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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-56244
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5624/


Mythos Unternehmensgründung. Eine empiriebasierte Diskussion um Leitbild, Identifikation mit der Unternehmerrolle und Erfolg.

The Entrepreneurship Myth. An evidence-based discussion on ideal entrepreneurship, personal identification with the entrepreneurial role and success.

Cholotta, Katrin

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SWD-Schlagwörter: Selbständiger, Unternehmer, Gründer, Berufserfolg , Arbeitszufriedenheit , Identifikation , Beratung
Freie Schlagwörter (Deutsch): Wirtschaftsförderpolitik
Basisklassifikation: 71.04 , 77.04 , 83.05 , 83.14 , 85.06
Institut: Sozialwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Drobnič, Sonja (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.12.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 25.04.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Von Gründerinnen und Gründern wird viel erwartet. Sie sollen innovative Impulse setzen, die Wirtschaft ankurbeln und möglichst viele Arbeitsplätze schaffen. Indes werden die wenigsten Selbständigen diesen idealtypischen Erwartungen gerecht. Die meisten Gründungen sind klein, wenig innovativ und nur selten wird mehr als der eigene Arbeitsplatz geschaffen. Hinzu kommt, dass in Deutschland vergleichsweise häufig aus dem Druck der Arbeitslosigkeit gegründet wird. Die Forschungsarbeit diskutiert diese offensichtlich bestehende Diskrepanz zwischen wirtschaftspolitischen Erwartungen einerseits und Realität der Unternehmensgründungen andererseits. Dazu werden sowohl die Konventionen der Gründungsförderpraxis und -politik als auch der Gründungsforschung sowie die individuelle Ebene der Gründer und Gründerinnen empirisch analysiert.

Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit der Unternehmensgründungen wird aus einer interdisziplinären Perspektive untersucht, wobei ökonomische, psychologische und soziologische Ansätze miteinander verknüpft werden. In fünf Teilstudien kommen sowohl qualitative als auch quantitative Forschungsmethoden zum Einsatz.

Übergreifend zeigte sich, dass das wirtschaftspolitische Leitbild eines idealtypischen Unternehmertums auf allen drei Analyseebenen – Gründungsförderung, Gründungsforschung und Gründerpersonen – als nahezu einheitlicher Maßstab präsent ist. So konnte aufgezeigt werden, dass die Erfolgsprognose und damit Bewertung von Gründungsvorhaben durch Berater/innen und Förderer zu einem bedeutenden Teil auf Kriterien beruhen, die intuitiv aus dem idealtypischen Unternehmerbild abgeleitet wurden. Welche Faktoren jedoch nachweislich zum Gründungserfolg beitragen, ist stark abhängig von der Art des betrachteten Erfolges. Beispielsweise erwiesen sich die häufig betonten Kriterien einer hohen Branchenerfahrung und Vollzeitgründung zwar als förderlich für den Wachstumserfolg – für das reine Marktbestehen scheinen diese jedoch nicht entscheidend. Hinzu kommt, dass eine deutliche Mehrheit der Selbständigen Erfolg nicht ausschließlich über ökonomische Kriterien bemisst, sondern jenseits des individuellen Existenzminimums das Erreichen nicht-materieller Ziele, wie z.B. eine hohe Arbeitszufriedenheit, im Vordergrund steht.

Da die Gründungsforschung – analog zum wirtschaftspolitischen Leitbild – jedoch in erster Linie ökonomischen Wachstumserfolg fokussierte, ist nur wenig über subjektive Erfolgsmaße, wie etwa die Arbeitszufriedenheit, bekannt. In dieser Forschungsarbeit deutete sich an, dass die einschlägig bekannten Erfolgsfaktoren nicht für den subjektiven Gründungserfolg gelten. Folglich ist auf Grundlage dieser auch keine erschöpfende Erfolgsprognostik möglich.

Schließlich scheint selbst für die Gründer und Gründerinnen eben jener idealtypische Maßstab bedeutend. So konnten sich insbesondere diejenigen mit der Berufsrolle ‚Unternehmer/in‘ identifizieren, die mit ihrer Gründung dem wirtschaftspolitischen Leitbild am nahesten kamen. Dies ist u.a. insofern relevant, als dass sich wechselseitige Abhängigkeiten zwischen der Identifikation mit der Unternehmerrolle und dem objektiv-wirtschaftlichen als auch dem subjektiven Gründungserfolg andeuteten.

Die verschiedenen Befunde, Konsequenzen und mögliche Alternativen werden jeweils forschungstheoretisch und mit einem Anwendungsbezug diskutiert.

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