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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-73725
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2015/7372/


Peri-und postoperativer Verlauf nach Transumbilikal assisierter (TULAA), komplett laparoskopischer oder konventionell offener Appendektomie : eine vergleichende Kohortenstudie

Klein, Ines

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Freie Schlagwörter (Deutsch): TULAA
Basisklassifikation: 44.65
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Riedel, Frank (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.05.2015
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 29.06.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Arbeit war, dass Outcome von TULAA-, 3-Port-Standardlaparoskopierten- und offen- appendektomierten Kindern im Rahmen einer gematchten Fall - Kontroll - Studie retrospektiv und prospektiv zu evaluieren.

Die Hypothese war, dass der peri- und postoperative Verlauf nach TULAA vergleichbar zu offener- oder laparoskopischer Appendektomie ist.

METHODEN:
Der 1. Teil der Dissertation stellt im Sinne einer gematchten Fall-Kontroll-Studie den kurzfristigen peri- und postoperativen Vergleich der drei Techniken während des Krankenhausaufenthaltes dar.
Hierfür wurden die ersten 20 mit TULAA operierten Patienten mit je einem LA und OA operierten Patienten nach Alter, Geschlecht und histologischem Schweregrad der Appendizitis gematcht.
Der intra- und perioperative Verlauf wurde durch folgende Parameter wie Operationsdauer, Konversionen, Anzahl der benutzen Ports bei TULAA, Legen einer Drainage, intra-und postoperative Komplikationen, intra- und postoperative Substitution von Antibiose, erste erlaubte und vollständige perorale Nahrungszufuhr, Analgetikagabe und Entlassungsfähigkeit der Patienten dargestellt.

Der 2. Teil der Arbeit stellt eine prospektive Kohortenstudie der gematchten Patienten dar.
Hierfür wurden Nachuntersuchungen aller rekrutierten Patienten 6 bis 9 Monate postoperativ durchgeführt.
Parameter, wie Schmerzen nach Entlassung, Wundheilungsstörungen, Beendigung der Krankschreibung, Erreichen der vollen Sportfähigkeit, derzeitiges Befinden, Wundschmerz und kosmetisches Ergebnis der Operationsnarbe wurden mit Hilfe eines Fragebogens erhoben und statistisch miteinander verglichen.

ERGEBNISSE:
Die Operationszeit der beiden minimalinvasiven Techniken waren ähnlich, beide weisen aber einen signifikanten Unterschied zur offenen Technik auf.
Sowohl intra,- als auch postoperativ traten keine Komplikationen auf,
es kam zu keinen Konversionen, obgleich in einigen Fällen ein zusätzlicher Port gesetzt werden musste, um Zusatzbefunde (wie Ovarialzysten oder Leistenhernien) mitzubehandeln.
In keinem Fall musste ein zusätzlicher Port für das Absetzen der Appendix gesetzt werden.

Ein interessantes Ergebnis stellte sich bezüglich der postoperativen Schmerzen dar. Laparoskopisch appendektomierte Kinder brauchten statistisch länger Schmerzmittel als offen chirurgisch operierte.

In vorherigen größeren Studien war eine signifikante geringere Schmerzintensität bei der minimal invasiven Technik beschrieben.

Im Follow-up war die kosmetische Zufriedenheit der Narbe zwischen allen drei OP -Techniken ähnlich mit einer grenzwertigen Signifikanz zu Gunsten der TULAA.
Die volle Sportfähigkeit konnte bei TULAA signifikant schneller gegenüber der konventionellen Appendektomie erreicht werden.
Ansonsten zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Gruppen.

Zusammenfassung:
Somit lässt sich sagen, dass der kurz- und mittelfristige peri- und postoperative Verlauf nach TULAA vergleichbar gut und sicher wie bei der 3-Port-Standardlaparoskopie und bei der konventionellen Appendektomie ist.

Einschränkend ist zu sagen, daß unsere Kohorte mit n = 20 klein ist.
Es finden sich größere Fallzahlen in der kinderchirurgischen Literatur, aber dabei handelt es sich eben nur um Fallserien und keine gematchten Fall-Kontroll- Studien oder gar prospektive Untersuchungen wie die hier beschriebene, welche dadurch einen höheren Evidenzgrad aufweist.

Es wurden in dieser Studie die ersten 20 TULAA durchgeführt, was eine Lernkurve zur Folge hatte.
Alle Zusatzbefunde wie Ovarialzysten, Leistenhernien oder Hyatiden wurden ebenfalls mitoperiert, dieses verlängerte die Operationszeiten der TULAA.
Die aus der Literatur angegebenen TULAA Studien wiesen teilweise geringere Operationszeiten auf, aber dort wurden Zusatzbefunde aus der Studie ausgeschlossen.

Im Gegensatz zu der 3-Port-laparoskopischen Appendektomie ist die intraabdominelle Übersicht durch die 0-Grad-Optik und den orthograden verlaufenden Arbeitskanal eingeschränkt und das Handling muss neu erlernt werden.
TULAA verbindet die positiven Aspekte der beiden Operationsarten miteinander, geringe Kosten, aber dennoch eine intraabdominelle Übersicht mit einer sehr zufriedenstellenden Kosmetik.

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