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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-68538
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2014/6853/


Mütterliche Depressivität, Komorbidität und Sensitivität im Postpartum

Onur, Nicola

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SWD-Schlagwörter: Sensitivität , Sekundärkrankheit , Wochenbettdepression
Freie Schlagwörter (Deutsch): Mutter-Kind-Interaktion , MBQS , Komorbidität
Freie Schlagwörter (Englisch): Sensitivity , Comorbidity , Maternal Depression
Basisklassifikation: 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schulte-Markwort, Michael (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.06.2014
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 13.08.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Der Übergang zur Elternschaft markiert eine wichtige Periode im menschlichen Leben (Milgrom et al. 1998). Sowohl biologische und psychologische Faktoren, als auch soziale Rollenerwartungen tragen zum erhöhten Risiko bei, in dieser Zeit psychisch zu erkranken (Murray und Cooper 1997). Wissenschaftler und Kliniker weisen auf eine ansteigende Rate depressiv erkrankter Frauen mit einer Prävalenz von 19,2% im Reproduktionsalter hin. Mütterliche Depression kann sich negativ auf ihr Fürsorgeverhalten auswirken, das anhand der mütterlichen Sensitivität in der Interaktion mit dem Kind gemessen wird (Ainsworth 1969). Empirische Studien belegen einen negativen Zusammenhang zwischen Major Depression (MD) und mütterlicher Sensitivität. Insbesondere die Chronizität und Schwere der Erkrankung erweisen sich als potentiell moderierende Variablen (Lyons-Ruth et al. 2002, Mills- Koonce et al. 2008). Vor diesem Hintergrund ist das Ziel dieser Studie, den Zusammenhang zwischen einer MD, der Komorbidität und Sensitivität im Postpartum an einer klinischen Stichprobe zu untersuchen. Es wurde davon ausgegangen, dass sich sowohl die Qualität als auch die Quantität der psychischen Komorbidität auf die mütterliche Sensitivität auswirkt. Methodisches Vorgehen: Studienteilnehmer sind 53 Mütter, die über die Spezialambulanz für psychisch erkrankte Mütter mit Säuglingen rekrutiert wurden. Die Kontrollgruppe besteht aus 15 nicht-klinischen Müttern. Einschlusskriterien sind ein Alter des Kindes von vier bis neun Monaten, sowie eine MD der Mutter. Ausschlusskriterien seitens der Mutter sind eine akute psychiatrische Krise, psychotische Erkrankungen, primärer Substanzmissbrauch und Intelligenzminderung (IQ<80), seitens des Kindes schwere Entwicklungsstörungen. Untersuchungsverfahren: Die psychiatrische Diagnosestellung wurde mittels SKID- I und -II durchgeführt. Die mütterliche Sensitivität wurde anhand des Mini-MBQS (Pederson und Moran 1995) der Mutter-Kind-Interaktion beim freien Spiel erhoben. Statistische Auswertungsstrategie: ANOVA, ANCOVA, nicht-parametrische Verfahren. Ergebnisse: Die Ergebnisse verdeutlichen die Variabilität der Symptombelastung der Mütter, die postpartal Hilfe in Anspruch nehmen. Mütter mit geringer Symptombelastung müssen per se keine reduziert mütterliche Sensitivität zeigen, bereits das Vorhandensein von mehr als einer psychischen Komorbidität der Achse- I-Störungen kann bereits zu einer Reduktion der mütterlichen Sensitivität führen. Bei Hinzukommen einer komorbiden BPS reduziert sich die mütterliche Sensitivität weiter. Diskussion: Diese Ergebnisse bestätigen die Hyothesen, dass die Assoziation zwischen mütterlicher Sensitivität und postpartaler Depression nicht vereinheitlicht werden kann. Der Faktor psychische Komorbidität, sowie die Kovarianz verschiedener Störungsbilder, ist von entscheidender Relevanz bei der Ausbildung mütterlich sensitiven Verhaltens.
Kurzfassung auf Englisch: Introduction: The birth of a new family member is an incidence where women experience many changes including biological, psychological as well as sociocultural ones. The need of many adaptations within such close time can leed to a high-risk period for significant psychiatric illness. Prompted by a rising rate of major depression (MD) particularly among women of childbearing-age, researchers have expressed concern over the effects of depression on maternal sensitivity (Msens).
These effects remain inconsistent, although researches generally agree on that more severe and chronic depressive symptomatology within mothers is at increased risk for less sensitive interactions. It is well known that the comorbidity of secondary disorders with depression have negative effects on severity of psychopathology its influence on Msens has not yet been considered.
Objective:The current investigation aimed to analyse the association between comorbidity and sensitive mother-infant interaction within a clinical sample of postpartum depressed mothers. We hypothesize that the modality of comorbidity beyond MD may influence the level of Msens.
Method: 53 mothers of a clinical sample were diagnosed according to SKID I and II (DSM IV) for a MD and additionally examined concerning comorbidity of axis I and II disorders. A group of 15 non clinical mothers (BDI <5) were included as a control group. Msens was obtained from a 15 minutes videotaping of free play periods coded with the Maternal Behaviour Q-sort (MBQS; Pederson & Moran, 1995).
Results: Major Depression predicted less sensitive mother-infant interactions. However this effect concerning depression was accounted for by mothers with comorbid diagnoses. Mothers experiencing a MD and comorbid diagnoses of axis I disorders were significantly less sensitive than mothers with sole MD, at the same time significantly more sensitive than mothers with comorbid axis I diagnoses and axis II (borderline-personality) disorder (BPD). In contrast mothers with sole MD did not differ in Msens from mothers in the non clinical control group.
Conclusions: It is important to examine the context of maternal depression with respect to additional psychopathology. The modality of comorbidity confers risk to the reduction of maternal sensitivity. Mothers with sole MD seem to be able to puffer the negative impact on maternal sensitivity. Early identification and prevention efforts are warrented.

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