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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-59677
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5967/


Entwicklung eines Behandlungszentrums zur Therapie von Gesichtsfehlbildungen im Padhar Hospital in Zentralindien

Viezens, Verena

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Freie Schlagwörter (Englisch): rural surgery , India, cleft lip
Basisklassifikation: 44.73
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Heiland, Max (Prof. Dr. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 23.11.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 06.12.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Diese Arbeit stellt den aktuellen Behandlungsstand in den von Prof. Kreusch im Jahr 1994 initiierten „Padhar Cleft Camps“ in Zentralindien, sowie die Entwicklungsmöglichkeiten eines Behandlungszentrums für Patienten mit einer Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte dar.
Nach der Erläuterung der Richtlinien und Ziele, folgt eine kritische Untersuchung auf Effektivität, Nutzen und auf mögliches Fehlverhalten. Bei der Entwicklung des optimierten Behandlungskonzeptes mussten das Fehlen fachübergreifender sowie technischer Behandlungsmöglichkeiten, aber auch die bestehenden kulturellen Disparitäten berücksichtigt werden. Komplexe, multidisziplinäre Behandlungsmethoden der Industrienationen dienen dem Behandlungskonzept der „Padhar Cleft Camps“ als Grundgerüst, um sie vor Ort den Verhältnissen des ländlichen Zentralindiens anzupassen.
Der statistische Teil dieser Arbeit bezieht sich auf bis 2008 erhobenen Daten von 1030 Pati-enten. Ein weiterer Datensatz umfasst die Befragung von 67 Spaltpatienten aus dem Jahr 2008. In jedem Einsatzjahr standen in Padhar mindestens 80% der durchgeführten Operationen im Zusammenhang mit einer Gesichtsspalte. Bei 976 Spaltverschlüssen, die auf die oben genannten 1030 Eingriffe entfallen, entspricht das einem prozentualen Anteil von 95%. Hervorzuheben ist - insbesondere in Anbetracht der notwendigen Mehrfachoperation - der jährliche Zuwachs an bereits voroperierten Patienten, wobei sich die Zahl der alio loco voroperierten zu Gunsten der in Padhar voroperierten stetig reduzierte. Seit 2002 sind etwa 70% der vorbehandelten Patienten in Padhar voroperiert.
Bei der Entwicklung eines Behandlungszentrums galt das Augenmerk der multidisziplinären Behandlung von Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten. Insgesamt scheint zur Etablierung eines effektiven Behandlungskonzeptes eine umfassende Aufklärung sowohl der Patienten als auch ihres sozialen Umfeldes unerlässlich. Auf diese Weise kann die in den ländlichen Teilen Indiens verbreitete traditionelle Medizin mit den Ansätzen der Schuldmedizin verknüpft werden. Aus Umfragen ist zu entnehmen, dass 81% der betroffenen Familien davon ausgehen, dass die Spaltentstehung auf Gottes Willen zurückzuführen ist. Lediglich 4% glaubten an eine genetische Ursache. Patienten, die eine naturwissenschaftliche Begründung vermuteten, waren mehrfach voroperiert. Die Frage nach der Erwartungen an den Eingriff zeigten: 63% erhoff-ten sich eine ästhetische Verbesserung. Nur 8% der Befragten glaubten neben ästhetischen Aspekten auch an postoperative Funktionsverbesserungen; alle Patienten dieser Gruppe waren bereits mehrfach voroperiert.
Ein optimiertes Behandlungskonzept muss im Wesentlichen zwei weitere Punkte berücksichtigen: Zum einen ist die notwendige Multidisziplinarität für eine effektive Behandlung der Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte stärker zu berücksichtigen und innerhalb der Camps auszubauen. Zum anderen zeigen die statistischen Ergebnisse, dass nur eine Aufklärung dazu führen kann, möglichst viele Patienten in Indien für eine Operation zu gewinnen und anschließend langfristig an das Behandlungskonzept der „Padhar Cleft Camps“ zubinden.

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