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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-57904
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5790/


Die Relevanz parodontopathogener Keime bei endodontischen Misserfolgen und deren Synergismus in der Biofilmformation

Hannig, Marie

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Basisklassifikation: 44.43 , 44.96
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Sobottka, Ingo (Prof.Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.07.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 09.08.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Das Ziel dieser Studie war das Vorkommen und die Relevanz von 11 parodontopathogenen Keimen (A. actinomycetemcomitans, P. gingivalis, P. intermedia, T. forsythia, T. denticola, P. micros, F. nucleatum, C. rectus, E. nodatum, E. corrodens, Capnocytophaga spp.) bei endodontischen Misserfolgen sowie deren Synergismus in der Biofilmformation zu evaluieren.
103 mikrobielle Proben wurden während WSR und Revision entnommen. Auswahlkriterium zur Probenentnahme war ein endodontischer Misserfolg bei einem primär wurzelkanalbehandelten Zahn mit chronisch apikaler Parodontitis. Das Alter der Patienten lag zwischen 19 und 74 Jahren, 55 der Proben stammten von Frauen, 48 von Männern. 74 Proben wurden während Revision, 29 während WSR entnommen. 39% der Proben stammten von oberen, 28% von unteren Molaren, 13% von oberen Prämolaren, 10% von oberen Frontzähnen und 5% von jeweils unteren Prämolaren/Frontzähnen. Die Proben wurden bis zur mikrobiologischen Analyse bei -22°C tiefgefroren.
Zur Isolierung der 11 Markerkeime wurde die DNA•STRIP-Technologie angewendet (Hain Lifescience, Nehren, Deutschland). Für den Nachweis von A. actinomycetemcomitans, P. gingivalis, P. intermedia, T. forsythia und T. denticola wurde der micro-IDent DNA-STRIP verwendet. Um P. micros, F. nucleatum, C. rectus, E. nodatum, E. corrodens und Capnocytophaga spp. nachweisen zu können, wurde der micro-IDent plus DNA-STRIP angewendet. Mithilfe des Geno Type DNA Isolations Kit (Hain Lifescience, Nehren, Deutschland) wurde die DNA aus den Bakterien isoliert, die Nukleinsäure in einer Amplifikationsreaktion selektiv vermehrt und über eine Hybridisierung auf dem DNA•STRIP detektiert. Mit einer dem Kit zugehörigen Schablone wurden die DNA-STRIPs verglichen und die nachgewiesenen Bakterien auf einem Auswertungsbogen notiert.
Von insgesamt 103 Proben ergaben sich für die 11 untersuchten parodontopathogenen Keime folgende Ergebnisse:
Ein Nachweis von A. actinomycetemcomitans, E. nodatum und Capnocytophaga spp. konnte in keiner der Proben erfolgen. P. intermedia, C. rectus und E. corrodens wurden in jeweils einer Probe (1%) festgestellt. P. micros wurde in 2 (2%), T. denticola in 4 (4%), T. forsythia in 11 (11%), P. gingivalis in 12 (12%) und F. nucleatum in 23 Proben (22%) detektiert. Eine zufällige Verteilung der Bakterien konnte ausgeschlossen werden (Chi-Quadrat-Verteilungstest).
Bei A. actinomycetemcomitans, E. nodatum, Capnocytophaga spp., P. intermedia, C. rectus, E. corrodens und P. micros konnte keine Relevanz hinsichtlich endodontischer Misserfolge festgestellt werden.
Im Gegensatz dazu sind P. gingivalis, T. forsythia, T. denticola und F. nucleatum bedeutsame Keime bei Vorliegen einer chronisch apikalen Parodontitis. P. gingivalis ist der einzige relevante Keim, der ohne Einfluss eines anderen parodontopathogenen Bakteriums nachgewiesen wurde.
Bei drei Bakterien konnte eine Abhängigkeit festgestellt werden. T. forsythia tritt in Anwesenheit von F. nucleatum 8,3-mal häufiger auf als ohne F. nucleatum. T. denticola tritt in Anwesenheit von F. nucleatum 11,8-mal häufiger auf als ohne F. nucleatum. T. denticola tritt in Anwesenheit von T. forsythia 34,1-mal häufiger auf als ohne T. forsythia.
Die erbrachten Nachweise lassen darauf schließen, dass der Synergismus in der Biofilmformation von parodontopathogenen Keimen auch bei chronisch apikalen Parodontitiden eine Bedeutung besitzt und für die Persistenz der Infektion mitverantwortlich sein kann.

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