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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-67805
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2014/6780/


Kortikale Konnektivität und Exzitabilität beim Morbus Parkinson unter einer dopaminergen Therapie

Heinbokel, Christina

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SWD-Schlagwörter: Dopamin , Parkinson-Krankheit , Magnetische Stimulation , Dopaminagonist , Motorischer Cortex
Basisklassifikation: 44.90
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Münchau, Alexander (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 11.04.2014
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 18.07.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Dem Morbus Parkinson liegt eine Degeneration dopaminerger Neurone in der Substantia nigra zugrunde. Zunehmend wird deutlich, dass diese Degeneration auch kortikale Areale miterfasst. Diese Dissertation beschäftigt sich mit kortikalen Veränderungen von Patienten mit Morbus Parkinson in Abhängigkeit von der Einnahme einer dopaminergen Medikation. Dazu wurden 11 Parkinsonpatienten und 17 gesunde Kontrollprobanden zwischen 2010 und 2011 mit transkranieller Magnetstimulation untersucht. Die Patientengruppe war gekennzeichnet durch ein homogenes, frühes Krankheitsstadium und eine Medikation in Form von Dopaminagonisten. Ziel der Untersuchung war, zu überprüfen, ob bereits etablierte TMS-Paradigmen und ihre aus Vorarbeiten bekannten, krankheitstypischen Veränderungen auch in einem Frühstadium der Parkinsonschen Erkrankung nachzuweisen sind und ob ein 12-stündiges Aussetzen der Medikation einen Einfluss auf die Messgrößen hat. Außerdem wurde ein von Bäumer et al. eingeführtes Paradigma erstmals bei Parkinsonpatienten auf Anwendbarkeit und Reliabiliät überprüft. Getestet wurden diese Hypothesen für die interhemisphärische Konnektivität des rechten und linken primären Motorkortex, für die Exzitabilität des linken primären Motorkortex und die Konnektivität des linken, dorsalen prämotorischen Kortex mit dem ipsilateralen primären Motorkortex. Die wesentlichen Ergebnisse der vorliegenden Studie können wie folgt zusammengefasst werden: Hinsichtlich der interhemisphärischen Konnektivität unterschieden sich die Patienten unabhängig von ihrer Medikation nicht von gesunden Probanden. Die linke M1-Exzitabilität bei Patienten ohne Medikation war erhöht, wenn zuvor der linke dPM mit einer niedrigen Stimulationsintensität von 80 % der aktiven Motorschwelle stimuliert wurde. Diese Dysregulation des dPM konnte durch dopaminerge Medikation überschießend normalisiert werden. Es konnte gezeigt werden, dass die intrakortikale Exzitabilität des linken M1 bei dem untersuchten Kollektiv nicht vermindert war. Weiterhin wurde ein Labyrinthspiel-Experiment zur Abschätzung der bimanuellen Koordination durchgeführt, in dem sich keine wesentliche Verbesserung durch dopaminerge Medikation nachweisen ließ. Dieses Experiment stellt eine realitätsnahe Aufgabe dar und ist damit eine sinnvolle Ergänzung zu den Untersuchungen, die die Pathophysiologie der Erkrankung ergründen. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie legen nahe, dass bestimmte Eigenschaften des motorischen Systems, die sich mit TMS erfassen lassen, bereits wenige Jahre nach Erstdiagnose der Erkrankung verändert sind. Eine direkte Zuordnung dieser Veränderungen zu klinischen Symptomen kann bisher nur sehr begrenzt vorgenommen werden. Die gewonnenen Erkenntnisse können dazu beitragen, die kortikale Pathophysiologie des IPS und den Einfluss von Levodopa besser zu verstehen.

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