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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-65432
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2014/6543/


Gesundheitsbildung im Sport an der Berufsschule : Untersuchung, Entwicklung und praxisbezogene Überprüfung eines Curriculumbausteins im Fach Sport am Beispiel von Medizinischen und Zahnmedizinischen Fachangestellten in der Ausbildung

Gewe, Susanne

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SWD-Schlagwörter: Berufsschulsport , Sportcurriculum , Gesundheitserziehung , Sportunterricht , Sportpädagogik, Unterrichtsplanung, Sportlehrplan Berufsschule
Freie Schlagwörter (Deutsch): Medizinische Fachangestellte , Frauen und Sport , Unterrichtsplanung Sport , Schulsport , Berufsschule
Freie Schlagwörter (Englisch): physical education, curricula development , PE at technical college , improving health , intervention program
Basisklassifikation: 80.50 , 81.78 , 76.04 , 80.46
Institut: Sportwissenschaft
DDC-Sachgruppe: Sport
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Braumann, Klaus-Michael (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.12.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 07.01.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorgelegte empirische Untersuchung bewegt sich zwischen den Bereichen Sportmedizin und Sportpädagogik. Es ist ein frei gewähltes Thema, das sich aus langjährigen Unterrichtserfahrungen mit Berufsschülerinnen sowie der Auseinander-setzung mit Curricula und sportwissenschaftlichen Positionen aufgedrängte. Es stellt eine Verbindung zwischen Wissenschaft und Berufspraxis her und ist daher sowohl für die Curriculumsentwicklung als auch für Hochschulausbildung und Fortbildung von Sportlehrer/innen relevant.
Grundlegend wird, vor dem Hintergrund vielfältiger Diskussionen um den Berufsschulsport, der Frage nachgegangen, wie und mit welchem pädagogischen Ansatz die Qualität von Berufsschulsport innerhalb der realen Rahmenbedingungen verbessert werden und wie Sportunterricht gezielter zur Gesundheitsförderung und Bewegungsmotivation von weiblichen jugendlichen Auszubildenden beitragen kann.
Um dieser Grundfrage nachgehen zu können, wird zunächst die Problematik des Berufsschulsports unter verschiedenen Gesichtspunkten erörtert mit der Fest-stellung, dass der Sportunterricht für jugendliche Auszubildende deutlich andere Bedingungen erfüllen muss, als der Unterricht an allgemeinbildenden Schulen.
Nach Abklärung sämtlicher Rahmenbedingungen und Erörterung verschiedener Ansatzmöglichkeiten für einen gesundheitsorientierten Sportunterricht mit Berufs-schülerinnen, wird sich hier für einen berufsgruppenspezifischen und problem-orientierten Ansatz unter besonderer Berücksichtigung der Bewegungsinteressen weiblicher Jugendlicher entschieden. Daraus ergeben sich folgende zwei Schwerpunkte, die miteinander verknüpft werden:
a. Untersuchung der realen berufsspezifischen Belastungspotentiale , der gesundheitlichen Beschwerden der Auszubildenden, deren Bewegungs-verhalten, ihrer derzeitigen Leistungsfähigkeit, ihres Sportverständnisses sowie ihrer geschlechtsspezifischen Interessen und Entwicklungsaufgaben (sportmedizinischer Bereich).
b. Entwicklung eines Interventionsprogramms (Lehrplans) mit Begründung des gewählten Ansatzes unter Berücksichtigung der Untersuchungsergebnisse aus a. und Testung unter alltäglichen schulischen Bedingungen (sportpädagogischer Bereich).
Die Untersuchung wurde mit 94 Berufsschülerinnen aus 2 MFA- und 2 ZFA-Klassen sowie einer Vergleichsgruppe (MFA) im Berufskolleg Kleve (NRW) durchgeführt und fand im Rahmen der vorgegebenen Unterrichtszeiten im 2. Ausbildungsjahr statt. Die genutzten Untersuchungsmethoden wie Fragebögen und Tests wurden den Intentionen und Unterrichtsinhalten entsprechend für die Probandengruppen entwickelt. Insbesondere bei den motorischen Tests lag das Hauptkriterium in der Umsetzbarkeit unter alltäglichen Unterrichts-bedingungen bei größtmöglichem Ausschluss von Durchführungsfehlern.
Diese Arbeit dokumentiert erstmalig differenziert die berufsspezifischen Belastungs-potentiale und Befindlichkeiten von Medizinischen und Zahnmedizinischen Fachangestellten in der Ausbildung. Die erhobenen Befunde weisen darauf hin, dass im Laufe der Berufstätigkeit mit verstärkten gesundheitlichen Beschwerden zu rechnen ist. Um die Auszubildenden für diese Problematik zu sensibilisieren, ihnen ihre eigene Körperlichkeit bewusst zu machen und ihnen die Möglichkeiten der Einflussnahme in diesen Prozess aufzuzeigen, wurde hiermit erstmalig für diese Berufsgruppe ein konkretes, themenformuliertes Unterrichtskonzept entwickelt, das sich völlig loslöst vom Sportartenmodell und mit dem problemorientierten Ansatz direkt von der Adressatengruppe selbst ausgeht. Über den berufsspezifischen problemorientierten Ansatz unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse und der Interessenlage von weiblichen Jugendlichen, ist es gelungen, das Gesundheitsbewusstsein, die Einstellung zu Gesundheitsthemen und die Bewegungsmotivation deutlich zu verbessern.
Das Interventionsprogramm wurde erfolgreich durchgeführt und konnte im Verhältnis zur Vergleichsgruppe eine deutlich Verbesserung der Unterrichtsqualität, eine inten-sivere Auseinandersetzung der Schülerinnen mit Gesundheitsthemen sowie einen höheren Lerneffekt erzielen. Randergebnisse liefern Aufschlüsse hinsichtlich des Motivationsverhaltens, der Bewusstseins- und Einstellungsveränderungen der Aus-zubildenden. Ebenso konnten motorische Leistungsverbesserungen beobachtet werden.
Für Berufskollegen und Sportpädagogen in der Ausbildung liefert diese Arbeit über die konkrete Untersuchungsfrage und den Methoden zur Themenfindung hinaus Anreize zur Frage nach der Sinnorientierung von Berufsschulsport überhaupt sowie praxisnahe Aufschlüsse über die Bedeutung von Lehrerverhalten und Motivation weiblicher Jugendlicher zu mehr Bewegung.
Kurzfassung auf Englisch: This empirical investigation moves between the areas of sports medicine and the teaching of physical education (PE). It is a freely chosen topic that presented itself during many years of experience teaching physical education at technical college and professional discussions with sporting colleagues. It provides a connection between the science and practicality of PE and is thus relevant both to curricula development and the qualification and further training of PE teachers.
The basis of this investigation is set against the background of diverse discussions concerning PE at technical college. It lies in how and using which educational base the quality of PE lessons at technical college can be improved within actual basic conditions and how these lessons can play more of a part in improving the health and willingness to exercise for young female trainees.
In order to explore this fundamental question the problematic nature of PE at technical college will be regarded in detail from various standpoints with the conclu-sion that PE lessons for young trainees have to fulfill decidedly different criteria than their equivalent in other schools.
Once the basic conditions have been clarified and the various possible approaches for health-orientated physical education have been regarded in detail, a specific professional and problem-orientated basis will be decided upon whilst taking specifically young females´ interest in exercise into account. This will result in the following two main areas of focus which will be combined:
a. Sports medicine
Examinations of the actual stress potential specific to the chosen profession, the health complaints of the trainees, their mobility patterns, their current ability, their understanding of physical education as well as their interests and developmental goals specific to gender.
b. Educational field
Development of an intervention program (syllabus) with an explanation for the chosen approach taking into regard the results obtained by the examination described in a. which is tested under normal school conditions.

