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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-61320
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2013/6132/


Y-Chromosomenverluste in menschlichen Normalgeweben

Bertheau, Sarah

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Basisklassifikation: 44.47
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Sauter, Guido (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.03.2013
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 09.04.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Das Y-Chromosom soll in zahlreichen Tumorarten in 0 bis 100 % der Fälle verloren gehen. Zudem existieren Berichte, dass Y-Chromosomenverluste auch in einzelnen Normalgeweben vorkommen können. Normalgewebe wurden aber bisher nur sporadisch untersucht und es existierten keine systematischen Untersuchungen von Y-Chromosomen an Normalgeweben.
Um einen Überblick über die Häufigkeit von Y-Chromosomenverlusten in Normalgeweben zu gewinnen, wurde ein Normalgewebe-Tissue-Microarray hergestellt. Der Tissue-Microarray enthielt jeweils acht Proben von 76 verschiedenen Organen bzw. Organsubregionen. Zu jeder Gewebeprobe wurden Alter, Geschlecht und Grundkrankheit des betreffenden Patienten in einer Datenbank registriert.
Der Tissue-Microarray wurde anschließend mit kommerziellen FISH-Sonden für X/Y-Chromosomen untersucht. Hierfür wurde eine CEP X SpectrumOrange/Y SpectrumGreen Direct Labeled Fluorescent DNA Probe (Abbott Laboratories, Abbott Park, Illinois, USA) verwendet. Die Untersuchung ergab in 268 Patienten einen weiblichen Chromosomensatz und in 299 Patienten einen männlichen Chromosomensatz. Diese Daten entsprachen nicht zu 100 % den klinisch erhobenen Geschlechtsdaten. Ohne Berücksichtigung der Proben von Plazentagewebe, stimmten das Geschlecht aus der FISH-Untersuchung und das aus der Datenbank ermittelte allerdings zu 100 % überein. Y-Verluste wurden in keiner der im Normalgewebe-Tissue-Microarray enthaltenen Gewebeproben gefunden.
Zur Validierung der Resultate am Normalgewebe-Tissue-Microarray wurden in der Folge Samenblasen weiter untersucht, da zum Beispiel Nadal et al. (2007) in 76,2 % der Samenblasen von Patienten mit Prostatakarzinom bzw. benigner Prostatahyperplasie und 72,7 % der Samenblasen von Patienten mit Harnblasenkarzinom einen Y-Verlust festgestellt haben (Nadal et al., 2007). Sowohl die Untersuchung eines zusätzlichen Tissue-Microarrays mit zehn Proben von Samenblasen sowie die Untersuchung von zehn Samenblasengroßflächen ergaben keine Y-Chromosomenverluste in Samenblasen.
Wir schließen aus den im Rahmen dieser Doktorarbeit erhobenen Daten, dass Y-Chromosomenverluste in Normalgeweben nicht regelmäßig vorkommen. Die Befunde sprechen gegen die Annahme, dass das Y-Chromosom in adulten menschlichen Geweben nicht benötigt wird.

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