FAQ
© 2015 Staats- und Universitätsbibliothek
Hamburg, Carl von Ossietzky

Öffnungszeiten heute09.00 bis 24.00 Uhr alle Öffnungszeiten

Eingang zum Volltext in OPUS

Hinweis zum Urheberrecht

Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-62490
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2013/6249/


Psychische Belastungen bei Patientinnen mit einer Primär biliären Zirrhose : eine qualitative Untersuchung

Feige, Andreas

pdf-Format:
 Dokument 1.pdf (2.425 KB) 


SWD-Schlagwörter: Primäre biliäre Zirrhose , Qualitative Inhaltsanalyse , Typenbildung , Interview
Freie Schlagwörter (Deutsch): psychische Belastung , PBC
Basisklassifikation: 44.97
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Löwe, Bernd (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.06.2013
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 25.07.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Die Primär biliäre Zirrhose (PBC) ist eine autoimmun vermittelte Lebererkrankung, die vor allem Frauen im mittleren Lebensalter betrifft. Die Erkrankung verläuft überwiegend langsam, zu Beschwerden kommt es in den ersten Jahren eher selten. Im klinischen Alltag werden jedoch vermehrt Ängste und Depressionen wahrgenommen. Auch der Begriff der „Zirrhose“ scheint die Betroffenen erheblich zu verunsichern. Differenziertere Studien, die das psychische Befinden an einer PBC Erkrankter abbilden, wurden bisher kaum, und Untersuchungen, die sich mit der Bedeutung des Diagnosebegriffes für die Betroffenen befassen, nicht durchgeführt.

13 über die gastroenterologische Sprechstunde der Universitätsklinik Hamburg Eppendorf rekrutierte Patientinnen wurden zwischen November 2007 und Dezember 2008 mit Hilfe eines halbstrukturierten Interviews über ihre Assoziationen mit der Erkrankung, Reaktionen des persönlichen Umfelds, individuelle Krankheitsmodelle, Bewältigungsstrategien, aktuelle Beschwerden und prognostische Erwartungen befragt. Diese Interviews wurden aufgezeichnet und pseudonymisiert transkribiert. Alle Äußerungen der Gesamtstichprobe wurden mit der qualitativen Forschungsmethode der zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Mayring systematisiert erfasst und fallübergreifend in ein Kategoriensystem eingeordnet.

Aus den Aussagen der Patientinnen wurden insgesamt 11 Hauptkategorien gebildet, von denen fünf die vorgenannten Interview-geleiteten Fragen beinhalteten. 9 von 13 Patientinnen assoziierten Alkohol und Leberzirrhose mit der PBC, ebenfalls 9 erfuhren diese Assoziationen in ihrem sozialen Umfeld. 7 Patientinnen waren von der Diagnosemitteilung geschockt bzw. geängstigt. 6 Patientinnen bezeichneten sich als sehr besorgt. 5 Patientinnen klagten über psychische Beschwerden. Eine große Mehrheit, nämlich 9 Patientinnen, führte externe Ursachen wie Ansteckung oder Vererbung als Ursache der PBC an, vier von diesen auch selbstattribuierte Faktoren wie einen ungesunden Lebensstil. Nur 3 Patientinnen kannten die medizinische Erklärung. Zur Frage der Prognose der PBC dominierten weder zu Beginn noch im Verlauf der Erkrankung positive oder negative Einschätzungen.
Eine Kategorie umfasste die „Bewertung einer möglichen Begriffsänderung“. 6 Patientinnen befürworteten, dass der Krankheitsbegriff der PBC geändert wird.
Fünf weitere Kategorien wurden aus den verbliebenen Aussagen gebildet und ergaben neue Aspekte wie z. B. die „Beurteilung zur Verfügung stehender Informationsquellen“. 9 von 13 Patientinnen nutzten das Internet, so dass dieses Medium bei der ärztlichen Aufklärung und Behandlung der Patienten verstärkt zu beachten ist.

Aus den beiden Kategorien „Lebenseinstellung“ und „Umgang mit der Erkrankung“ wurde einerseits die Dimension „Besorgnis“ konstruiert, deren Existenz aufgrund der Vorannahme von Angst und Depression zu erwarten war, andererseits die Dimension „Handlungsbereitschaft“, die sich erst durch den qualitativen Forschungszugang herauskristallisierte. Durch den Gruppierungsprozess der Typenbildung wurden aus diesen beiden Dimensionen die Verarbeitungstypen „zuversichtlich handeln“, „besorgt handeln“, „zuversichtlich hinnehmen“, „besorgt hinnehmen“ und „hadern“ gebildet.

Die Berücksichtigung dieser Verarbeitungstypen ermöglicht eine frühzeitige Identifizierung der Patienten, die einer intensiven Aufklärung und Zuwendung bedürfen. Insbesondere der Verarbeitungstyp „besorgt hinnehmen“ scheint gefährdet, psychische Erkrankungen zu entwickeln.

Zugriffsstatistik

keine Statistikdaten vorhanden
Legende