FAQ
© 2015 Staats- und Universitätsbibliothek
Hamburg, Carl von Ossietzky

Öffnungszeiten heute09.00 bis 24.00 Uhr alle Öffnungszeiten

Eingang zum Volltext in OPUS

Hinweis zum Urheberrecht

Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-58926
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5892/


Französische Fernsehtrailer : Zur semiotischen und kognitiven Komplexität einer medialen Gattung

Niemeier, Ansgar

pdf-Format:
 Dokument 1.pdf (7.228 KB)   Dokument 2.pdf (4.769 KB) 


SWD-Schlagwörter: Trailer , Medienwissenschaft , Medienkultur , Fernsehforschung , Kognitive Semantik , Rhetorik , Kulturwissenschaften , Kollektives Gedächtnis
Freie Schlagwörter (Deutsch): Fernsehgeschichte , Programmverbindungen , kulturelles Gedächtnis , kognitive Landkarte , mentale Modelle
Freie Schlagwörter (Englisch): Conceptual Blending , Conceptual Integration , Cognitive Rhetorics , Cognitive Semantics , Television , Cognitive Linguistics
Basisklassifikation: 05.30 , 17.62 , 18.22 , 05.36
Institut: Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Französisch, romanische Sprachen allgemein
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Settekorn, Wolfgang (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 11.11.2009
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 14.11.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Die Untersuchung beschäftigt sich mit Trailern aus dem französischen Fernsehen. Diese sehr kleine, „marginale“ Gattung des Fernsehprogramms ist in der Regel nur wenige Sekunden lang. Sie ist semiotisch aber höchst komplex und kann aufgrund ihrer Dichte vielfältige kognitive Prozesse bei den Rezipienten auslösen. Trailer verweisen auf einzelne Sendungen und Programmteile und bewerben diese. Durch ihre Platzierung an den Gelenkstellen des Fernsehprogramms können sie die unterschiedlichsten Publikumsschichten adressieren bzw. erreichen und müssen gleichzeitig erkennbares Markenzeichen der Programmanbieter bleiben.

Die Bedeutung von Fernsehtrailern für die Medienforschung spiegelt sich nicht zuletzt in ihrer Beschreibung als „Mikrokosmen der Fernsehästhetik“ (Bleicher 1994). Ihre Untersuchung berührt dabei grundlegende semiotische und linguistische Fragestellungen nach Textkohärenz, nach der Referenz auf Bedeutungs- und Wissensbereiche bzw. nach kognitiven Prozessen, die beim Textverstehen eine Rolle spielen. Dies wird bei der Betrachtung von Trailern besonders deutlich, da Trailer meist elliptische Kurz-Texte sind, die sich aus z. T. sehr heterogenen Bestandteilen zusammensetzen.

Zentrales Analyse-Instrument der Arbeit ist das kognitiv-linguistische Modell vom Conceptual Blending bzw. der Conceptual Integration von Fauconnier und Turner. Der gewählte methodische Ansatz der Untersuchung greift somit auf grundlegende Annahmen und Konzepte der kognitiven Semantik zurück. Damit folgt die Untersuchung der Vorstellung, dass medien-, kultur- und sozialwissenschaftliche Instrumentarien durch kognitive Modellierungen ergänzt werden können und sollten.

Vor der Analyse der Fernsehtrailer werden in der Arbeit zunächst wichtige historische und institutionelle Voraussetzungen, sowie formale Strukturen des französischen Fernsehprogramms um die Wende zum 21. Jahrhundert hin umrissen. Mit ihnen wird der Kontext dargestellt, in dem die Trailer der Untersuchung stehen (Kapitel 2.1).

Die medienwissenschaftliche Diskussion um die Gattung „Trailer“ wird in einem weiteren Kapitel umrissen (Kapitel 2.2)

Abschluss der sachlichen und theoretischen Grundlagen der Analyse bildet eine Erläuterung wichtiger theoretischer Annahmen und Konzepte der kognitiven Semantik und eine exemplarische Darstellung des Modells der Conceptual Blending-Theorie.

