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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-65449
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2014/6544/


Biomechanische Untersuchung peri- und interprothetischer Frakturen des Femurs

Melzner, Daniel

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Basisklassifikation: 44.65 , 44.80
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Lehmann, Wolfgang (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.04.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 07.01.2014
Kurzfassung auf Deutsch: In einer Zeit, in der die Lebenserwartung der Menschen in westlichen Industrienationen immer weiter steigt und in dessen Folge der endoprothetische Gelenkersatz stetig zunimmt, sehen sich Unfallchirurgen immer häufiger mit knöchernen Verletzungen konfrontiert, welche die Berücksichtigung von implantierten Endoprothesen bei der Versorgung erfordern. Für das klinische Management dieser periprothetischen Frakturen stehen, abhängig vom Schweregrad, eine Vielzahl von Versorgungsoptionen zur Verfügung. Diese reichen von der konservativen Therapie bis hin zu einer operativen Intervention. Operativ besonders bewährt haben sich dabei unzementierte und zementierte intramedulläre Kraftträger, wie Marknägel und gestielte Revisionsendoprothesen oder aber extramedulläre Kraftträger im Sinne von minimalinvasiven winkelstabilen Osteosyntheseplatten.
Ziel der Untersuchung war die Beantwortung der Frage, ob zwei ipsilateral zementierte Endoprothesenschäfte des Femurs das Risiko für das Auftreten einer interprothetischen Fraktur erhöhen. In dieser experimentellen Studie konnte in einem biomechanischen Vier-Punkt-Biegeversuch jedoch nachgewiesen werden, dass Femora mit zwei zementierten intramedullären Implantaten die höchste Festigkeit der untersuchten Präparate aufweisen und ein im Vergleich signifikant vermindertes Risiko für das Auftreten der komplikationsbehafteten o.g. Fraktur besteht. Die Implantation von gestielten Endoprothesen im Rahmen von Revisionsoperationen oder der Versorgung supracondylärer Femurfrakturen ist daher aus biomechanischer Sicht bedenkenlos möglich, ohne dabei die Stabilität des Femurs zu gefährden.
Des Weiteren wurde untersucht, welche Versorgungsoptionen sich biomechanisch im Rahmen einer supracondylären periprothetischen Fraktur als stabiler erweisen. Dahingehend konnte gezeigt werden, dass ein extramedullärer Kraftträger signifikant höhere Werte bezüglich der Stabilität aufweist, als dies bei unzementierten intramedullären Implantaten der Fall ist. Für die Versorgung supracondylärer Frakturen lässt sich klinisch schlussfolgern, dass unzementierte intramedulläre Kraftträger bei osteoporotischem Knochen nur mit Zurückhaltung eingesetzt werden sollten.
Die statistische Analyse hinsichtlich der Länge des verwendeten extramedullären Kraftträgers erbrachte keinen signifikanten Unterschied. Sowohl lange, als auch kurze winkelstabile extramedulläre Kraftträger erreichten annähernd gleiche Ergebnisse im Biegeversuch. In Bezug auf die operative Verwendung kann daher, je nach individueller Fraktursituation, eine lange oder kurze Osteosyntheseplatte ohne Risiko eines Stabilitätsverlustes genutzt werden.

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