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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-57544
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5754/


Retrospektive Datenanalyse: Therapie der pulmonalen Hypertonie zwischen 1995-2005

Bonhomme, Oriane

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SWD-Schlagwörter: Lunge , Pulmonale Hypertonie , Pharmakotherapie
Freie Schlagwörter (Deutsch): retrosopektive Datenanalyse
Basisklassifikation: 44.84
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Bokemeyer, Carsten (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.06.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 06.08.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Arbeit war es, anhand einer retrospektiven Analyse von Daten mittels statistischer Verfahren den Therapieerfolg bei Patienten mit PH anhand von krankheitstypischen Verlaufsparametern (Prognoseparameter) über einen Zeitraum von 10 Jahren zu erfassen.
Es wurden 87 Patienten des Universitätskrankenhaus Eppendorf mit einer pulmonalen Hypertonie unterschiedlicher Ätiologie (d.h. der Klassen 1-5 nach der damaligen Einteilung von Venedig) und unabhängig vom NYHA-Stadium in diese Analyse eingeschlossen.

Zusammenfassend zeigt unsere Studie,
• dass die pulmonale Hypertonie häufig spät entdeckt wird. Die Zeitdauer von den Erstsymptomen bis zur Diagnosestellung betrug im Schnitt 31,5 Monate. Hieraus wird die Notwendigkeit einerseits einer höheren Aufmerksamkeit für die Erkrankung und andererseits bei Bestehen von Risikofaktoren auch eines systematischen Screenings ersichtlich.
• Unsere Zahlen bestätigen das Übergewicht an weiblichen Patientinnen (1:1,5).
• Bei Diagnosestellung lag das Durchschnittsalter bei 57,8±14,4J, wobei zu diesem Zeitpunkt Frauen innerhalb dieser Kohorte im Schnitt acht Jahre jünger waren als Männer (p=0,032). 25 % der Patienten waren älter als 67 Jahre bei Diagnosestellung (Q75 = 67J).
• 75 % der Patienten wurden rechtsherzkatheterisiert.
• Es wurden 90,8 % (n=79) bzw. 82,7 % (n=72) der Patienten mit Marcumar bzw. Calciumantagonisten versorgt.
• Hinsichtlich der Therapie konnte festgestellt werden, dass eine große Anzahl an Non-Respondern im Vasoreagibilitätstest trotzdem mit Calciumantagonisten therapiert wurde. Tatsächlich wurden deutlich mehr Patienten mit Calcium-antagonisten im Verlauf therapiert (82,8 %, n=72) als es Responder gab (29,9 %, n=26).
• Insgesamt 29,9 % (n=26) der Patienten erhielten im untersuchten Zeitfenster eine spezifische Monotherapie als Initialbehandlung. Es erhielten 16,1 % Ilomedin, 11,5 % Bosentan und 2,3 % Sildenafil schon zu Beginn der Betreuung im spezialisierten Zentrum.
• Die Monotherapie mit Ilomedin bzw. Bosentan zeigte ein ähnliches Stabilisierungspotenzial über die Zeit. Nach 9 bzw. 8 Monaten ließ sich eine Verschlechterung der Parameterwerte (NYHA, Sechs-Minuten-Gehtest und PAPsyst) als Zeichen nachlassender Wirksamkeit nachweisen.
• Die Zeit bis zur ersten Therapieeskalation (Übergang von einer Monotherapie in eine Kombinationstherapie) betrug im Schnitt 13,6 Monate.
• Von insgesamt 40 Patienten (46 %), die im Verlauf spezifisch therapiert worden sind, wurde bei genau 50 % (n=20) die Monotherapie auf eine Kombinationstherapie eskaliert.
• Insgesamt neun Patienten (45 % der 20 Patienten) bekamen Ilomedin und Bosentan in Kombination. Sechs Patienten (30 % der 20 Patienten) erhielten als Kombinationspräprate Sildenafil und Ilomedin. Ein Patient (5 % der 20 Patienten) erhielt als einziger die Kombination aus Sildenafil und Bosentan. Vier Patienten (20 % der 20 Patienten) erhielten eine Dreier-Kombination aus Bosentan, Ilomedin und Sildenafil.
• Der prozentuale Anteil der Verstorbenen lag bei einem medianen Follow-up von 16,6 Monaten bei 14,9 % (n=13).

Seit der ersten umfassenden epidemiologischen Studie zum Thema pulmonale Hypertonie Mitte der Achtziger Jahre (NIH registry) (Rich et al., 1987) wurden entscheidende Erkenntnisse hinsichtlich der Pathophysiologie der Erkrankung gewonnen sowie Fortschritte im Rahmen der Diagnostik gemacht (Galié et al., 2009). Jedoch geht aus unserer Studie hervor, dass die Sensibilität im Hinblick auf die Erkrankung und Diagnosestellung noch nicht ausreichend vorhanden ist. Zudem sollte die Verabreichung einer Kombinationstherapie in indizierten Fällen systematisiert werden. Zahlreiche aktuelle prospektive Studien tragen zum Fortschritt in der Therapie der pulmonalen Hypertonie bei. Zum besseren Verständnis der Therapieentwicklung und der Effizienz unterschiedlicher Kombinationspartner über die Zeit in der realen Versorgungssituation sind aber auch weitere retrospektive Erhebungen notwendig.

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