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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-75701
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2015/7570/


Körperliche Belastung und sportliche Aktivität nach primärer Hüft-Endoprothesen-Implantation

Physical strain and sports after primary hip joint replacement

Meyer, Christian

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Basisklassifikation: 76.24
Institut: Sportwissenschaft
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Braumann, Klaus-Michael (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.12.2014
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 26.10.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Mittels standardisierter Fragebögen wurden 126 Ärzte mit eigener endoprothetischer Operationserfahrung aus insgesamt 27 orthopädischen und/oder unfallchirurgischen Krankenhausabteilungen, in denen Hüftgelenksendoprothesen implantiert werden, zu ihren therapeutischen Ent-scheidungen bezüglich einer rehabilitativen Physiotherapie, körperlicher Belastung und sportlicher Aktivität nach primärer Hüftgelenksendoprothese befragt.
Da evidenzbasierte Leitlinien zur Rehabilitation von Hüftgelenks-TEP-Patienten fehlen, erfolgt in der klinischen Routine die Verordnung physiotherapeutischer Rehabilitationsmaßnahmen nach empirischen Gesichtspunkten. Dies gilt sowohl für die Art als auch den Zeitpunkt der Aufnahme bestimmter Maßnahmen. Nur die Hälfte der befragten Ärzte (54,8%) war sich hinsichtlich der gewählten Maßnahmen sehr sicher.
Die therapeutischen Entscheidungen wurden hauptsächlich auf der Basis eigener Erfahrungen (97,6%) und des Selbststudiums von Zeitschriften/Büchern gefällt (84,7%), aber zu einem Teil auch durch Vorgaben durch Vorgesetzte (53,2%) und hausinterne Richtlinien (13,7%) beeinflusst.
Auch die Entscheidung über Empfehlungen und Verbote bezüglich Art und Zeitpunkt des postoperativen Beginns sportlicher Aktivitäten folgt keinen allgemeingültigen wissenschaftlichen Regeln, sondern wird eher willkürlich gefällt. Beispielsweise wurde ein Laufverbot von 29,0% der hier befragten Ärzte bis zur 4. Woche, von 25,8% bis zum 3. Monat, von 32,3% bis zum 6. Monat und von 11,3% überhaupt nicht verhängt. Mit Ausnahme einer tendenziellen Beeinflussung durch die Position des Arztes konnten keine weiteren Einflussfaktoren auf die Empfehlungen oder Verbote sportlicher Aktivität festgestellt werden.
Die Möglichkeit eines präoperativen Aufbautrainings wurde von keinem der befragten Ärzte als therapeutische Option in Anspruch genommen.
Für die Rehabilitation von Patienten mit Hüftgelenksendoprothesen fehlen bis-her evidenzbasierte Leitlinien. Dennoch wurde als Fangfrage formuliert, ob die Entscheidungsgrundlage der Ärzte von evidenzbasierten Leitlinien geprägt wäre. Diese Frage verneinten 93,5% der Ärzte, aber 6,5% bejahten sie. Man kann daher davon ausgehen, dass zumindest ein Teil der befragten Ärzte nicht über das Fehlen von Leitlinien informiert war. Hieraus resultiert die Problematik, ob und in welchem Umfang neu erstellte Leitlinien Akzeptanz in der Ärzteschaft finden beziehungsweise im Klinikalltag umgesetzt werden und auf diese Weise tatsächlich zu einer Erleichterung der therapeutischen Entscheidung im Rahmen der Rehabilitation von Patienten mit einer Hüftgelenksendoprothese beitragen können.
Kurzfassung auf Englisch: By means of standardized questionnaires we interviewed 126 endoprothetically experienced surgeons from 27 orthopedic and/or traumatologic surgery hospital departments conducting hip arthroplasties about their decisions concerning rehabilitative physiotherapy, physical strain and sports after primary hip joint replacement.
Because there are no evidence-based guidelines for the rehabilitation of patients with hip arthroplasties so far, the application, methods and timing of physiotherapeutic rehabilitation within clinical routine are based on empirical considerations. Only half of the interviewed physicians (54.8%) felt very certain about the chosen measures.
The therapeutic decisions were mainly based on individual experience (97.6%) and self-study of journals/books (84.7%), but in part they were influenced by the requirements of superiors (53.2%) and internal guidelines (13.7%).
Decisions about recommendations and interdictions with respect to the kind and timing of starting sports after arthroplasty were not based on valid scientific rules, but rather arbitrary as well. For instance, 29.0% of the interviewed physi-cians forbade running up to week 4, 25.8% up to month 3, 32.3% up to month 6 and 11.3% not at all. Except for a slight influence of the doctor’s position, we could not identify any factors that influenced the recommendations or interdic-tions of sporting activities.
None of the interviewed physicians chose the therapeutic option of a preopera-tive training.
Up to now there are no evidence based guidelines for the rehabilitation of pa-tients with hip arthroplasties. We set a snare for the physicians by asking if their decisions were based on evidence-based guidelines; 93.5% denied this, but 6.5% affirmed the question. It is thus reasonable to conclude that at least some physicians were not informed about the lack of guidelines, raising the question if newly developed guidelines will be accepted and applied in the daily hospital routine and if such guidelines will really facilitate therapeutic decisions concerning the rehabilitation of patients with hip arthroplasties.


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