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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-61966
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2013/6196/


Retrospektive Auswertung interdisziplinärer Empfehlungen der allgemeinen interdisziplinären Tumorkonferenz des Universitären Cancer Center Hamburgs am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf der Jahre 2005 und 2006

Bergner, Christina

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Basisklassifikation: 44.81
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Bokemeyer, Carsten (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 30.04.2013
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 17.06.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Um eine möglichst optimale Versorgung und Behandlung an Krebs erkrankter Patienten zu ermöglichen, werden am UKE seit 1980 interdisziplinäre Tumorkonferenzen durchgeführt. Hier besprechen Spezialisten aus verschiedenen Fachgebieten die Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten eines Patienten anhand der vorhandenen Bildgebung und der Untersuchungsergebnisse. Im Rahmen dieser Dissertation wurden die Tumorkonferenzen der Jahre 2005 und 2006 untersucht. Dabei wurden allgemeine demographische Kriterien vorgestellter Patienten sowie Ergebnisaspekte wie zum Beispiel die Einhaltung von Therapieempfehlungen ausgewertet. Anhand eines Fragebogens wurde weiterhin die Zufriedenheit der teilnehmenden Mediziner ermittelt.
Ziel war es, die Durchführbarkeit und Umsetzung interdisziplinärer Tumorkonferenzen zu analysieren, um mögliche Verbesserungen inhaltlicher und struktureller Art herauszuarbeiten. Dies wurde insbesondere vor dem Hintergrund der Gründung des Universitären Cancer Center Hamburg (UCCH) als Qualitätsmaßnahme und zur Anerkennung als „Onkologisches Spitzenzentrum“ der Deutschen Krebshilfe notwendig.
Insgesamt wurden retrospektiv in beiden Jahren 263 Patienten in der Tumorkonferenz besprochen, von denen 258 ausgewertet wurden. Primäre
Tumordiagnosen umfassten gastrointestinale Tumore (25,2%/37% in den Jahren 2005/2006) und Sarkome (25,2%/16,3%) gefolgt von Hämoblastosen, Kopf-Hals- Tumoren, Keimzelltumoren u.a., wobei bei 10,1% (12,7%) die Tumordiagnose zum Zeitpunkt der Vorstellung noch nicht festgestellt worden war. Die meisten Patienten befanden sich in fortgeschrittenen Krankheitsstadien und hatten bereits eine systemische Therapie oder eine Operation erhalten. Die Vorstellung erfolgte meist mit unspezifischer Fragestellung nach dem weiteren Prozedere, wobei 40% der Therapieempfehlungen ein chirurgisches Vorgehen beinhalteten. Bei einem Viertel der Patienten, die mit der Frage nach einem chirurgischen Vorgehen vorgestellt wurden, erfolgte eine Empfehlung zu systemischer Therapie, was die Notwendigkeit interdisziplinärer Konferenzen unterstreicht.
Die Umsetzung der Konferenzempfehlung erfolgte in 73,2%/74,2% der Fälle, jeweils etwa ein Viertel erhielt eine andere Therapie als die in der Tumorkonferenz besprochene oder keine Therapie. Die Mehrheit (ca. 85%) der Konferenzteilnehmer gab regelmäßige Anwesenheit an. Insgesamt wurde die Konferenz sehr positiv bewertet, wobei insbesondere Patientenvorstellungen und Diskussionsabläufe als weiter verbesserungswürdig evaluiert wurden. Die hohe Einhaltungsquote der Empfehlungen und die gute Akzeptanz der Konferenz durch die Ärzte beweist, dass die Tumorkonferenz in die Patientenversorgung am UKE eingreift und diese positiv beeinflusst. Die demographischen Daten der Tumorkonferenzpatienten entsprachen im Wesentlichen denen aller stationär in der Onkologie und Allgemeinchirurgie behandelten Patienten des UKE in den Jahren 2005 und 2006.
Insgesamt wurde in den Jahren 2005 und 2006 mit 3,6% ein eher geringer Anteil der Gesamtpatienten der Onkologie und Allgemeinchirurgie des UKE in der Tumorkonferenz vorgestellt. Im Rahmen der Anerkennung zum Comprehensive Cancer Center und zum Onkologischen Spitzenzentrum wurden deshalb weitere Tumorkonferenzen etabliert und strukturelle Maßnahmen zur Optimierung von Patientenanmeldung und Datenerfassung eingeleitet. Es zeigte sich, dass aufgrund dessen im Zeitraum von Juni 2008 bis April 2009 mehr als dreimal so viele Patienten in der interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt werden konnten als jeweils 2005/2006.

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