman episierende Züge und näherte sich damit nicht nur musikalisch, sondern auch dramaturgisch deutlich der mitteleuropäischen Moderne an.

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