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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-74251
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2015/7425/


Diagnostische und prognostische Faktoren für die Entwicklung einer Multiplen Sklerose bei Patienten mit klinisch isoliertem Syndrom

Kaulen, Barbara

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SWD-Schlagwörter: Multiple Sklerose , Diagnostik
Freie Schlagwörter (Deutsch): Klinisch isoliertes Syndrom
Freie Schlagwörter (Englisch): clinically isolated syndrome , multiple sclerosis , mc donald criteria , diagnostic
Basisklassifikation: 44.90
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Heesen, Christoph (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.04.2015
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 24.07.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden Arbeit war ein Vergleich der McDonald-Kriterien 2005 und 2010 im Hinblick auf ihren diagnostischen Nutzen bei Patienten mit CIS (Klinisch isoliertem Syndrom). Darüber hinaus sollten weitere klinische und paraklinische Faktoren auf ihre prognostische Wertigkeit für die Konversion in eine CDMS (Klinisch definitive Multiple Sklerose) untersucht werden. Als Besonderheit galt die Auswahl des untersuchten Patientenkollektivs, das wenig selektiv alle Patienten einschließen sollte, bei denen unter klinischen Alltagsbedingungen eine MS-Diagnostik durchgeführt wurde. Innerhalb des Patientenkollektivs erfolgte eine gesonderte Betrachtung von Patienten mit rekurrierenden Symptomen, die während der Beobachtung keine Konversion in eine CDMS erfuhren.
Als Einschlusskriterien wurden eine erste klinische Vorstellung und die Durchführung einer zerebralen MRT innerhalb von 4 Monaten nach erlittenem CIS definiert. Es erfolgte die retrospektive Rekrutierung einer Kohorte von insgesamt 131 Patienten an der MS-Tagesklinik des UKE, die klinisch über eine mittlere Zeit von 24 Monaten verlaufsbeobachtet werden konnte. Bei allen Patienten wurde die zerebrale MRT bei Symptombeginn und bei 94 der Patienten mindestens eine weitere MRT im Verlauf (mittlere neuroradiologische Verlaufsbeobachtungszeit 17 Monate) auf die Erfüllung der DIS-Kriterien 2005 bzw. 2010 und die DIT-Kriterien 2010 überprüft. Die statistische Auswertung erfolgte durch lineare, logistische und COX-Regressionsanalysen.
Als entscheidende Ergebnisse der vorliegenden Arbeit sind folgende Aspekte zu nennen: Die kurze Verlaufsbeobachtungszeit, nicht allerdings der Versuch, ein möglichst nicht selektiertes Patientenkollektiv zu rekrutieren, führte zu einer verhältnismäßig niedrigen Konversionsrate von 19%. Stattdessen zeigte sich die Konversionsrate in der Gruppe der Patienten mit reinen Nervenreizsymptomen doch höher, als bei Studienbeginn angenommen. Auch Patienten mit rezidivierenden Symptomen scheinen ein höheres Risiko für die Entwicklung einer CDMS aufzuweisen. Insgesamt führten die DIS-Kriterien der McDonald-Kriterien 2010 im Vergleich mit den Kriterien von 2005 häufiger zur MS-Diagnose aufgrund einer höheren Sensitivität (84% vs. 76%) bei niedriger Spezifität (58,5% vs. 68,9%). Allerdings zeigten fast 2/3 der Patienten, die die McDonald-Kriterien 2010 erfüllten, keine Krankheitsaktivität innerhalb des Untersuchungszeitraums. Der Nachweis der DIS nach den McDonald-Kriterien 2010 erwies sich als einziger prognostischer Faktor mit statistischer Signifikanz für die Entwicklung einer CDMS. Weitere untersuchte klinische und demographische Faktoren nahmen auf die Chance der Entwicklung einer CDMS keinen statistisch signifikanten Einfluss. Eine längere Verlaufsbeobachtung der untersuchten CIS-Kohorte ist notwendig, um die potentiellen Prädiktoren für die Entwicklung einer MS und vor allem für das Ausmaß an kumulativer Beeinträchtigung im Langzeitverlauf beurteilen zu können.

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