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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-63185
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2013/6318/


Venöse thrombembolische Komplikationen bei Patienten mit fortgeschrittenem Keimzelltumor unter Platin-basierter Chemotherapie – Inzidenz und Risikofaktoren

Luhmann, Anna Donata

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SWD-Schlagwörter: Keimzelltumor , Cisplatin , Thromboembolie
Freie Schlagwörter (Deutsch): Venöse thrombembolische Komplikation
Basisklassifikation: 44.81
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Bokemeyer, Carsten (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 29.07.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 14.08.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Tumorpatienten haben verglichen mit der übrigen Bevölkerung ohne Krebserkrankung ein erhöhtes Risiko, an einer venösen thrombembolischen Komplikation zu erkranken. Dies scheint auch für Patienten mit Keimzelltumoren des Hodens zu gelten. Desweiteren scheint sich das Risiko durch die Verabreichung einer Platin-haltigen Chemotherapie noch zu erhöhen.

Das Ziel dieser Studie war daher, die Inzidenz von venösen thrombembolischen Ereignissen sowie mögliche Risikofaktoren für das Auftreten dieser Komplikation im Zusammenhang mit einer Platin-basierten Chemotherapie bei Hodentumorpatienten zu untersuchen.
Es wurden in einer retrospektiven Studie die Daten von allen 193 Hodentumorpatienten, die im Zeitraum von Januar 2000 bis Dezember 2009 eine Platin-haltige Chemotherapie in der Klinik und Poliklinik für Onkologie, Hämatologie und Knochenmarktransplantation mit der Sektion Pneumologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und der Klinik für Urologie des Albertinen Krankenhauses Hamburg erhalten haben, untersucht. Die Platin-basierte Chemotherapie konnte dabei als Erstlinientherapie bei Primärerkrankung oder als Zweitlinientherapie im ersten Rezidiv appliziert worden sein.

Die Analyse der Daten zeigte, dass es bei 22 von 193 Patienten (11%, 95%CI 6.9-15.9%) zu mindestens einem venösen thrombembolischen Ereignis gekommen war.
Dieses Ereignis trat bei 16 Patienten (16/141; 11%) im Rahmen der Erstdiagnose eines Hodentumors auf, bei 6 Patienten (6/52; 12%) beim ersten Rezidiv der Erkrankung.
Von den betroffenen 22 Patienten wiesen 18 Patienten (82%) die thrombembolische Komplikation bereits vor Applikation der Platin-basierten Chemotherapie auf. Lediglich bei 4 Patienten (18%) trat die Thrombembolie erst während der chemotherapeutischen Behandlung auf; diese Patienten erhielten alle eine Erstlinientherapie.
Das Auftreten einer thrombembolischen Komplikation hatte keine Auswirkungen auf das Gesamtüberleben der Patienten.
Mittels univariater Analyse konnten eine rein seminomatöse Histologie des Tumors, retroperitoneale und supraklavikuläre Lymphknotenmetastasen, eine erhöhte Laktatdehydrogenase, die Verwendung eines zentralen Venenkatheters zur Applikation der Chemotherapie, ein vorbestehender arterieller Hypertonus, die supportive Verabreichung von G-CSF (Granulocyte-colony stimulating factor) und die Applikation von mehr als drei Zyklen Cisplatin-basierter Chemotherapie als Risikofaktoren für die Entwicklung einer venösen Thrombembolie identifiziert werden.
Die multivariate Analyse bestätigte die Verwendung eines zentralen Venenkatheters und das Vorhandensein von supraklavikulären Lymphknotenmetastasen als unabhängige Risikofaktoren.

Zusammenfassend traten im Kollektiv der von uns untersuchten Hodentumorpatienten bei 11% venöse thrombembolische Komplikationen auf. Bei der Mehrzahl der betroffenen Patienten (82%) manifestierte sich die Thrombembolie bereits vor Applikation einer Chemotherapie und ist somit auf die Erkrankung selbst zurückzuführen. Supraklavikuläre Lymphknotenmetastasen und die Verwendung eines zentralen Venenkatheters zur Applikation der Chemotherapie konnten als unabhängige Risikofaktoren identifiziert werden.

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