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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-64376
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2013/6437/


Etablierung eines transkardialen Zugangs zur endovaskulären Versorgung der thorakalen Aortenpathologien.

Peymann, Klaas

pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: Aorta
Freie Schlagwörter (Deutsch): Aortenbogen , Aorta ascendens , Transseptal , Transkardial , Endovaskulär , Interventionell , TEVAR
Basisklassifikation: 44.85
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Kölbel, Tilo (PD Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.09.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 14.11.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Einleitung:
Aortenaneurysmen und Aortendissektionen sind kardiovaskuläre Erkrankungen mit zunehmender Prävalenz, einer hohen Morbidität und Mortalität. Neben der konservativen und operativen Therapie gewinnen interventionelle Verfahren an Bedeutung. Im Bereich der thorakalen Aorta ist bei katheterinterventionellen Verfahren mit verschiedenen spezifischen Problemen zu rechnen. Interventio- nen im Bereich der Aorta descendens kommen routinemäßig zur Anwendung. Im Ascendens und Bogenbereich kommen interventionelle Therapien nicht standardmäßig zum Einsatz, da in diesem Bereich die Anatomie komplex und der Zugang schwierig ist. Besonders dem Zugangsweg kommt in diesem Be- reich eine besondere Bedeutung zu. Im Vergleich zum gebräuchlichen retro- graden arteriellen Zugang haben antegrade Zugänge über einen transapikalen Zugang oder einen transvenösen transseptalen Zugang verschiedene Vorteile. Der transvenöse transseptale Zugang ermöglicht die Etablierung eines Durch- zugsdrahtes, vereinfachte Endograftpositionierung, vereinfachte Katheterisie- rung der supraaortalen Gefäßabgänge, Umgehung von arteriellen Stenosen oder Torquierungen, Verzicht auf eine großlumige arterielle Punktion. Außer- dem bietet er große venöse Zuganggefäße für die Einbringung der Prothesen- systeme. Ziel dieser Untersuchung war es, erstmals die Möglichkeit zur Etablie- rung eines transvenösen transseptalen Zugangs zur Aorta zu demonstrieren und die Auswirkungen auf Hämodynamik und Endorganperfusion zu untersu- chen.
Material und Methoden:
Die Versuche erfolgten am Schweinemodell. Gefäßschleusen in den Größen von 6F bis 16F wurden über einen transvenösen transseptalen Zugang in die Aorta eingebracht und die Auswirkungen auf Hämodynamik und Endorganper- fusion untersucht. Hämodynamische Parameter wurden mittels eines PiCCO- Plus-Systems und mithilfe handelsüblicher Druckabnehmer quantifiziert. Die
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Quantifizierung der Endorganperfusion von Hirn-, Lungen- und Herzgewebe erfolgte mit dem Fluoreszenz- Mikrosphären-Verfahren.
Ergebnisse:
Technisch gelang bei allen Versuchstieren die transseptale Punktion und Instal- lation eines Durchzugsdrahtes. Die Schleusensysteme konnten bei allen Ver- suchstieren erfolgreich appliziert werden. Bei allen Versuchstieren kam es da- bei zu passageren Herzrhythmusstörungen. Es zeigte sich eine deutliche tem- poräre Beeinträchtigung der Klappenfunktion von Mitral- und Aortenklappe mit Anstieg der intrakardialen Füllungsdrücke und Abfall des mittleren arteriellen Drucks. Eine Beeinträchtigung der kardialen Pumpfunktion konnte nicht festge- stellt werden. Die Endorganperfusion wurde durch den Versuch nicht beein- trächtigt. Es zeigte sich keine Abhängigkeit vom Durchmesser des Schleusen- systems.
Diskussion:
In der Fachliteratur gibt es bisher keine systematischen tierexperimentellen Studien zur Stentgraftversorgung der Aorta über einen transvenösen transsep- talen Zugang. Es existieren verschiedene Veröffentlichungen zur Installation eines transseptalen Durchzugsdrahtes, zur transapikalen Stentgraftplatzierung, zum transseptalen Aortenklappenersatz sowie zur Aortographie, Koronarangi- ographie und zum Karotisstenting über einen transseptalen Zugang.
Diese Untersuchung konnte erstmals zeigen, dass das Einbringen von Schleu- sensystemen über einen transseptalen Zugang in die Aorta im Großtierexperi- ment möglich ist. Verwendet wurden Schleusensysteme mit einem Innen- durchmesser von bis zu 16F, wie sie bei der Stentgraftversorgung der Aorta üblich sind. Dabei kam es zu einer reversiblen Beeinträchtigung der Aorten- und Mitralklappenfunktion. Eine Beeinträchtigung der kardialen Pumpfunktion und der Endorganperfusion konnte nicht beobachtet werden. Weitere Studien sind vor einem Einsatz dieses Verfahrens am Menschen notwendig.

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