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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-72476
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2015/7247/


Das Verhältnis zwischen der Veränderung des im Blut gemessenen pCreb-Wertes und dem Schweregrad der Depression bipolar erkrankter Patienten

Özcan, Yilmaz

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Freie Schlagwörter (Deutsch): pCreb , bipolare Depression
Basisklassifikation: 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Wiedemann, Klaus (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 03.02.2015
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 27.03.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Arbeit untersuchte den Zusammenhang zwischen der Veränderung des pCreb-Wertes und der depressiven Symptomatik bipolar erkrankter Patienten im Rahmen einer multimodalen Therapie. Die entsprechend im Fokus stehenden Parameter wurden vor Beginn der Behandlung (T0) sowie nach neunmonatiger Therapie (T1) und zur Katamnese ( T2) nach insgesamt 21 Monaten erhoben. Sie stützt sich auf den bereits bei der unipolaren Störung erfolgten Nachweis einer Erhöhung der pCreb-Konzentration durch eine erfolgreiche antidepressive Therapie durch Koch et al. (2002 und 2009). Das in dieser Studie untersuchte Patientenkollektiv war repräsentativ für in Deutschland behandelte bipolare Patienten. Zu den o.g. drei Messzeitpunkten wurde jeweils mittels Fragebogen zur Selbst- (BDI) und Fremdbeurteilung (BRMS) der depressive Schweregrad erfasst und mit den aus einer entsprechenden Blutentnahme zum jeweiligen Messzeitpunkt ermittelten pCreb-Werten in Relation gesetzt und korreliert. Insgesamt wurden 59 Patienten in die Ergebnisauswertung einbezogen, davon 38 Frauen und 21 Männer. Das durchschnittliche Alter betrug 45 Jahre. Die Patienten waren im Mittel 19 Jahre krank und die Erkrankung wurde durchschnittlich mit 25 Jahren diagnostiziert. 58 Patienten befanden sich bereits vor Therapiebeginn in einer nervenärztlichen Behandlung und 38 waren in einer laufenden Psychotherapie. 16 Patienten erhielten während der 9 Monate eine Standardbehandlung aus Medikation und Psychoedukation im Einzelsetting und 43 erhielten zusätzlich eine spezifische Gruppentherapie. 44 Patienten wurden vor Studienbeginn mit Stimmungsstabilisatoren medikamentös behandelt, 9 erhielten zusätzlich Antipsychotika und 6 Antidepressiva. Insgesamt 6 Patienten bekamen zuvor keine medikamentöse Behandlung.
Im Rahmen der Behandlung zeigten 29 Patienten eine deutliche Verbesserung der Depressivität (Responder), 15 eine Verschlechterung (Nonresponder) und 15 blieben während des gesamten Verlaufes in Remission.
Die Hypothese dieser Arbeit, dass auch bei der bipolaren Depression, analog zur unipolaren Störung, der Therapieerfolg mit einer Erhöhung der pCreb-Konzentration einhergeht, konnte nicht bewiesen werden.
Nach 9 monatiger Behandlung aller Patienten zeigte sich unabhängig von der Behandlungsart eine deutliche Verbesserung der depressiven Symptomatik. Dabei konnte in der Fremdbeurteilung (BRMS) eine signifikante Reduktion (p= 0,01) um durchschnittlich 2,7 Punkte (39% des Ausgangswertes) und in der Selbstbeurteilung (BDI) um rund 5,8 Punkte (35% des 102
Ausgangswertes) beobachtet werden (p= 0,001). Bei ausschließlicher Betrachtung der Responder war sogar eine signifikante Reduktion (p= 0,011) des BRMS-Wertes von 8 Punkten nachweisbar. Dennoch zeigte sich trotz des offensichtlichen Behandlungserfolges keine Erhöhung der durchschnittlich ermittelten pCreb-Werte, sodass insgesamt gesehen zu keinem Messzeitpunkt eine signifikante Korrelation zwischen der Schwere der Depression und der Höhe der pCreb-Konzentration nachweisbar war. Da es sich um die erste In-vivo-Langzeitstudie an bipolaren Patienten handelte, existieren keine vergleichbaren Ergebnisse. Die Studien von Koch et al.(2002 und 2009) weisen lediglich eine kurzzeitige Erhöhung der pCreb-Konzentration nach erfolgreicher Therapie nach, sodass auch hier nur theoretisch auf einen Langzeiteffekt geschlossen werden kann. Um valide Ergebnisse zu erhalten, die einen Rückschluss auf weitere Effekte erlauben, sind in Zukunft weitere Studien erforderlich, die sowohl bei der unipolaren als auch bipolaren Störung die kurz- und langfristigen Veränderungen der pCreb-Konzentration in Relation zur Veränderung der klinischen Symptomatik erfassen und somit ggf. auch helfen bisher unbekannte Einflussfaktoren zu identifizieren.

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