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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-57948
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5794/


Zentrale Verarbeitung repetitiver trigemino-nozizeptiver Reize bei Patienten mit Migräne

Aderjan, David

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Migräne, Habituation, Trigemino-nozizeptive Stimulation, Schmerzverarbeitung , Endogene Schmerzkontrolle
Freie Schlagwörter (Englisch): Migraine, Habituation, Trigemino-nociceptive stimulation , Pain processing , Endogenous pain control
Basisklassifikation: 44.90
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: May, Arne (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.07.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 10.08.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Bei Patienten mit Migräne konnte in der Vergangenheit mit unterschiedlichen experimentellen Ansätzen ein Habituationsdefizit bezüglich unterschiedlicher Sinnesmodalitäten nachgewiesen werden. Die zugrundeliegenden Mechanismen sind immer noch nicht abschließend geklärt. Elektrophysiologische Studien konzentrierten sich bislang auf Habituation während einzelner, kurzer Untersuchungseinheiten.
In der vorliegenden Arbeit liegt das Interesse vorrangig auf der Frage, wie wiederholte Schmerzreize von Migränikern im Verlauf mehrerer Tage wahrgenommen und zentral verarbeitet beziehungsweise moduliert werden.
Fünfzehn Migränepatienten und fünfzehn gesunde Kontrollprobanden wurden über acht aufeinander folgende Tage einem repetitiven trigeminalen Schmerzparadigma ausgesetzt. Während des ersten und achten Tages, sowie während einer Folgemessung nach Ablauf von drei Monaten, wurde die zentrale Verarbeitung in nozizeptiven und antinozizeptiven Netzwerken mit Hilfe funktioneller Magnetresonanztomographie verglichen (fMRT). Die psychophysikalischen Daten verdeutlichen, dass sich die Schmerzbewertung beider Gruppen zu keinem Zeitpunkt im Experiment signifikant unterschied. Mit Hilfe der funktionellen Bildgebung zeigten sich jedoch im Verlauf der Messreihe in einigen Hirnarealen signifikante Unterschiede.
Die neuronale Aktivität in präfrontalen Kortexarealen (PFC), dem rostralen anterioren Cingulum (rACC), sowie in einigen weiteren Regionen wie dem Mittelhirn und Hirnstamm stieg bei Gesunden im Verlauf der Messreihe an, während sie bei Migränikern abfiel.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Hirnstrukturen, die im Zusammenhang mit der endogenen Schmerzkontrolle beschrieben werden, nach repetitiver nozizeptiver Stimulation bei Patienten mit Migräne ein gegensätzliches Antwortverhalten im Vergleich zu Gesunden aufweisen. Die Funktion der schmerzinhibitorischen Netzwerke scheint nicht grundsätzlich gestört zu sein. Vielmehr deutet die veränderte zentrale Verarbeitung im Verlauf mehrerer Tage auf eine Dysfunktionalität sensorisch-neuronaler Filtersysteme hin, die der Migräne als pathophysiologisches Korrelat zu Grunde zu liegen scheint.

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