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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-60365
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2013/6036/


Lernzuwachs im rechtsmedizinischen Sektionskurs

Müller, Martina

pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: Institut für Rechtsmedizin/ Hamburg
Freie Schlagwörter (Deutsch): Sektionskurs , Lernzuwachs , medizinische Lehre , Hidden Curriculum , Medical Professionalism
Freie Schlagwörter (Englisch): Dissection course , medical education , learning process , Hidden Curriculum , Medical Professionalism
Basisklassifikation: 44.72
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Püschel, Klaus (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.12.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 04.02.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Studie basierte auf der Arbeitshypothese, dass die praktische Vermittlung von Lerninhalten im Rahmen von Sektionen für Studierende der Medizin zu einem Erlernen interdisziplinär und pathophysiologisch ausgerichteter Inhalte beiträgt, ohne dass diese im Sinne klassischer Lernziele definiert werden müssen.

Das freiwillige Lehrangebot des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf bietet Studierenden die Möglichkeit, im Rahmen von Sektionen morphologische Ausprägungen pathophysiologisch bedingter Organveränderungen im frühen postmortalen Intervall zu sehen und zu begreifen. Darüber hinaus dient die Sektion als wichtiges Instrument der medizinischen Lehre für die Vermittlung sozialer Lerninhalte im Sinne des Hidden Curriculums.
Von April bis Juli und von September bis Dezember 2009 wurden 32 Studierende im rechtsmedizinischen Sektionskurs begleitet. In Gruppeninterviews wurden ihre Erwartungen, Befürchtungen und Eindrücke hinsichtlich des Kurses zu Beginn und am Ende des Trimesters erfasst. Subjektiv entstand durch die Kursteilnahme ein besseres Verständnis für die Entstehungsmechanismen und die Ausprägung verschiedener Krankheitsbilder. Zudem fühlten sich die Studierenden besser auf den Umgang mit Verstorbenen im späteren Klinikalltag vorbereitet und bewerteten das Lehrangebot hinsichtlich des Erlernens von sozialen Kompetenzen und von Professionalität als förderlich. Eine verstärkte Integration der Sektion in die medizinische Lehre wurde von allen Kursteilnehmern/ innen befürwortet.
Um den Lernerfolg des Sektionskurses zu quantifizieren, wurde der Lernzuwachs in der Interventionsgruppe und in einem Vergleichskollektiv mittels Selbsteinschätzung anhand von Fragebögen evaluiert (insgesamt 265 Studierende). Für die im Lernzielkatalog definierten formalen Lernziele des Trimesters zeigte sich in beiden Gruppen ein homogener Lernzuwachs. Für die interdisziplinär und pathophysiologisch ausgerichteten Lerninhalte, die für den Sektionskurs angenommen wurden, zeigte sich in der Interventionsgruppe ein stärkerer prozentualer Lernzuwachs (p<0.0002) als im Vergleichskollektiv (p<0.04), ohne dass diese Lerninhalte im Kursverlauf explizit formuliert wurden. Diese Lernentwicklung war bei Studierenden zu Beginn ihres klinischen Studienabschnitts am stärksten ausgeprägt.

Fazit: Die Lehre am Verstorbenen und im speziellen die Sektion ist ein wertvolles Instrument, um Studierenden der Medizin ein umfassendes und „begreifendes“ Verständnis komplexer Krankheitsmechanismen zu vermitteln. Darüber hinaus fördert die Auseinandersetzung mit Verstorbenen im Rahmen von Obduktionen für den Arztberuf wichtige soziale Fähigkeiten und Kompetenzen.
Kurzfassung auf Englisch: This survey is based on the hypothesis that practical training during a dissection course can consolidate interdisciplinary and pathophysiological knowledge without clearly defining learning goals.

The Institute of Forensic Medicine at the University Hospital Hamburg-Eppendorf, Germany, offers a voluntary dissection course for medical students during their clinical terms. Dissecting human bodies in an early postmortem interval provides the opportunity to comprehend morphological characteristics of pathogenesis. In addition, dissections are approved as an important tool of medical education to communicate social aspects of the informal curriculum.
From April to July and from September to December 2009 a total of 32 medical students have been coached and interviewed about their anticipations, apprehensions and perceptions of the dissection course at the beginning and at the end of the term. Subjective, the students perceived a better comprehension for the pathogenesis and their morphology in organs. Beyond that, they estimated the dissection course as a helpful tool for dealing with deceased and for future social and professional terms. All of the students approved the integration of dissections to the formal medical curriculum.
To quantify an increasing learning process during the dissection course we evaluated the participants and a comparison group via self-assessment by a questionnaire-based survey (265 students in total). Clearly defined learning goals of the formal curriculum showed a homogeneous outcome for the learning success in both groups. Related to interdisciplinary and pathophysiological items the participants of the dissection course achieved a considerable major learning success (measured in percent) (p<0.0002) than the comparison group (p<0.04), even though these items have not been clearly defined as learning goals during the term. The learning increase was most distinctive in students with low clinical experience.

We suggest that medical education on human bodies and especially dissections are an important tool to impart knowledge of pathophysiological correlation and pathogenesis. In addition, dissections develop social skills and competences associated with the physician profession.

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