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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-55813
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5581/


Rauschgifttodesfälle in Hamburg im Zeitraum von 1990 bis 2010 unter besonderer Berücksichtigung von Drogenfolgekrankheiten

Drug related deaths in Hamburg from 1990 to 2010 with special reference to drug related long term follows

Finnern, Jens

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SWD-Schlagwörter: Drogenkriminalität , Drogenabhängigkeit , Rauschgift , Hamburg / Institut für Rechtsmedizin Hamburg , Drogen
Freie Schlagwörter (Deutsch): Rauschgifttodesfälle , Drogentodesfälle , Rauschgiftmortalität , Drogenfolgekrankheiten , Drogentote
Freie Schlagwörter (Englisch): drug related deaths , drug related diseases , drug addiction , illicit drugs , drug abuse
Basisklassifikation: 44.72
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Püschel, Klaus (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.03.2012
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 27.03.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Alle Rauschgifttodesfälle der Jahre 1990 bis 2010 sind unter besonderer Berücksichtigung von Drogenfolgekrankheiten analysiert worden. Es wurde eine kontinuierliche Abnahme der Rauschgifttodesfälle bis auf ungefähr 60 pro Jahr beobachtet. Dieses Plateau hält sich seit 2004 und scheint nicht weiter abzusinken.
Des Weiteren wurde ein stetig zunehmendes Alter der Drogentoten – insbesondere bei den an Drogenfolgekrankheiten Verstorbenen – festgestellt. Die durch Langzeitfolgen verursachten Todesfälle starben durchschnittlich in einem Alter von 36,7 Jahren, vier Jahre älter als diejenigen mit einer akuten Intoxikation als Todesursache. Das mittlere Alter der weiblichen Rauschgifttodesfälle ist etwas stärker angestiegen als das der männlichen bei einem zugleich leicht steigenden Frauenanteil. Im Durchschnitt erreichten die weiblichen Drogentoten ein über zwei Jahre höheres Todesalter als die männlichen. Weiterhin wurde beobachtet, dass mehr drogenabhängige Frauen als Männer zu Lebzeiten substituiert worden waren.
Das anteilig größte Wachstum im Rahmen der Todesursachen verzeichneten die Drogenfolgekrankheiten. Während die absoluten Zahlen in dieser Gruppe eher konstant blieben, nahm die Anzahl in den Gruppen der akuten Intoxikationen und sonstigen Todesursachen jedoch stärker ab. Dennoch ist in naher Zukunft unter anderem aufgrund des sich verstärkt abzeichnenden Alterungsprozesses auch mit einer Zunahme der Anzahl der an Drogenfolgekrankheiten Verstorbenen zu rechnen.
Der Konsum von Drogen und seine Auswirkungen beschränken sich nicht allein auf jüngere Altersgruppen: Der Anteil an über 40-jährigen Drogenkonsumenten, die sich in Behandlung begeben, liegt in Deutschland mittlerweile bei über 15 % – mit zunehmender Tendenz. Der Alterungsprozess schreitet bei Drogenkonsumenten sehr schnell voran. Das bedeutet, dass ein 40-jähriger Konsument unter Umständen eine Versorgung und Betreuung benötigt, wie sie normalerweise erst deutlich älteren Personen zuteil wird. Zu einer sehr wahrscheinlichen Infektion mit Drogenfolgekrankheiten kommt außerdem häufig Arbeitslosigkeit und soziale Isolierung hinzu, was zu einer weiteren Verschärfung der Situation führt.
In Anbetracht der beobachteten Trends und in Anlehnung an die aktuelle Entwicklung in der Drogenszene ist es notwendig, Therapieansätze und Fortbildungen für das behandelnde Personal ebenfalls auf ältere und ehemalige Konsumenten und deren spezielle Bedürfnisse auszurichten, um auch in Zukunft eine adäquate Versorgung möglichst vieler Drogenkonsumenten sicherstellen zu können.

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