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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-63533
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2013/6353/


Kriterien-basierte Beurteilung der Anamnesequalität und Empathiefähigkeit von PJ-Studierenden in Hamburg

Ohm, Friedemann

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SWD-Schlagwörter: Anamnese , Einfühlung , Kommunikation , Kommunikative Kompetenz , Bewertung
Freie Schlagwörter (Deutsch): Schauspielpatienten , Simulationspatienten , Anamneseerhebung , Empathie
Basisklassifikation: 44.04
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Harendza, Sigrid (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.06.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 27.08.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Zu einer gelungenen Anamnese gehört einerseits die fachlich-medizinische Qualität, andererseits auch ein empathischer Kommunikationsstil. Ob die Studierenden der Medizin am UKE diese beiden Aspekte der Anamnese am Ende ihres Studiums ausreichend beherrschen und ob es hier einen Unterschied zwischen Frauen und Männern gibt, wurde in dieser Studie untersucht. Außerdem ging es um die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden oben genannten Qualitätsmerkmalen der Anamnese gibt.

Dreißig Medizinstudierende am Ende des Praktischen Jahres führten jeweils fünf Erstanamnesen mit Schauspielpatienten durch. Diese wurden auf Video aufgezeichnet und anhand einer für die fünf verschiedenen Krankheitsbilder erstellten Checkliste hinsichtlich der inhaltlichen Qualität bewertet. Die Empathie wurde durch den von den Patienten auszufüllenden Empathie-Fragebogen CARE (Skala von 8 – empathisch – bis 40 – kaum empathisch) erfasst. Die statistische Auswertung erfolgte mit dem Linearen Gemischten Modell.

Insgesamt haben die Studierenden 56,4% der Aspekte in der Anamnese erfragt, die durch die Checklisten erfasst wurden (95%-KI 53,5 – 59,3%). Hier wurden mit 61,1% (95%-KI 57,9 – 64,3%) signifikant (p<0,001) mehr Punkte in der „Charakterisierung der Symptome“ als in der „Weiteren Anamnese“ mit 52,0% (95%-KI 47,4 – 56,7%) erreicht. Während es im medizinisch-fachlichen Teil der Anamnese keinen Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Studierenden gab, wurden die Frauen auf der CARE-Skala (13,7; 95%-KI 11,9 – 15,7) über alle Szenarios gemeinsam als signifikant (p<0,001) empathischer bewertet als die Männer (16,6; 95%-KI 14,3 – 19,2). Betrachtet man die Szenarios einzeln, ist dieser signifikante Effekt (p<0,001) in Szenario 1 und 3 zu finden, welche die einzigen Szenarios sind, die allein mit Schauspielerinnen besetzt waren. Im Linearen Gemischten Modell war durch Regressionsanalyse kein Zusammenhang zwischen der medizinisch-fachlichen Anamnesequalität und der Empathie festzustellen.

Das mittelmäßige inhaltliche Abschneiden der Hamburger Studierenden zeigt, dass der Unterricht verbessert werden muss. Die Dozierenden sollten bei der Anamnese der Studierenden beobachtend anwesend sein, um ihnen effektiv Rückmeldung geben zu können. Des Weiteren ist die Fortführung der bisher angebotenen Kurse in der Arzt-Patient-Kommunikation sowie deren Kombination mit inhaltlichen Kursen zur Anamnese erstrebenswert.

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