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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-71754
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2015/7175/


Prävalenz der obstruktiven Schlafapnoe bei Patienten mit transitorisch ischämischer Attacke und nicht behinderndem Schlaganfall

Rose, Dietmar

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SWD-Schlagwörter: Ischämischer cerebraler Anfall
Freie Schlagwörter (Deutsch): obstruktive Schlafapnoe , transitorisch ischämische Attacke , Prävalenz
Freie Schlagwörter (Englisch): obstructive sleep apnea , transient ischemic attack , prevalence
Basisklassifikation: 44.90
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Arning, Christian (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 16.12.2014
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 24.02.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) gilt als unabhängiger Risikofaktor für ischämische Schlaganfälle. Bisher ist aber nicht genau bekannt, wie häufig die OSA bei Patienten mit kleinen zerebralen Ischämien – TIA und nicht behindernder Schlaganfall (minor stroke) – vorkommt. Gerade bei dieser Patientengruppe geht es ja darum, alle Möglichkeiten der Schlaganfall-Sekundärprävention durch optimale Behandlung aller Ursachen auszuschöpfen. Ziel der Untersuchung war es nun, die Prävalenz der OSA bei Patienten mit TIA und minor stroke zu ermitteln.
Dazu wurden über einen Zeitraum von 9 Monaten alle Patienten mit zerebraler Ischämie und geringem Defizit (NIH-SS ≤ 3 Punkte) in die Untersuchung eingeschlossen; bei allen Patienten wurde zusätzlich zu der vollständigen Schlaganfalldiagnostik ein OSA-Screening mittels kardiorespiratorischer Polygraphie durchgeführt. Bei allen Patienten wurden außerdem anamnestische Daten zur Frage der OSA standardisiert mit den Fragebögen Berlin Questionnaire (BQ) und Epworth Sleepiness Scale (ESS) erhoben.Von insgesamt 450 untersuchten Patienten konnten schließlich 328 in die Auswertung eingeschlossen werden. Häufigste Gründe für einen Ausschluss waren andere Abschlussdiagnosen als TIA oder Schlaganfall (sog. stroke mimics), unvollständige oder fehlende Fragebögen zu BQ oder ESS, technische Fehler bei der Polygraphie, die Zunahme der Schlaganfallsymptomatik auf einen NIH-SS > 3 Punkte oder das Vorliegen einer primär zentralen Schlafapnoe. Bei 193 Patienten (58,2 % der 328 Fälle) lag eine zumindest leichte OSA mit AHI ≥ 5 vor, davon wiesen 81 Patienten (24,7 %) einen AHI von ≥ 15 auf. Eine schwere obstruktive Schlafapnoe mit einem AHI von ≥ 30 lag bei 24 Patienten (7,3 %) vor. Damit ist die Prävalenz der OSA bei Schlaganfallpatienten signifikant höher als in der Normalbevölkerung. Dies gilt für leichte, mittelschwere und schwere Formen der OSA. Von den 193 Patienten mit einem AHI ≥ 5 hatten in der Epworth-Sleepiness Scale nur 35 % einen auffälligen Score von ≥ 10 und im Berlin Questionnaire nur 48,7 % einen auffälligen Score > 1. Diese Befunde zeigen, dass sich die Diagnostik der OSA bei Schlaganfallpatienten nicht auf Screening-Tests wie Epworth Sleepiness Scale oder Berlin Questionnaire stützen kann. Vielmehr ist immer eine kardiorespiratorische Polygraphie erforderlich, wenn eine obstruktive Schlafapnoe ausgeschlossen werden soll. Welche Folgen der OSA die größten Auswirkungen auf die Pathogenese von Schlaganfällen haben, ist unklar. Vermutlich gibt es aber neben chronischen auch akute Effekte der Atemstörung im Schlaf, bei denen die Schwere der Schlafapnoe von Bedeutung ist. Weitere Untersuchungen müssen zeigen, ob es evtl. doch klinische Kriterien gibt, die den Kreis zu untersuchender Patienten weiter eingrenzen können.
Therapeutisch wird es darauf ankommen, bei Schlaganfallpatienten mit OSA vorhandene Therapiemöglichkeiten gezielt einzusetzen und betroffene Patienten darüber aufzuklären, dass sich der Risikofaktor OSA z.B. durch Gewichtsreduktion und Vermeidung abendlichen Alkoholgenusses günstig beeinflussen lässt. Die ärztliche Beratung setzt die Kenntnis über das Vorhandensein einer OSA voraus: Die vorliegende Untersuchung legt nahe, bei allen Patienten mit TIA und kleinem Schlaganfall, auch solchen mit normalem BMI und fehlender Schnarchanamnese oder Tagesmüdigkeit, konsequent ein Schlafapnoe-Screening durchzuführen.

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