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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-56867
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5686/


Medizinische Versorgung und Ressourcenknappheit : Verteilungsprobleme im Gesundheitswesen aus der Perspektive philosophischer Gerechtigkeitstheorien.

Roehrig, Gesine

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SWD-Schlagwörter: Verteilungsgerechtigkeit , Soziale Rechte , Medizinische Versorgung , Grundrecht , Utilitarismus , Liberalismus , Egalitarismus , Libertarianismus
Freie Schlagwörter (Deutsch): Altersrationierung
Basisklassifikation: 08.45 , 08.38 , 44.02 , 44.15
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Feuerstein, Günter (PD Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.04.2012
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 12.06.2012
Kurzfassung auf Deutsch: In den letzten Jahrzehnten ist es durch demographischen Wandel und Fortschritte in der Medizin zu steigenden finanziellen Belastungen im Gesundheitswesen gekommen. Wenn zukünftig nicht jede medizinische Behandlung, die möglich ist, auch finanziert werden kann, stellt sich die Frage, nach welchen Kriterien Leistungen gerecht verteilt werden können. Die Gerechtigkeit ist traditionell Gegenstand der Philosophie.
Diese Arbeit befragt verschiedene philosophische Gerechtigkeitstheorien daraufhin, ob sich mit ihnen Fragen nach einer gerechten Verteilung medizinischer Leistungen beantworten lassen. Ausgangspunkt ist dabei die Annahme, dass es wichtig ist, bei der Betrachtung des ethischen Problems der Verteilung medizinischer Leistungen zwei Ebenen zu unterscheiden: Auf einer ersten Ebene geht es um die Frage, wie sich ein Grundrecht auf medizinische Versorgung rechtfertigen lässt. Auf einer zweiten Ebene der ethischen Begründung stellt sich dann die Frage nach einer angemessenen Umsetzung eines solchen Anspruchs bzw. ob sich ethische Kriterien rechtfertigen lassen, nach denen medizinische Leistungen priorisiert und rationiert werden können. Die öffentliche Diskussion bewegt sich vorzugsweise auf dieser zweiten Ebene. Diese Arbeit rückt hingegen die Frage in den Mittelpunkt, ob sich mit Hilfe philosophischer Gerechtigkeitstheorien ein Grundrecht auf medizinische Versorgung ethisch rechtfertigen lässt. Denn die Rechtfertigung dieses Anspruchs bildet die Grundlage für alle weitergehenden Diskussionen über Rationierung und Priorisierung. Die Frage, inwieweit sich aus diesen Theorien auch Kriterien der Rationierung und Priorisierung ableiten lassen, wird exemplarisch am Beispiel der Altersrationierung diskutiert.
Dabei werden vier philosophische Gerechtigkeitstheorien analysiert, die aus Sicht der Autorin das Spektrum gängiger Positionen und Argumente zu Fragen der Gerechtigkeit weitgehend abdecken: der Utilitarismus, der egalitäre Liberalismus, der Libertarismus und der Kommunitarismus. In der Arbeit wird demonstriert, dass sich mit Hilfe philosophischer Gerechtigkeitstheorien Argumente für ein Grundrecht auf medizinische Versorgung entwickeln lassen. Am Beispiel der Altersrationierung wird hingegen dargelegt, dass sich Rationierung- und Priorisierungskriterien nicht unmittelbar aus den Theorien ableiten lassen. Der Beitrag der philosophischen Gerechtigkeitstheorien an der Lösung von Allokationsproblemen in der Medizin wird daher darin gesehen, einen Rahmen wichtiger Argumente und Gegenargumente für eine öffentliche Diskussion abzustecken. Es wird argumentiert, dass konkrete Fragen der Rationierung und Priorisierung letztendlich im politischen Prozess entschieden werden müssen und die philosophischen Theorien helfen können, normative Entscheidungsgrundlagen offenzulegen.

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