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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-57796
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5779/


Die Auswirkungen pharmakologischer noradrenerger Stimulation (mittels Yohimbin) auf die Gedächtniskonsolidierung und den -abruf bei Patienten mit Major Depression

Kuffel, Anja

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Major Depression , noradrenerges System , Alpha2-Rezeptor-Antagonist , Yohimbin , (deklarative) Gedächtniskonsolidierung und -abruf
Freie Schlagwörter (Englisch): major depressive disorder , noradrenergic system , alpha-2-adrenoceptor antagonist , yohimbine , declarative memory
Basisklassifikation: 44.38 , 44.07 , 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Spitzer, Carsten (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 11.06.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 31.07.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Die Major Depression (MD) ist durch kognitive Beeinträchtigungen, zu denen insbesondere Gedächtnisstörungen zählen, sowie Fehlfunktionen auf verschiedenen Ebenen der Kontrolle und Regulation der Stressphysiologie gekennzeichnet. Dabei spielt das Locus-Coeruleus-Noradrenerge System sowohl für die Gedächtnisbildung und den -abruf als auch in der Äthiopathogenese der depressiven Erkrankungen eine entscheidende Rolle. Präsynaptische und direkt im Locus Coeruleus lokalisierte adrenerge Alpha2-Rezeptoren, welche über negative Feedbackhemmung den noradrenergen Einfluss hemmen, zeigen bei der MD eine pathologische Aufregulierung. Bisher liegen allerdings kaum Studien zum Effekt einer Blockierung dieser Rezeptoren und einer damit verbundenen noradrenergen Stimulation auf die Gedächtnisleistungen bei depressiven Patienten vor. Diese Lücke sucht die vorliegende Untersuchung zu schließen.
In einem placebokontrollierten, doppelt verblindeten Design wurden 20 stationäre Patienten mit einer MD sowie 18 im Hinblick auf Alter, Geschlecht und Ausbildungsstand parallelisierte Kontrollprobanden mittels verschiedener Gedächtnisparadigmen zum deklarativen und autobiografischen Gedächtnis unter noradrenerger Stimulation durch Gabe von 5mg des Alpha2-adrenergen Rezeptorantagonisten Yohimbin (vs. Placebo) untersucht. Alpha-Amylase und Blutdruck wurden zur Überprüfung des Wirkeintrittes erhoben.
Es konnte gezeigt werden, dass noradrenerge Stimulation zu einer signifikant verbesserten Gedächtniskonsolidierung der Gesamtgruppe (Treatmenteffekt: p=.05) führte, wovon die Depressiven deutlicher gegenüber den Gesunden profitierten (post-hoc t-test: MDD p=.01, controls p=.77). Der Gedächtnisabruf autobiografischer Erinnerungen zeigte sich von der noradrenergen Stimulation mit 5 mg Yohimbin nicht beeinflusst. Yohimbin führte zu einer Erhöhung des Blutdruckes sowie der Alpha-Amylase. Entgegen dargestellter Literatur offenbarte sich keine schlechtere kognitive Ausgangsleistung der depressiven Probanden im Vergleich zu den gesunden Kontrollpersonen.
Die vollständigen Ergebnisse geben weitere Hinweise auf die Bedeutung des noradrenergen Einflusses auf die Gedächtniskonsolidierung und Pathophysiologie der Depression und können zur Entwicklung neuer Therapieansätze hinsichtlich des Symptoms der Gedächtnisbeeinträchtigungen beitragen.
Kurzfassung auf Englisch: Major depressive disorder has been associated with alterations in the noradrenergic system and impaired memory function. Via activation of the basolateral amygdala (BLA) noradrenergic stimulation enhances while blockade reduces declarative memory performance in healthy subjects. Presynaptic alpha-2-adrenergic receptors, mediating the noradrenergic release in the BLA show an up-regulation in MDD. In this study, it is examined whether noradrenergic stimulation via this receptor would differentially affect memory performance in patients with MDD compared to healthy controls.
In a placebo-controlled crossover study, 20 patients with MDD and 18 age- and sex matched healthy controls received either placebo or 5 mg of yohimbine, an alpha-2-adrenoceptor antagonist that causes increased noradrenergic activity, orally before memory testing. A word list paradigm was used to test memory consolidation. Furthermore, the autobiographical memory test assessing memory retrieval was administered. Salivary alpha-amylase and blood pressure were measured.
Yohimbine improved memory consolidation (word list learning) across groups (main effect of yohimbine: p=.05). This effect was more prominent in depressed patients compared to controls (post-hoc t-test: MDD p=.01, controls p=.77). Memory retrieval (autobiographical memory specificity) was not affected by yohimbine. Across groups, yohimbine administration resulted in an increase of blood pressure and alpha-amylase. In contrast to the reported cognitive difficulties in the literature, MDD patients did not differ significantly in task performance from the controls.
The results further support the hypothesis that noradrenergic stimulation enhances memory consolidation. Thereby it appears that the noradrenergic modulating effects on memory are more prominent in patients with MDD. Elevated alpha-2-receptor density in MDD might contribute to these finding while the detailed interacting process remains elucidated. This research supports the understanding and developing of new therapies for memory disorders in depression.

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