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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-66947
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2014/6694/


Entwicklung von Messinstrumenten zur Evaluation problemlösender und transformativer Mediationspraxis

Mess, Anne Christina

pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: Paar , Jurist , Ausbildung , Kind , Test , Selbsteinschätzung , Skala , Evaluation , Eskalation , Lösung , Faktorenanalyse , Statistik , Berater
Freie Schlagwörter (Deutsch): Online-Fragebogen , Wirksamkeit , Scheidung , Empowerment , Recognition
Basisklassifikation: 77.93 , 77.84 , 77.63 , 77.04
Institut: Psychologie
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Redlich, Alexander (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 20.01.2014
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 04.04.2014
Kurzfassung auf Deutsch: In der Dissertation wurden zwei Erhebungsinstrumente entwickelt, mit dem Ziel, sowohl die allgemeine als auch die differentielle Wirksamkeit von Konfliktberatungen bei Trennungs- und Scheidungskonflikten (TuS) messen zu können. In Ermangelung eines allgemeinen Mediationsmodells baut die vorliegende Arbeit auf den beiden Ansätzen der problemlösenden und der transformativen Mediation auf, denen die meisten Mediationsansätze zugeordnet werden können. Als Forschungsinstrument für den der Studie zugrunde liegenden Indikationsbereich wurde der Online-Fragebogen gewählt. Da sich in etablierten Testverfahren keine geeigneten Skalen zur Messung der Wirksamkeit von Konfliktberatungen finden ließen, wurde die Konstruktion eigener Skalen für die beiden Erhebungsinstrumente erforderlich.
Zur Erfassung des professionellen Vorgehens bei Konfliktberatungen wurde der Fragebogen zur Selbsteinschätzung der Konfliktberatungsorientierung von Konfliktberatern bei Trennungs- und Scheidungskonflikten (FSOK) in drei Schritten entwickelt: Expertenuntersuchung, Voruntersuchung und geplante Hauptuntersuchung. Der Online-Fragebogen für die Voruntersuchung wurde über Questback UniPark an 872 Konfliktberater mit juristischem oder psychosozialen Grundberuf verschickt. Von den 351 retournierten Fragebogen konnten nur 123 Datensätze verwertet werden. Die explorative Faktorenanalyse (Hauptkomponentenanalyse mit Varimax-Rotation) ergab eine 3-Faktoren-Lösung mit 17 Items und einer erklärten Gesamtvarianz von 44 %. Die drei Faktoren ‚Lösungsorientierung‘, ‚Lehrorientierung‘ und ‚Versöhnungsorientierung‘ zeigten eine gute Reliabilität. Der Fragebogen wurde für die Hauptuntersuchung an die 872 Konfliktberater aus der Voruntersuchung sowie an 824 neue Adressaten verschickt. Die insgesamt 1.696 Konfliktberater sollten sowohl den Fragebogen für die Hauptuntersuchung ausfüllen als auch Konfliktparteien dafür gewinnen, bei Beginn und Abschluss der Beratung in ihrem TuS-Konflikt einen anonymen Online-Fragebogen auszufüllen. Von Konfliktparteien gingen gar keine ausgefüllten Fragebogen ein. Die 49 verwertbaren Datensätze der Konfliktberater waren für eine Hauptkomponentenanalyse unzureichend. Sie wurden daher mit den in Vor- und Hauptuntersuchung identischen Variablen zu deskriptiv-statistischen und faktorenanalytischen Berechnungen mit SPSS 19 verwendet. Dabei ließen sich die drei Faktoren replizieren. Es zeigte sich, dass die theoretischen Konstrukte beider großen Mediationsansätze sich empirisch nachweisen lassen und dass lediglich zwei Klassen von Mediationen nicht ausreichend sind, um die Orientierung von Konfliktberatern in der professionellen Arbeit bei TuS-Konfliktberatungen zu beschreiben.
Zur Messung problemlösender und transformativer Wirkungen von Konfliktberatungen wurde ein zweiter Online-Fragebogen entwickelt: Fragebogen zu problemlösenden und transformativen Wirkungen von Konfliktberatungen bei Trennungs- und Scheidungskonflikten (FPTW). Er wurde für die Voruntersuchung an erwachsene Personen verschickt, die sich vorstellen sollten, aufgrund einer Partnerschaftsproblematik an einer Konfliktberatung teilzunehmen. Von den 318 retournierten Fragebogen konnten 127 Datensätze verwendet werden. Der fünfteilige Fragebogen misst im ersten Teil das Selbstwertempfinden und die Selbstbehauptung der Konfliktparteien. Von vier Skalen aus dem Inventar sozialer Kompetenzen (ISK, Kanning, 2009) schienen drei geeignet zu sein, problemlösende oder transformative Wirkungen von Konfliktberatungen bei TuS-Konflikten zu messen: ‚Durchsetzungsfähigkeit‘, ‚Kompromissbereitschaft‘ und ‚Perspektivenübernahme‘. Diese drei Skalen ließen sich mit einer Hauptkomponentenanalyse mit Varimax-Rotation fast identisch replizieren. Die vierte Skala aus dem ISK, ‚Handlungsflexibilität‘, diente als Kontrollvariable. Der zweite Teil des FPTW beinhaltete 22 Items zur Erfassung des Konfliktverhaltens gegenüber wichtigen Personen. Faktorenanalytische Berechnungen ließen eine 3-Faktoren-Lösung am geeignetsten erscheinen: ‚Selbstausdruck‘, ‚Perspektivenwechsel‘ und ‚Einsatzbereitschaft‘. Die drei Faktoren erklären zusammen etwa 49 % der Gesamtvarianz und haben eine gute Reliabilität. Der dritte Teil erfragt den Umgang mit dem Konfliktpartner, ohne dass Streit vorliegt. Dieser Teil schied nach der Faktorenanalyse aus. Der vierte Teil sollte den Umgang mit dem Konfliktpartner bei Streit messen können. Die 20 selbst entwickelten Items führten zu einer 3-Faktoren-Lösung: ‚Streitlust’, ‚Gewalttätigkeit’, ‚Konstruktives Streitverhalten’. Die drei Faktoren erklären 62 % der Gesamtvarianz bei guter Reliabilität. Der fünfte Teil bestand zunächst aus der Problemliste von Hahlweg (1996) mit 23 Items sowie 13 selbst generierten konfliktspezifischen Items. Im Fragebogen für die Hauptuntersuchung wird lediglich mit freiem Antwortformat nach dem Hauptproblem im Rahmen der TuS-Konfliktberatung gefragt. Der Fragebogenteil für die Nachbefragung erfasst die Beurteilung der durchlaufenen TuS-Konfliktberatung. Die vorliegende Arbeit führte zur Entwicklung zweier Messinstrumente, die zum Einsatz in einer Folgestudie zur differenzierten Beantwortung der Forschungsfragen geeignet erscheinen.

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