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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-60613
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2013/6061/


Evaluation der Internetseiten niedergelassener Psychiater und ärztlicher Psychotherapeuten in Deutschland

Ramuschkat, Meike

Originalveröffentlichung: (2011) DOI 10.1007/s00115-011-3451-z, Nervenarzt
pdf-Format:
 Dokument 1.pdf (2.798 KB) 


SWD-Schlagwörter: Website
Freie Schlagwörter (Deutsch): Psychiater , Internet , Praxiswebsite , Arztpraxis , Homepage
Freie Schlagwörter (Englisch): Psychiatrist , website , practice , homepage , internet
Basisklassifikation: 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Reimer, Jens (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 29.01.2013
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 05.03.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Hintergrund
Das Internet hat sich in den letzten Jahren zunehmend als wichtiges Medium im Gesundheitswesen etabliert. Ärzte präsentieren ihre Praxen, aufgrund wachsender Marketinginteressen und steigender Nachfrage der Patienten, zunehmend auf eigenen Websites, die Patienten als Informationsquellen und Entscheidungshilfe bei der Arztsuche dienen können. Ziel der vorliegenden Arbeit war die hypothesengeleitete Erhebung des Status-quo der Verbreitung und Gestaltung der Internetauftritte niedergelassener Psychiater und ärztlicher Psychotherapeuten in sechs deutschen Bundesländern sowie die kriterienbasierte Erfassung ihrer Inhalte.

Methoden
Von insgesamt 956 untersuchten niedergelassenen Psychiatern und ärztlichen Psychotherapeuten besaßen 17,6% (n=168) eine Praxiswebsite, die in die Auswertung dieser Arbeit einging. Basierend auf themenbezogener Literatur wurde ein Kriterienkatalog mit 42 Items entwickelt, anhand dessen die Bewertung der 168 Praxiswebsites durchgeführt wurde. Die Webadressen der
Untersuchungsgruppe wurden aus den Verzeichnissen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) und der Internetsuchmaschine Google gewonnen. Die Ergebnisse wurden statistisch mittels multifaktorieller Varianzanalysen (ANOVA) und allgemeiner linearer Modelle ausgewertet.

Ergebnisse
Die hypothesengeleitete Bewertung der Praxiswebsites ergab, dass 17,6% (n=168) der niedergelassenen Psychiater und ärztlichen Psychotherapeuten der gesamten Untersuchungsgruppe (n=956) eine Website besaßen. Während die Untersuchung für die Ost/West-Verteilung der Praxiswebsites keinen signifikanten Unterschied zeigte, besaßen Ärzte in Stadtstaaten signifikant häufiger eine Praxiswebsite als Ärzte in Flächenländern. Zudem waren Praxisweb-
sites mit signifikant höherer Wahrscheinlichkeit im Besitz von Ärzten als von
Ärztinnen. Für den Gesamtscore zeigte sich zudem, dass Websites von Praxen mit mehreren Ärzten im Durchschnitt signifikant höhere Punktzahlen erreichten als Websites von Einzelpraxen. Auch erreichten Websites, die dem Nutzer auf mehreren Wegen zugänglich waren, d.h. sowohl in den Verzeichnissen der KV als auch über die Suche bei Google gefunden wurden, im Gesamtscore signifikant höhere Punktwerte als Websites, die entweder nur in den Verzeichnissen der KV oder nur bei Google gefunden wurden.
Die kriterienbasierte Auswertung der Praxiswebsites ergab, dass die untersuchten Internetseiten häufig die Items des Kriterienkatalogs zu allgemeinen
Praxisinformationen, Anfahrts- und Lageplänen sowie zu medizinischen Leistungen und häufig behandelten Krankheitsbildern der Praxis erfüllten. Auffällig selten wurden Informationen zu Online-Angeboten, den Arzt betreffenden persönlichen Angaben, Impressum und Datenschutz sowie zu behindertengerechten Einrichtungen, Notdiensten und Urlaubsvertretungen angegeben.

Schlussfolgerungen
Nur ein geringer Teil der niedergelassenen Ärzte und ärztlichen Psychotherapeuten besitzen eine eigene Praxiswebsite. Dabei variieren Inhalt und Aufbau der Seiten sehr. Die kriterienbasierte Auswertung der untersuchten Praxiswebsites zeigt, neben einigen Positivbeispielen, auch Defizite zu Inhalten und Angeboten der ärztlichen Internetseiten auf. Hier könnte ein, mit den entsprechenden Fachgesellschaften abgestimmter, operationalisierter Kriterienkatalog als Grundlage für eine Anpassung der Qualitätsstandards dienen.
Kurzfassung auf Englisch: Background
In the past years the internet has become an important medium in the Healthcare system. Physicians are increasingly presenting their practices on websites, e.g. for marketing purposes, whereas patients are using the World Wide Web to search for medical information and to find a doctor. This study examines based on predefined criteria the web presence of psychiatrists and medical psychotherapists in private practices.

Methods
956 registered psychiatrists and psychotherapists of six northern German states were examined in June and July 2010 regarding existence, layout and content of their web presence. Homepages were evaluated by means of a standardized criteria catalogue with 42 items. Statistical analysis comprised descriptive and analytic approaches (ANOVA, linear models).

Results
Out of the 956 physicians included in the study, 168 (17.6%) actually had a web presence. More physicians in city states hosted a web presence as compared to plane states, however, there was no difference between eastern and western states. Compared to female physicians, male physicians more often owned an internet presence. The average score was 19 (±5,2) out of 42, with practices with more than one physician scoring higher than single physician practices. Websites often contained general information about the practice, medical services and diseases, and rarely online-services, professional information about the physician, access for disabled, emergency services and holiday substitution. Legal requirements were not sufficiently considered by more than half of the physicians.

Conclusion
Only a smaller number of psychiatrists and psychotherapists in private practice host an own website while layout, content and quality of information of the websites differ. The criteria catalogue created in this study may function as a guideline for the development of a good quality internet presence. An agreed guideline with participation of physician chambers and medical societies would be of use to establish quality standards.

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