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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-59869
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5986/


Therapieumstellungen bei antiretroviral vorbehandelten HIV-infizierten Patienten mit Hilfe des Expertenrat-Systems Radata Analyse des Therapieverlaufes

Lorenzen, Thore

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SWD-Schlagwörter: HIV-Infektion , Antiretrovirale Substanz , Resistenzbestimmung , Multidrug-Resistenz , Therapie , Therapieerfolg
Freie Schlagwörter (Deutsch): antiretrovirale Therapie , Therapieversagen
Freie Schlagwörter (Englisch): antiretroviral therapy , therapeutic failure
Basisklassifikation: 44.61 , 44.75 , 44.78
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Plettenberg, Andreas (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.11.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 20.12.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Klinische Studien legen den Nutzen von Expertenempfehlungen als Möglichkeit einer Optimierung einer antiretroviralen Therapie (HAART) bei HIV-positiven Patienten mit multiresistenten Virusstämmen nahe. Das Online-System Radata wurde entwickelt um Expertenempfehlungen zur medikamentösen Behandlung HIV-Infizierter anzubieten.
Diese Studie untersucht die Effektivität von Expertenempfehlungs-gestützten Umstellungen der antiretroviralen Therapie bei Patienten mit Drei-Klassen Therapieversagen.
Hierfür wurden die virologischen und immunologischen Verläufe von Patienten mit mindestens drei vorangegangen Therapieregimen analysiert, die mit jeweils mindestens einem Vertreter der Medikamentenklassen nukleosidale Reverse-Transkriptase Inhibitoren (NRTI), nicht-nukleosidale Reverse-Transkriptase Inhibitoren (NNRTI) und Protease Inhibitoren (PI) behandelt wurden. Veränderungen der HIV-RNA Werte und der CD4-Zellen wurden alle drei Monate evaluiert. Zudem wurden neu aufgetretene AIDS-definierende Erkrankungen und erneute Therapieumstellungen dokumentiert.
183 Patienten mit einer medianen Baseline-Viruslast von 3,90log Kopien/ml (1,88-6,54log) und einer initialen CD4-Zellzahl von 298c/µl (5-910c/µl) waren für die Analyse geeignet. Die Patienten hatten im median sieben vorangegangene Therapieregime und eine Dauer der Vortherapie von 83 Monaten. Im Median waren zur Baseline 3 (0-8) NRTI-, eine (0-4) NNRTI- und 3 (0-13) PI-assoziierte Resistenzmutationen nachweisbar. Trotz verfügbaren Resistenzanalysen und Expertenempfehlungen wurden im neuen Therapieregime zu 66% (n=119) keine potentiell aktiven Substanzen eingesetzt. Die HI-Viruslast sank im Median nach einem Jahr um 0,61log, nach zwei Jahren um 0,92log, während die CD4-Zellen in dem Zeitraum im Median um 9c/µl, bzw. 25c/µl anstiegen. Es konnten keine Unterschiede bezüglich Zahl der Vorbehandlungen oder der Anzahl eingesetzter aktiver Substanzen gefunden werden. Während des Beobachtungszeitraumes traten bei 15 Patienten 20 neue AIDS-definierende Erkrankungen auf. Der Median der CD4-Zellen lagen bei Erkrankungsmanifestation bei 86c/µl (0-433c/µl), die mediane Viruslast lag bei 4,48log (<1,40 - 6,29log). Weiter wurde bei den Untersuchten Patienten im Beobachtungszeitraum in 175 Fällen eine erneute Umstellung der HAART vorgenommen. Als häufigste Gründe hierfür wurden Therapieversagen (n=44) und auftretende Nebenwirkungen (n=39) angegeben.
Trotz extensiver Vorbehandlung und multipler Resistenzen gegen die verordnete HAART konnte bei den untersuchten Patienten ein Abfall der HI-Virulast und ein stabiles Niveau der CD4-Zellen über die Studiendauer beobachtet werden. Daraus ist zu schließen, dass sich eine Aktivität antiretroviraler Therapieregime nicht ausschließlich durch gängige Modelle zur Resistenz gegen antiretrovirale Substanzen erklären lässt.
Kurzfassung auf Englisch: BACKGROUND: Clinical studies suggest expert recommendations as a possibility to optimize highly active antiretroviral therapy (HAART) in patients with multi-drug resistant virus strains. An online system (RADATA) has been developed to provide expert advice for the drug therapy of HIV-infected patients.
OBJECTIVE: To evaluate efficacy of expert-advice-guided HAART switch in patients with triple class failure
METHODS: Virological and immunological outcome of patients with at least 3 prior ART regimens including NRTI, NNRTI and PI use were analysed. Changes in HIV-RNA and CD4-cell count were evaluated every 3 months.
RESULTS: 183 patients with a median baseline viral load of 3.90log copies/mL (1.88 - 6.54log) and CD4-cell count of 298c/µl (5-910c/µl) were eligible for analysis. Patients had a median of 7 prior ART regimens and a treatment duration of 83 months. A median of 3(0-8) NRTI-, 2(0-7) TAMs, 1(0-4) NNRTI- and 3(0-13) PI-associated resistance mutations were present at baseline. Despite available resistance analyses and experts recommendations 66% (n=119) of the patients started new ART regimen without any active drugs according to the resistance analysis. HIV-RNA declined in median of 0.61log and 0.92log after 12 and 24 months, respectively. CD4-cell count rose by a median of +9c/µl and +25c/µl. No significant differences related to number of prior regimens or number of active substances used could be found. Within the study period, 20 AIDS-defining events occured in 15 patients. The median CD4-cell count in these patients was 86c/µl (0-433c/µl), median viral load was 4,48log (<1,40 - 6,29log). Furthermore, 175 ART regimen changes were registered. Reported reasons for changes were mainly virological failure (n=44) followed by adverse drug effects (n=39).
CONCLUSION: Despite extensive pre-treatment and multiple resistances against prescribed HAART, patients demonstrated a decline in viral load and a stable CD4-cell count over the observation period. Thus, activity of antiretroviral regimens is not exclusively explained by current algorithms used for estimation of antiretroviral drug activity.

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