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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-66661
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2014/6666/


Evangelisches Pfarrhaus 1950 bis 2000 : Qualitative empirische Untersuchungen im nördlichen Niedersachsen

Buggenthin, Inge

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SWD-Schlagwörter: Pfarrhaus
Freie Schlagwörter (Deutsch): Evangelisches Pfarrhaus
Basisklassifikation: 73.59 , 73.83 , 73.93
Institut: Kulturgeschichte und Kulturkunde
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Lehmann, Albrecht (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 02.05.2007
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 14.03.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Anhand von 25 narrativen Selbstzeugnissen evangelischer Pfarrer aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigt diese qualitativ-empirische Studie im Rückblick auf eine gerade vergangene Zeitspanne die Lebensgestaltung einer spätbürgerlichen Mittelstandsgruppe mit all ihren Perspektiven, Chancen, Höhen und Tiefen. In der Selbsteinschätzung ihres Lebenswerkes berichten evangelische Pfarrer vom Umgang mit ihrem Amt, ihrer Familie und ihrer Kirchengemeinde. Im Zentrum steht die Diskrepanz zwischen sozialem Engagement und sozialer Kontrolle. Alle Mitglieder der Pfarrerfamilie sind in diese Spannungen einbezogen und können sich der Fremdbestimmung nur erwehren, wenn sie für sich selbst eine akzeptable Rolle innerhalb des Pfarrberufes des Ehemannes oder Vaters finden. Diese Einbindung der gesamten Familie in den Beruf des Amtsinhabers wird an vielen Beispielen deutlich gemacht z. B. am Pfarrgarten, an der Residenzpflicht im Pfarrhaus, bei den Problemen der Pfarrerkinder in der Schule oder beim Konfirmandenunterricht für die eigenen Kinder. Neben den grenzwertigen Situationen schildern die Pastoren aber auch die Freiheiten und Chancen des Pastorenlebens. Durch die vielfältigen Bildungschancen des Pfarrhauses werden die Pfarrerkinder mit überdurchschnittlichen Kompetenzen und starkem
Selbstvertrauen ausgestattet.
In Bezug auf die Kirchengemeinde sehen Pastoren ihre vielfältigen Einflussmöglichkeiten in ihrer Gemeinde, sowie die Aufgabe, Probleme wahrzunehmen, zu artikulieren und in der Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen. Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts wird jedoch die Phase der Veränderungen immer deutlicher. Der Wandel im Berufsleben der Gesellschaft einhergehend mit der Frauenemanzipation hat für einige Gruppen neue Berufsfelder erschlossen. Besonders im Pfarramt hat dieser Prozess des Aushandelns von Spielräumen zwischen Gemeinde und Amtsinhaber länger gedauert als in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Der Wechsel des Amtsinhabers von männlich auf weiblich hat nun als letztes das kirchliche Umfeld erreicht; Pfarrerinnen haben sich ein Berufsfeld „erobert“ – also ihre Stellung mit der Gesellschaft so
ausgehandelt, dass eine Akzeptanz erkennbar wird.
Zu Beginn der Untersuchung (2004/05) haben diese Veränderungen im Pfarramt nicht so deutlich im Fokus gelegen wie jetzt fast ein Jahrzehnt später (2013). Diese Forschungsergebnisse erlauben jedoch den Einblick in ein bisher nicht thematisiertes Problem der Lebensgestaltung von Berufsgruppen, die auf Grund ihrer akademischen Bildung und ihres Arbeitsalltages im Privatleben besonders öffentlichkeitsscheu sind und
anonym bleiben wollen.

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