Der Hauptteil der Arbeit (Kapitel 3-5) besteht in der Analyse einer Auswahl von Trailern aus dem Programm der französischen Fernsehsender TF1, France 2 und M6. In den Analysen dieser Trailern wird immer wieder deutlich, dass basale kognitive Schemata (die ursprünglich aus der kognitiven Linguistik stammen) auch auf andere semiotische Ebenen wie Bild und Musik angewandt werden können. So ist es mit dem Ansatz möglich, das Zusammenwirken der verschiedenen semiotischen Bestandteile von Trailern für den Aufbau einer kohärenten Sinnstruktur nachzuvollziehen.
In allen untersuchten Trailern zeigt sich, welche grundlegende Rolle kulturelle und situative Wissensstrukturen für das kohärente Verständnis der einzelnen Kurztexte spielen. Ohne dieses Wissen um aktuelle kulturelle bzw. situative Gegebenheiten wären die Trailer für einen Rezipienten wahrscheinlich schwer als kohärente Sinngebilde verständlich.
Das gezielte Aktivieren solcher Wissensstrukturen beim Rezipienten kann aber, wie sich in der Untersuchung zeigt, auch genutzt werden, um den beworbenen Sendungen und Programmteilen bestimmte Qualitäten zuzuordnen: So können die beworbenen Inhalte der Trailer durch die aktivierten Wissensstrukturen näher an die situativen und lebensweltlichen Bedingungen der potentiellen Rezipienten „herangerückt“ werden („Effekt der situativen oder lebensweltlichen Approximation“). Den beworbenen Inhalten kann dabei eine besondere Aktualität oder eine erhöhte Relevanz für die Rezipienten zugeordnet werden („Effekt der Relevanz- und Aktualitätskonstruktion“). Außerdem kann die Verknüpfung mit aktuellen kulturellen und situativen Wissens-Szenarien wahrscheinlich besser im Gedächtnis verankert werden („Effekt der kognitiven Stabilisierung einer mentalen Repräsentation“).
Die Verknüpfung beworbener Sendungen und Programmteile mit aktuellen kulturellen Wissensstrukturen kann aber auch als Einblick in den homöostatischen Wandlungsprozess von Vorstellungsmustern betrachtet werden.

Der Anhang der Arbeit umfasst schematische und verbale Darstellungen des untersuchten Fernsehprogramms und seiner Sendungen und enthält detaillierte Transriptionen sämtlicher analysierten Trailer.
Kurzfassung auf Englisch: The study deals with trailers of the French television, a small, “marginal” television genre which is usually just a few seconds long. However it is semiotically highly complex and can activate a great variety of cognitive processes in the brain of the recipient. TV-Trailers refer to and promote parts of the TV-programme. Being placed at the transitions of the TV-programmes, they can reach a large audience.

Television-trailers have been described as “microcosms of television-aesthetics” which emphasizes their importance for the media research. As they are usually short, elliptic and often composed of quite disparate elements, they can also be seen as a challenge to fundamental semiotic and linguistic questions, such as the questions for coherence, reference to different knowledge areas and cognitive processes during the text comprehension

In the present study the cognitive-linguistic model of Conceptual Blending or Conceptual Integration by Fauconnier and Turner is used as a central instrument of analysis. With this approach fundamental findings of the theory of cognitive lingtuistics (especially the cogntive semantics) are assumed.

To set out the context of the television trailers which are analysed in the present study, historical and institutional conditions likewise formal structures of the French television-programmes at the turn to the 21st century are outlined before studying the trailers (chapter 2.1).

The scientific discussion of the genre „trailer“ in the German media research is outlined (chapter 2.2).

In order to finish the factual and theoretical background of the present study, the cognitive-linguistic model of Conceptual Blending is described exemplarily. Fundamental assumptions and concepts of the cognitive-linguistic approach are explained (chapter 2.3).

Chapters 3 to 5 deal with the analysis of television-trailers of the French TV-programmes from TF1, France 2 and M6.

In these analyses basic cognitive schemas (originally derived from cognitive linguistics) cannot just be found on the linguistic but also on other semiotic levels (e. g. on the visual level, on the musical level). This underlines the potential of the present approach to comprehend the cooperation of different semiotic constituents of an audiovisual text. The construction of a coherent and meaningful entity in the working-memory of the recipient can be described.

The analysis of each trailer of this study shows that cultural and situative knowledge structures are needed to understand the respective trailers as a coherent entity. Moreover it can be shown that the intentional activation of cultural and situative knowledge structures can be used to assign certain qualities to the promoted programme such as relevance and topicality for the recipient. Furthermore these structures can probably operate as a cognitive anchor in the memory of the recipient. Yet the linking of cultural and situative knowledge with contents of the promoted programme can presumably be seen as a step in the homeostatic evolution of cultural models and situative concepts of a society.

The appendix of the present study contains schematic and verbal representations of the TV-programme and detailed transcriptions of all TV-trailers which have been analysed.

Zugriffsstatistik

keine Statistikdaten vorhanden
Legende