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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-61217
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2013/6121/


Betrachtung der Therapeutischen Beziehung im Rahmen der ambulanten psychoanalytischen Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen

Wichert, Joana-Maria

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Basisklassifikation: 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Romer, Georg (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.03.2013
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 26.03.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Der Therapeutischen Beziehung als einer der bedeutendsten Wirkfaktoren der psychoanalytischen Psychotherapie wurde in der Erwachsenenpsychotherapie seit vielen Jahren große Aufmerksamkeit gewidmet, wohingegen nur wenige Studien zu ihrer Rolle in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie existieren.

In der vorliegenden Dissertation wurde dieses Defizit an aussagekräftigen Arbeiten zum Anlass genommen, um mit Hilfe des FTB-KJ / -T (Fragebogen zur Therapeutischen Beziehung für Kinder und Jugendliche / Therapeuten) die Therapeutische Beziehung im Kontext der ambulanten psychoanalytischen Psychotherapie anhand von N = 72 Kindern und Jugendlichen mit verschiedenen Störungsbildern wie Angst, Depression oder externalisierenden Störungen genauer zu untersuchen.
Ziel war es, Unterschiede in der Bewertung der Therapeutischen Beziehung und ihrer Subskalen Positive emotionale Beziehung, Negative emotionale Beziehung und Arbeitsbeziehung seitens der Patienten und der Therapeuten zu erfassen. Gleichzeitig sollten Differenzen zwischen den einzelnen Störungsgruppen und auch innerhalb dieser detektiert und in ihrem Verlauf dokumentiert werden. Zudem wurde neben der Compliance der Kinder und Jugendlichen aus Sicht der Therapeuten auch ein möglicher Zusammenhang zwischen der Beurteilung der Therapeutischen Beziehung und dem Therapieergebnis beleuchtet.

Es zeigten sich die erwarteten signifikanten Bewertungsdiskrepanzen der Therapeutischen Beziehung zwischen Patienten und Therapeuten, wobei die Kinder und Jugendlichen deutlich positiver urteilten als ihre Behandler. Speziell bei den Patienten mit Angst oder Depression bewahrheitete sich die Annahme einer schlechteren Beurteilung der Therapeutischen Beziehung im Vergleich zu den explizit nicht von solchen internalisierenden Störungen betroffenen Patientengruppen. Kinder und Jugendliche mit externalisierenden Störungen schätzten die Beziehung zu ihrem Therapeuten insgesamt positiver ein, wohingegen die Therapeuten ihrerseits die Beziehung zu diesen Patienten negativer bewerteten als zu solchen mit internalisierenden Störungen. Die angenommene Verbesserung der Therapeutischen Beziehung im Verlauf der Therapie konnte nur aus Therapeutenperspektive, nicht aber in der Einschätzung der Betroffenen nachgewiesen werden. Letztere hatten insbesondere die beiden emotionalen Subskalen nach 25 Therapiestunden geringfügig – jedoch nicht signifikant – verschlechtert beurteilt. Während demgegenüber beide Parteien die Arbeitsbeziehung als sich insgesamt verbessernd erlebten, konstatierten die Therapeuten für die wie vermutet anfänglich hohe Therapie-Compliance im zeitlichen Verlauf eine leicht abnehmende Tendenz. Ein in dieser Arbeit nicht im Fokus stehender Zusammenhang zwischen der erfassten Qualität der Therapeutischen Beziehung und dem Therapieergebnis zeigte sich – entgegen der in anderen Studien geweckten Erwartung einer zumindest moderaten positiven Abhängigkeit – nicht.

Die Ergebnisse dieser Dissertation unterstreichen den Bedarf an weiteren Untersuchungen zu Aspekten der Therapeutischen Beziehung in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, um diesen komplexen Wirkfaktor auf seinen Einfluss auch auf andere Störungsbilder und womöglich auch innerhalb anderer Therapieansätze zu überprüfen.

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