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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-65674
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2014/6567/


Höflichkeitsäquivalenz in deutschen Übersetzungen japanischer Texte

Yamamori, Fusako Sophie

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SWD-Schlagwörter: Höflichkeit
Basisklassifikation: 17.14
Institut: Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Sprache, Linguistik
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: House-Edmondson, Juliane (Prof. Dr. Dr. h.c.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 30.11.2010
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 23.01.2014
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Studie bespreche ich das Thema der Etikette, der sprachlichen Höflichkeit, der sprachlichen Unhöflichkeit, des face, der japanischen Höflichkeitssprache, der deutschen Höflichkeitssprache, der Übersetzungsäquivalenz und der Textsorte zunächst theoretisch und analysiere danach mein japanisch-deutsches Textkorpus mit Texten aus den sieben unterschiedlichen Textsorten wissenschaftlicher Text, historischer Text, journalistischer Text, autobiografischer Text, Rede, Brief und Kinderbuch mithilfe der zwei Modelle von House: Äquivalenzmodell und Höflichkeitsmodell auf das Vorhandensein von Höflichkeitsäquivalenten hin. Die Ergebnisse meiner Untersuchungen zeigen, dass eine vollständige Äquivalenz der Höflichkeitseinheiten zwischen meinen japanischen Texten und ihren deutschen Übersetzungen nicht möglich ist. Es lässt sich jedoch feststellen, dass eine teilweise Äquivalenz möglich ist.

Die Analysen in meinem Teil A haben ergeben, dass sämtliche Texte verdeckt aus dem Japanischen ins Deutsche übersetzt wurden. Die Verteilung der interpersonal functional component und der ideational functional component waren in meinen Ausgangstexten und ihren Zieltexten jeweils unterschiedlich. Das genre des Texts blieb bei den jeweiligen Ausgangstexten und ihren Zieltexten jeweils unversehrt. Ich konnte feststellen, dass eine Äquivalenz in den Dimensionen field, tenor und mode des Äquivalenzmodells von House bezüglich der lexikalischen, syntaktischen und textuellen Mittel in der Ausgangssprache und der Zielsprache teilweise erzielt wird. Ich habe sprachliche höflichkeitsmarkierende Einheiten herausgestellt, die jeweils äquivalent in meinen Ausgangstexten und ihren Zieltexten zu finden waren.

Im Teil B meiner Analysen habe ich die Häufigkeit des Vorkommens der Höflichkeitsformen -desu, -masu, watakushi, lexikalische Variante, Frauensprache, o+Nomen und go+Nomen in meinen japanischen Ausgangstexten der Häufigkeit des Vorkommens der Höflichkeitsformen Sie, Euphemismus, Konjunktiv und abschwächende Abtönungspartikel in meinen deutschen Zieltexten gegenübergestellt.

Ich habe Höflichkeitsäquivalente zwischen dem Japanischen und Deutschen, die ich in meinen Texten aufspüren konnte, zusammenfassend angeführt. Hier habe ich eine Typologie sprachlicher Höflichkeitsäquivalente erstellt, die die Möglichkeiten 1. Auslassen/Nicht-Übersetzen, 2. Wörtliche Übersetzung, 3. 1:1 Übersetzung und 4. (Semantisch) äquivalente Übersetzung umfasste.

Sodann habe ich versucht, das Höflichkeitsmodell von House an mein Textkorpus zu adaptieren.

In Bezug auf die bio-soziale Ebene des Houseschen Modells habe ich den Gebrauch des da bzw. -desu/-masu in meinen Ausgangstexten überprüft. Diesen habe ich dem Gebrauch der Du- bzw. Sie-Form in meinen deutschen Zieltexten gegenübergestellt. Es ergaben sich teilweise bio-soziale Gemeinsamkeiten in Bezug auf die Höflichkeit.

Bezüglich der philosophischen Ebene des Houseschen Modells habe ich untersucht, welche sprachlichen Formen gegeben waren, die die drei Höflichkeitsmaximen von Robin T. Lakoff reflektierten. Es hat sich ergeben, dass Lakoffs Maximen in fast allen meinen Texten sowohl im Japanischen als auch im Deutschen zu finden waren. Ihre sprachliche Realisierung unterschied sich jedoch zwischen dem Japanischen und dem Deutschen.

Als sprachliche Reflektion der kulturellen Ebene des Houseschen Höflichkeitsmodells habe ich die Ellipsen des Ich-Gebrauchs in meinen japanischen Ausgangstexten ermittelt. Es kamen relativ wenige Ellipsen des Subjekts vor. Im Deutschen musste das Subjekt hingegen stets genannt werden.

In Bezug auf die sprachliche Ebene des Höflichkeitsmodells habe ich den Gebrauch der Pronomina der 2. Person singular im Japanischen dem Gebrauch der Du- bzw. Sie-Form im Deutschen gegenübergestellt. Der Gebrauch der Pronomina der 2. Person singular im Japanischen war in zwei Textsorten zu finden. Bei den deutschen Zieltexten waren die Du- bzw. Sie-Form in vier Textsorten zu finden.
Kurzfassung auf Englisch: In the present study I have tackled the topics etiquette, linguistic politeness, linguistic impoliteness, face, Japanese polite language, German polite language, translation equivalence and genre theoretically and then analysed my Japanese-German text corpus with texts from the seven different text types scientific text, historical text, journalistic text, autobiography, speech, letter and children's book using two of House's models "equivalence model" and "politeness model" in order to find politeness equivalents. The results of the present investigation show that a complete equivalence of politeness units between my Japanese texts and their German translations is not possible. However, it can be determined that a partial equivalence is given.

1. The analysis in part A has yielded that all politeness units were translated covertly from Japanese into German. The distribution of the interpersonal functional component and the ideational functional component in my texts varied. The genre of the texts remained the same in the original texts and the translations. It can be suggested that an equivalence in the dimensions field, tenor and mode regarding the lexical, syntactical and textual means in the source texts and the target texts was partially given. I have specified linguistic politeness marking units which were equivalent in my respective source texts and their target texts.
2. In part B of my analysis I have compared the politeness forms -desu, -masu, watakushi, lexical variant, women's language, o+noun and go+noun and their respective frequency of occurence in my Japanese texts with the frequencies of Sie, euphemism, subjunctive and weakening gradation particle in my German target texts. I have established a typology of Japanese-German linguistic politeness equivalents which included the alternatives 1. omission/no translation, 2. literal translation, 3. 1:1-translation and 4. (semantically) equivalent translation.
3. Thereupon I have adapted the politeness model by House to my text corpus.
- With respect to the bio-social level of House's model I have checked the use of da and -desu/-masu in my source texts. I have compared this to the use of the Du- and the Sie-form in my German target texts.
- Regarding the philosophical level of House's model I have investigated which linguistic forms were given that reflected the three politeness maxims by Robin T. Lakoff. It was yielded that Lakoff's maxims were present in almost all Japanese and German texts. However, their linguistic realizations were different in my Japanese and German texts.
- As a linguistic reflection of the cultural level of the politeness model by House I have analysed the ellipses of the I-use in my Japanese source texts. Relatively little ellipses of the subjects were found. In German the subject always had to be mentioned.
- With respect to the linguistic level of the politeness model I have compared the use of the pronouns of the second person singular in my Japanese texts with the use of Du or Sie in my German texts. The use of the pronoun of the second person singular in Japanese could only be found in two types of texts. In the German target texts the Du- and the Sie-forms were found in four text types.

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