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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-68383
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2014/6838/


Innovationspotenziale im Ablauf von Tarifverhandlungen

Gröls, Marcel

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SWD-Schlagwörter: Betriebsvereinbarung , Tarifvertrag , Tarifpolitik , Gewerkschaft , Interessenverband , Arbeitnehmerverband , Arbeitgeberverband
Basisklassifikation: 86.76
Institut: Sozialwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Brecht-Heitzmann, Holger (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.07.2014
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 10.07.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Bei aller Ähnlichkeit gibt es in Deutschland nicht „den“ Ablauf von Tarifverhandlungen. Die Tatsache, dass es im Detail Abweichungen zwischen den Tarifgebieten gibt, ist zum einen schlicht Ausdruck unterschiedlicher Verhandlungskulturen. Zum anderen legt es die Vermutung nahe, dass die Parteien – einem evolutionären Prozess gleich – über die Jahre den Weg gefunden haben, der ihnen am ehesten entspricht. Die Details des Verfahrens haben dabei jeweils ihre Berechtigung und sind nicht ohne Weiteres substituierbar. Insbesondere die sog. Rituale, d. h. die vor, während und nach den Tarifverhandlungen stattfindenden Symbolhandlungen, sind hoch ausdifferenziert und kaum verzichtbar.
Der Zweck dieser Symbolhandlungen besteht in erster Linie in Kommunikation. Die handelnden Akteure am Verhandlungstisch müssen nicht nur einander, sondern auch eine Reihe von Interessengruppen überzeugen, deren Interessenlagen einander vielfach entgegenstehen. Hier leisten Symbolhandlungen entscheidende Dienste.
Zugleich ist damit nicht gesagt, dass es keinen Raum für Weiterentwicklungen gibt. Die Parteien haben immer wieder Mut zu Veränderungen und zu Innovationen bewiesen. Innovationspotenziale verbleiben auch weiterhin. Einmal im Prozess selbst, etwa indem die zur Diskussion stehenden gesamtwirtschaftlichen Grundlagendaten einem gemeinsamen Blickwinkel unterworfen werden oder durch fortentwickelte Öffnungsklauseln, die es verstehen, die betriebliche und die tarifliche Ebene wirkungsvoller miteinander zu verknüpfen. Innovationspotenzial ergibt sich ferner aus einem Blick auf erfolgreiche und bewährte Kollektivaushandlungsprozesse anderer gesellschaftlicher Systeme. Diese Systeme wird man den Tarifparteien regelmäßig nicht im Ganzen als neuen Weg, geschweige denn als „Königsweg“ präsentieren können. Gleichwohl spricht vieles dafür, dass sich erfolgreiche Teilaspekte für eine maßgeschneiderte Adaption eignen.
Diese prinzipiell gegebene Veränderungsbereitschaft ist jedoch nicht nur zu loben, sondern auch notwendig. Die Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen verändern sich im Zeitverlauf drastisch. Die Globalisierung, vor einigen Jahren noch ein Stichwort für Expertenrunden, ist heute jedem Arbeitnehmer in seinen praktischen wirtschaftspolitischen Dimensionen ein Begriff. Auch im Binnenmarkt wächst die Vernetzung. Streikfolgen sind deshalb z. B. immer schwerer gegen unbeteiligte Dritte abzugrenzen. Schon deshalb dürfen auch die Arbeitskampfmethoden und andere Symbolhandlungen der Tarifparteien nicht auf der Stelle treten. Andernfalls laufen sie tatsächlich Gefahr, anachronistisch zu werden – ein Vorwurf, der heute, wie gezeigt wurde, im Kern unzutreffend ist.

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