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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-69542
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2014/6954/


Die Entwicklung der Dekubitusprävalenz und der Pflegesituation alter Menschen in Hamburg im Jahre 2012 im Vergleich zu den Vorjahren

Lube, Jan

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SWD-Schlagwörter: Dekubitus
Freie Schlagwörter (Englisch): pressure ulcer
Basisklassifikation: 44.72 , 44.68
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Püschel, Klaus (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.08.2014
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 01.09.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Für diese Arbeit wurden Verstorbene aus Hamburg und Umgebung im Rahmen der zweiten Leichenschau auf Dekubitus untersucht und Dokumentationsbögen von Dekubitusfällen ausgewertet, die Pflegeheime an die Hamburger Pflegegesellschaft gemeldet hatten. Es zeigte sich ein Rückgang der Gesamtzahl an Dekubitus und auch der Prävalenz im Vergleich zu den Vorjahren. Die Prävalenz von höhergradigen Dekubituswunden bei Verstorbenen, die im Rahmen der zweiten Leichenschau untersucht wurden, betrug 0,58% im Jahre 2012. Die untersuchten Dekubitusfälle waren zu 42% sauber (Seiler A) und zu 77 % gut verbunden. Damit zeigte sich keine Besserung des Wundbefundes, aber eine Besserung des Verbandstatus im Vergleich zu den Vorgängerstudien im Jahre 2011 und 2008. Der Anteil an sauberen und gut verbundenen Wunden war bei Hamburger Dekubituspatienten höher, als bei Verstorbenen aus der Umgebung Hamburgs. Die meisten Dekubituspatienten stammten aus Pflegeheimen (47%), was auf eine deutlich erhöhte Prävalenz von Dekubitus in Pflegeeinrichtungen im Vergleich zu Krankenhäusern oder von ambulant versorgten Patienten schließen lässt. Die Dekubituswunden der im Pflegeheim Verstorbenen wurden weniger häufig als sauber (Pflegeheime 36%, Krankenhäuser 56%) und der Verbandstatus häufiger als unzureichend verbunden bewertet als bei Verstorbenen aus Krankenhäusern (Pflegeheime 70%, Kranken-häuser 80%). Die Verstorbenen aus Pflegeheimen wurden in zwei Kollektive eingeteilt und bezüglich des Dekubitusgrades, des Wundbefundes und des Verbandstatus verglichen. Das eine Kollektiv verstarb in Pflegeheimen, welche sich bezüglich der Dekubitusprophylaxe und Therapie an einem Expertenstandard orientieren und die Qualität der getroffenen Maßnahmen transparent von einer externen Kontrollinstanz überprüfen lassen. Das zweite Kollektiv stammte aus Pflegeheimen Hamburgs, in denen eine externe Qualitätssicherung bislang nicht implementiert wurde. Beim ersten Kollektiv fand sich ein geringerer Anteil an Seiler C Wunden (schmierig belegt mit Infiltration in das Nachbargewebe) und der Anteil an gut verbunden Wunden war höher als in der Vergleichsgruppe (bei niedriger Grundgesamtheit von n=39). Auch der Anteil der Grad IV-Dekubitusläsionen war in der Vergleichsgruppe höher. Demnach könnten Projekte zur externen Qualitätssicherung möglicherweise geeignet sein, die Versorgung der Dekubituspatienten in Pflegeheimen zu verbessern. Die Auswertung der an die Hamburger Pflegegesellschaft gemeldeten Dekubitusfälle ergab, dass 20% der Pflegebedürftigen mit höhergradigem Dekubitus die Pflegemaßnahmen ablehnen oder nicht kooperieren. Viele der gemeldeten Dekubitusfälle (43%) waren auch in der meldenden Pflegeeinrichtung entstanden oder hatten sich dort zu einem höhergradigen Dekubitus entwickelt (53%). DerZeitraum von der Entdeckung des Dekubitus bis zur Anforderung eines Arztes war kurz (1,1 Tag im Durchschnitt) und auch der Arzt stattete dem Patienten innerhalb von durchschnittlich 3 Tagen einen Hausbesuch ab. Zur Beschaffung der Hilfsmittel trat in der Regel die Pflegeein-richtung in Vorleistung (62%). In 82% der Fälle konnte die Lieferung des Hilfsmittels inner-halb der ersten 12 Stunden erfolgen. Am häufigsten wurden Lagerungskissen, Antidekubitusmatratzen, Wechseldruckmatratzen und Weichlagerungsmatratzen als Hilfsmittel eingesetzt. In 13% der Fälle wurde kein Hilfsmittel eingesetzt. Insgesamt scheint sich die Versorgung von Dekubituspatienten in Hamburg im Vergleich zu den Vorgängerstudien ver-bessert zu haben, es gibt darüber hinaus Potential für weitere positive Entwicklungen.

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