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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-66479
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2014/6647/


Multifaktorielle Analyse der von 1989 bis 2008 im Institut für Rechtsmedizin der Universität Hamburg mittels Sektion untersuchten Schusstodesfälle

Rieberg, Mirjam

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SWD-Schlagwörter: Rechtsmedizin
Freie Schlagwörter (Deutsch): Schuss , Schusswaffe , Rechtsmedizin
Freie Schlagwörter (Englisch): gun death , legal medicine
Basisklassifikation: 44.72
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Püschel, Klaus (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.02.2014
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 14.03.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Arbeit stellt eine strukturierte Analyse aller tödlichen Schussverletzungen im Sektionsgut des Instituts für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf in den Jahren 1989 bis 2008 dar. Anhand der Auswertung verschiedenster Merkmale werden Tendenzen und Entwicklungen abgelesen und im Kontext vorausgegangener Studien und Literaturarbeiten diskutiert.

Im Untersuchungszeitraum wurden im Institut für Rechtmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf insgesamt 22492 Verstorbene seziert. Die jährliche Anzahl unterliegt Schwankungen, die sich im Untersuchungszeitraum zwischen 885 im Jahr 1994 und 1350 im Jahr 2001 bewegten. Der Anteil an Schusssektionen liegt im Mittel bei etwa 2%.
Die Anzahl an Tötungsdelikten durch Schusswaffen ist insgesamt rückläufig.
Die augenscheinlichste Beobachtung ist, dass deutlich mehr deutlich mehr männliche als weibliche Schussopfer gezählt werden.
Man findet für Tötungsdelikte ein Zahlenverhältnis von männlichen zu weiblichen Opfern von 2,5:1, für Suizide von knapp 16:1 und bei Unfällen finden sich ausschließlich männliche Opfer.
Auf Seiten der Täter sind ebenfalls erheblich mehr Männer vertreten. Das Verhältnis beträgt hier 22:1 für den Anteil der Täter, deren Geschlecht bekannt ist.
Bei älteren Opfern handelt es sich generell häufiger um Suizidenten, jüngere Personen werden hingegen häufiger von einer anderen Person tödlich verletzt. Jugendliche Täter stellen eine Ausnahme dar.
Bei der Herkunft der zu Tode gekommenen Personen, wie auch bei den Tätern, fällt ein hoher Anteil ausländischer Personen auf. Er lag bei 26,9% bei den Opfern und 24,9% bei den Tätern. Der Ausländeranteil betrug in Hamburg im Untersuchungszeitraum etwa 15%.

Fazit:
Der in der Literatur bereits vielfach beschriebene Umstand, dass deutlich mehr Männer als Frauen Opfer von Gewalt durch Schusswaffen werden, beziehungsweise auch selbst deutlich häufiger andere Personen durch eine Schusswaffe tödlich verletzen, bestätigt sich auch in der vorliegenden Arbeit.
Für die in Deutschland immer wieder medial diskutierte Annahme die Häufigkeit der Taten nehme insgesamt zu und diese würden von zunehmend jüngeren Tätern verübt, fand sich im untersuchten Datensatz jedoch kein Korrelat.
Kurzfassung auf Englisch: This paper presents a structured analysis of all fatal gunshot wounds in the autopsy material of the Institute of Legal Medicine of the University Hospital Hamburg -Eppendorf in the years 1989-2008. Based on the analysis of different features trends and developments are read and discussed in the context of previous studies and literature work .

During the study period a total of 22492 deceased were dissected at the Institute of Legal Medicine of the University Hospital Hamburg- Eppendorf.
The annual number is subject to fluctuations that altered during the period between 885 in 1994 and 1350 in 2001.
The proportion of gun death sections is on average about 2%.
Generally speaking the number of homicides by firearms is falling .
The most obvious observation is that significantly more male than female shot victims are counted.
One finds for homicides a ratio of male to female victims of 2.5:1 for suicides of nearly 16:1 and for accidents exclusively male victims.
The ratio of male to female perpetrators is 22:1 for the proportion of offenders whose gender is known.
Generally speaking in older victims more cases of suicide are found whilst younger people are more often fatally injured by another person. Juvenile offenders are exceptions.
26.9 % of the victims and 24.9% of the perpetrators were foreigners. The proportion of foreigners living in Hamburg during the investigation period was about 15%.

Conclusion:
The fact already widely described in the literature that more men than women are victims of violence by firearms, or significantly more often fatally injure others through a firearm is also confirmed in the present work.
For the in the German media repeatedly discussed assumption, the frequency of gun deaths increases overall and the acts would be committed by increasingly younger offenders, no correlate was found in the examined data set.

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