The investigation was carried out using a total of 94 female technical college students from 2 classes of doctor´s receptionists and 2 classes of dental nurses as well as a control group (doctor´s receptionists) during usual lessons in their second year of training. The methods used, e.g. questionnaires, theoretical and practical tests, were designed according to the intentions and tea-ching content for the test groups. The main criterion particularly for the coordination tests was their practicality in everyday lesson situations whilst excluding the greatest amount of implementation errors possible.
This paper first documents the stress potential and the sensitivities specific to trainee doctor´s receptionists and dental nurses from all angles. The resultant findings suggest that during these careers increased health problems are to be expected.

In order to sensitise the trainees for this problem, to make them aware of their own physique and to show them the possibilities of exerting influence on this process, initially a concrete and theme-orientated teaching concept for PE lessons in technical college courses for doctor´s receptionists and dental nurses was developed.

It was possible to broaden the comprehensions of physical education and increase health-consciousness by basing the approach on problems specific to the chosen professions and alternative choices for exercise based on the target groups interests.

The intervention program was successfully executed an in comparison to the control group showed a considerable improvement in the quality of PE lessons, an intensive analysis of health issues by the trainees a well as an improved learning effect. Peripheral results provide information regarding changes in motivation, awareness and attitude as well as signs of improvement in powers of coordination.
This paper delivers above and beyond the concrete question of this investigation an incentive for professional colleagues and trainee PE teachers to question the basic focus of PE lessons in technical colleges as well as practically-orientated information about the importance of learning behavior and motivation of young females to take more exercise.


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