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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-74546
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2015/7454/


Psychometrische Messung von Einstellungen gegenüber psychologischen Online-Interventionen bei depressiven Personen und Psychotherapeuten

Psychometrical assessment of attitudes towards psychological online interventions in people with depression and psychotherapists

Schröder, Johanna

pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: Depression , Einstellung , Internet , Psychotherapeut
Freie Schlagwörter (Deutsch): Online-Intervention
Freie Schlagwörter (Englisch): Internet interventions , depression , attitudes , psychotherapists , iCBT
Basisklassifikation: 77.03 , 77.08 , 77.61 , 77.70 , 44.91 , 77.71 , 77.72 , 77.74 , 77.80
Institut: Psychologie
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Moritz, Steffen (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 16.07.2015
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 28.07.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Bei Menschen mit depressiven Störungen besteht eine erhebliche Behandlungslücke, da Betroffene oft mehrere Monate auf einen Therapieplatz warten müs-sen oder beispielsweise aus Angst vor Stigmatisierung keine professionelle Hilfe aufsuchen. Um den Behandlungsbedarf depressiver Personen in Zukunft decken zu können, besteht die Notwendigkeit, innovative und niedrigschwellige Versorgungs-ansätze zu entwickeln. Psychologische Online-Interventionen (POI) haben in Meta-Analysen als komplementäre Selbsthilfeangebote, bezüglich einer Reduktion de-pressiver Symptome, Wirksamkeit mit kleinen bis mittleren Effektstärken gezeigt. Obwohl solche Interventionen dazu beitragen könnten, die Behandlungslücke zu reduzieren, wurden POI, anders als in anderen Nationen wie Schweden oder den Niederlanden, bislang noch nicht in das deutsche Versorgungsnetz implementiert. Modellversuche einzelner Krankenkassen werden in den Medien und Berufsver-bänden aktuell kontrovers diskutiert. Da neben der Wirksamkeit von POI auch de-ren Akzeptanz bei möglichen Nutzern sowie Akteuren des Versorgungsnetzes eine wichtige Rolle für eine erfolgreiche Implementierung solcher Interventionen spielt, ist ein differenziertes Verständnis von Einstellungen gegenüber POI notwendig. Um diese erstmalig systematisch messen zu können, wurde der Attitudes towards Psychological Online Interventions Questionnaire (APOI) in der vorliegenden Arbeit anhand einer großen und diagnostisch gut validierten Stichprobe von 1004 leicht bis mittelgradig depressiven Personen entwickelt und psychometrisch evaluiert. Der APOI wurde neben depressiven Probanden auch 428 Psychotherapeuten vorgegeben, um die Einstellungen gegenüber POI in diesen Stichproben zu verglei-chen und darüber hinaus Prädiktoren für positive oder negative Einstellungen zu explorieren. Weiterhin wurden die Hypothesen überprüft, dass die Einstellung depressiver Personen im Verlauf der Anwendung einer POI positiver wird und deren initiale Einstellung gegenüber POI bei solchen Interventionen einen positiven Wirkfaktor darstellt.
Eine explorative Faktorenanalyse offenbarte eine vier-dimensionale Faktorenstruktur, die in einem Kreuzvalidierungsverfahren konfirmatorisch bestätigt werden konnte. Die Dimensionen des APOI bilden positive sowie negative Einstellungsvalenzen gegenüber POI ab. Spezifisch werden mit den Subskalen des APOI folgende Einstellungsaspekte erfasst: „Skepsis und Risikowahrnehmung“, „Vertrauen in die therapeutische Wirksamkeit“, „Wahrnehmung von Defiziten durch Technisierung“ und „Wahrnehmung von Vorteilen durch Anonymität“. Hypothe-senkonform stellte sich die Akzeptanz von POI unter den Psychotherapeuten negativer dar als unter den depressiven Personen. Die Rekrutierungsquelle erwies sich bei den depressiven Personen und die therapeutische Orientierung erwies sich bei den Psychotherapeuten als signifikanter Einstellungsprädiktor. Bei der Nutzung einer POI veränderte sich in der Interventionsgruppe im Vergleich zu einer Wartekontrollgruppe die Einstellung gegenüber POI in Abhängigkeit von der Wirksamkeit der Intervention, wobei eine positive Einstellungsveränderung nur im Zusam-menhang mit einer Verbesserung depressiver Symptome auftrat. Weiterhin stellte sich eine positive Einstellung gegenüber POI hypothesenkonform als ein signifikanter Prädiktor für die Wirksamkeit einer solchen Intervention dar.
Die Ergebnisse dieser Arbeit bringen neue Erkenntnisse in das stetig wach-sende Forschungsfeld um POI ein. Erstmalig konnten Dimensionen der Einstellung gegenüber POI bei depressiven Personen dargelegt und darüber hinaus psychomet-risch gemessen werden. Die vorliegende Studie bestätigt weiterhin Annahmen in Bezug auf Einstellungsunterschiede bei depressiven Personen und Psychotherapeu-ten und liefert erste Hinweise auf Einstellungsprädiktoren, die Veränderbarkeit der Einstellung durch die Nutzung einer POI und Zusammenhänge zwischen der Einstellung gegenüber POI und der Wirksamkeit solcher Interventionen, wobei metho-dische Limitationen kritisch diskutiert und Implikationen für die Praxis aufgezeigt werden.

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