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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-71526
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2015/7152/


Notärztliche Versorgung bei Verkehrsunfällen : eine Analyse anhand der Einsatzprotokolle notarztbesetzter Rettungsmittel in Hamburg 2010

Rieseler, Florian

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Basisklassifikation: 44.99
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Lehmann, Wolfgang (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.01.2015
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 28.01.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Die medizinische Versorgung von Schwerverletzten stellt eine große Herausforderung dar und verlangt eine gute Verzahnung von Klinik und Präklinik. Obwohl die Versorgung in Deutschland als eine der besten weltweit gilt, kommen auch Defizite zum Vorschein, sodass diese deskriptive Studie das Ziel verfolgt den Stand der präklinischen Versorgung im Rahmen eines Verkehrsunfalls in Hamburg zu beleuchten. Im Mittelpunkt stehen die Verletzungsmuster und Besonderheiten einer Großstadt sowie die sich daraus ergebenden gezielten Präventionsmaßnahmen. Nach exemplarischer Überprüfung der Verdachtsdiagnosen und Dokumentationsqualität sollen abschließend Perspektiven des Notarztsystems in Hamburg aufgezeigt werden. Grundlage hierfür waren alle Notarzteinsatzprotokolle (44.917) aus dem Jahr 2010. Die notärztliche Abdeckung in Hamburg ist hinsichtlich der Anfahrtszeit und durchschnittlichen Einsatzdauer als gut zu bewerten, wobei die Versorgung mittels RTH mehr Zeit in Anspruch nahm. 77,4% der Patienten - 67,11% davon männlich und im Schnitt 40,4 Jahre
alt - wurden einem Schwerpunktklinikum oder Maximalversorger zugeführt. Der Verkehrsunfall in Hamburg zeigte sowohl jahres- als auch tageszeitlich abhängige Schwerpunkte, schwere Verletzungen entstanden vor allem in den Abendstunden. Am häufigsten kam es zu Kollisionen zwischen PKW und Fußgängern, gefolgt von Stürzen mit
Zweirädern, wobei sich lokale Besonderheiten feststellen lassen. PKW-Insassen, Fußgänger und Motorradfahrer verunglückten vor allem im Bezirk Mitte, Fahrradfahrer hingegen in Eimsbüttel und Altona. Unter allen Verkehrsteilnehmer war das SHT (59,8%) dominant, abdominelle Verletzungen zeigten sich am seltensten. Bezüglich der Verletzungsmuster und der Fortbewegungsart konnte eine Abhängigkeit festgestellt werden. PKW-Insassen zeigten vor allem Schädel- und Thoraxverletzungen, wohingegen Motorradfahrer häufig Verletzungen der unteren Extremität aufwiesen. Fahrradfahrer wiesen die höchste Prävalenz (76,5%) für ein SHT auf. Bezüglich der Versorgungsqualität ließen sich Defizite im Bereich der Immobilisation und Dokumentationsqualität nachweisen.
47,4% der Patienten zeigten Verletzungen die präklinisch nicht erkannt wurden, wobei Verletzungen der oberen Extremität, des Thorax sowie der Wirbelsäule am häufigsten übersehen wurden. Aufgrund der Ergebnisse lässt sich feststellen, dass die notärztlich Versorgung in Hamburg trotz einiger Defizite einen hohen Qualitätsstandard aufweist, jedoch neue Dokumentationsmethoden sowie Feedback-Mechanismen/Schulungen zur Verbesserung der Diagnosesicherheit diskutiert werden sollten. Hinsichtlich der Prävention ließ sich feststellen, dass diese gezielter erfolgen und eine Helmpflicht für Radfahrer forciert werden sollte.

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