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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-70385
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2014/7038/


Krankheitserfahrungen von nicht-dokumentierten Migranten : eine qualitative Studie

Klug, Dominik Michael

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Freie Schlagwörter (Deutsch): nicht-dokumentierte , irreguläre , Migranten , Krankheitserfahrungen , Medizin
Basisklassifikation: 44.06
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Bussche, Hendrik van den (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.09.2014
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 12.11.2014
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Arbeit wurden mittels qualitativer Methoden Krankheitserfahrungen von nicht-dokumentierten Migranten dokumentiert, rekonstruiert und analysiert. Hierfür wurden problemzentrierte Leitfaden-Interviews mit Betroffenen (17 Einzelpersonen und 2 Familien; Personen, die Erfahrung aufwiesen im Umgang mit Krankheit in der Illegalität) und Experten (3 Ärzte die in einer medizinischen Hilfseinrichtung für Menschen ohne Papiere arbeiten) geführt und mit Hilfe der qualitativen strukturierenden Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Die in den Interviews behandelten Themen waren: 1. Zugang zu medizinischer Versorgung in Deutschland; 2. Einfluss der Illegalität auf die Krankheitserfahrungen; 3. Episoden aus Migrationsgeschichten und 4. Der Krankheitsalltag in der Behandlung von nicht-dokumentierten Migranten. Es zeigte sich, dass Zugangswege zu medizinischer Versorgung für nicht-dokumentierte Migranten Hürden aufweisen. Des Weiteren wurden in den Interviews mehrere Aspekte genannt, die Krankheitserfahrungen und Gesundheit beeinflussen können. Solche Aspekte sind zum Beispiel, die fehlende Krankenversicherung als emotionale Belastung, Angst davor ein Krankenhaus aufzusuchen, Angst vor Abschiebung und Erfahrungen in Abschiebehaft.
Die in den Interviews beschriebenen individuellen Erfahrungen mit Flucht und Emigration zeigten, dass die Migrationsbiographie von Menschen ohne Papiere ebenfalls Einfluss nehmen kann auf Krankheitserfahrungen und die Gesundheit. Erkenntnisse aus der Analyse des Krankheitsalltags aus der Perspektive einer ambulanten Sprechstunde für nicht-dokumentierte Migranten waren, dass die Konsultationsgründe einer normalen Hausarztpraxis ähneln mit womöglich einem geringeren Anteil an akuten Erkrankungen. Besonderheiten im Arzt-Patienten-Kontakt scheint es sowohl kulturell als auch den Aufenthaltsstatus betreffend zu geben. Als Schlussfolgerungen dieser Studie ergeben sich die politische Notwendigkeit den Zugang zu medizinischer Versorgung für nicht-dokumentierte Migranten zu erleichtern, und für klinisch tätige Ärzte, sich der verschiedenen Facetten, in denen das Leben ohne Aufenthaltsstatus auf Krankheitserfahrungen Einfluss nehmen kann, bewusst zu sein. Außerdem ergibt sich aus den Ergebnissen dieser Studie, dass dringend weitere Studien notwendig sind, welche in Deutschland den Gesundheitszustand von nicht-dokumentierten Migranten erforschen.

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