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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-63704
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2013/6370/


Der Kommentar des Michael von Ephesos zur ps.-aristotelischen Schrift De coloribus / Περὶ χρωμάτων. Editio princeps

Papari, Vasiliki

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Aristoteles , Michael von Ephesos , Antike Philosophie , Byzanz , Farbe
Basisklassifikation: 08.21
Institut: Philosophie und Geschichtswissenschaft
DDC-Sachgruppe: Griechisch
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Harlfinger, Dieter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.05.2012
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 09.09.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Der Kommentar des Michael von Ephesos zu der Schrift De coloribus ist in der langen Tradition von Aristoteles-Kommentatoren zu verorten, welche die europäische und arabische Philosophie beeinflusst hat. Mit der vorliegenden Arbeit wird die editio princeps des Kommentars des Michael von Ephesos zu der ps.-aristotelischen Schrift De coloribus vorgelegt; das Werk wird zum ersten Mal ediert und erläutert, und es wird versucht, die Person des Kommentators mit Blick auf die gesamte Tradition der Aristoteles-Kommentatoren einzuordnen und die Autorschaft des Werkes gemäß sämtlicher Indizien zu beweisen, da der Text in vier Handschriften anonym überliefert ist. Das Werk De coloribus (Über die Farben), das zu den kleinen naturwissenschaftlichen Schriften im Corpus Aristotelicum gehört, wurde von der Wissenschaft früh zu den unechten Werken gezählt. Nach seinem Stil sowie den dort vorkommenden Farbtheorien zu urteilen, ist es ganz offensichtlich kein Werk aus der Feder des Aristoteles, sondern ist zu einem seiner Schüler aus dem Peripatos zuzuschreiben. Das Werk bleibt von den Neoplatoniker unkommentiert, erst im 11. Jh. erwacht das Interesse für die Naturphilosophie und das Thema Farbe erneut, nämlich durch den Universalgelehrten Michael Psellos und später seinen Schüler Johannes Italos. Die ersten Kommentare zu De coloribus stammen allerdings ein Jahrhundert später von Michael von Ephesos folgt von Georgios Pachymeres. Michael von Ephesos, der im 12. Jh. lebte, hat eine Reihe von aristotelischen Werken aus allen Bereichen der Wissenschaft und der aristotelischen Philosophie kommentiert – von der Logik, Ethik und Politik bis hin zur Physik und Zoologie- einige im Auftrag der byzantinischen Prinzessin Anna Komnena. Die philologischen und philosophischen Bemerkungen des Kommentars zu De col. sowie der Stil und die Methode von Michael von Ephesos mit Blick auf die gesamte umfangreiche Tradition der Aristoteles-Kommentatoren bieten interessante Erkenntnisse über die Zeit und die Sprache des Autors sowie über die Arbeit der Gelehrten und die philosophische Tätigkeit in der byzantinischen Zeit. So lassen sich interessante Erkenntnisse über die byzantinische Philosophie und ihre zeitgenössischen Praktiken gewinnen sowie über die Rezeption der Farbtheorien und der Theorien des Sehens von den Vorsokratiker bis hin zu Aristoteles und zu Alexander von Aphrodisias.
Bezüglich der Überlieferung des Textes wird dargestellt, dass die älteste Handschrift in Konstantinopel gegen Ende des 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts entstanden ist. Die drei übrigen Handschriften wurden im 16. Jahrhundert, in der Zeit der Spätrenaissance, von italienischen und griechischen Humanisten in Italien kopiert. Dadurch zeigt sich, eine wie große Rolle der Aristotelismus und die antiken Studien für das Anbrechen der Renaissance in Europa spielten. In diesem Rahmen leistet auch der Kommentar des Michael von Ephesos zu der kleinen naturwissenschaftlichen Schrift De col. seinen Beitrag und spiegelt das kulturelle Klima und die Interessen dieser Ära wider.

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