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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-75794
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2015/7579/


Der Einfluss von Nahrungsergänzungsmitteln auf die Fertilität und das benigne Prostatasyndrom des Mannes : am Beispiel von Carnitin, Coenzym Q10 und Lycopen

The influence of dietary supplements on male fertility and benign prostatic syndrome : regarding carnitine, coenzyme Q10 and lycopene

Menges, Katja

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Nahrungsergänzungsmittel , männliche Fertilität , benignes Prostatasyndrom , Carnitin , Coenzym Q10 , Lycopen
Freie Schlagwörter (Englisch): Dietary supplements , male fertility , benign prostate syndrome , carnitine , coenzyme Q10, lycopene
Basisklassifikation: 44.21 , 44.11 , 44.88 , 44.74
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Sommer, Frank (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.08.2015
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 30.10.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Bei der vorliegenden Dissertationsschrift handelt es sich um eine Literaturrecherchearbeit die der Frage nachgeht, ob und inwiefern Nahrungsergänzungsmitteln einen positiven Einfluss auf die (1) Fertilität und (2) des benignen Prostatasyndroms des Mannes haben.

Es wurden gute, evidenzbasierte Studien mittels des Verfahrens der systematischen Recherche zur Beantwortung dieser Fragestellung analysiert. Der Publikationszeitraum wurde von 1970 bis 2012 festgelegt. Speziell die Wirkungen von Carnitin, Coenzym Q10 und Lycopen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln wurde hierzu untersucht. Mit dem Ziel, dass durch die Analyse bei ausreichend evidenzbasierten Belegen eine Empfehlung für oder gegen eine der drei Substanzen ausgesprochen werden kann.

(1) In Bezug auf die Beeinflussung der männlichen Fertilität mittels Carnitin, Coenzym Q10 bzw. Lycopen als Nahrungeergänzungsmittel zeigt diese Dissertationsschrift signifikante Verbesserungen der Motilität, Morphologie, Konzentration, Akrosomenreaktion und Vitalität der Spermatozoen sowie der Kompensation oxidativen Stresses. Zusätzlich zeigten alle drei Substanzen durchweg ein sehr nebenwirkungsarmes Spektrum auf.
Ein direkter, qualitativer Vergleich der einzelnen Studienergebnisse und Substanzen untereinander ist aufgrund der sehr heterogenen Studienlage bislang nicht möglich. Eine Aussage, welche der untersuchten Stoffe die größte Wirkung auf die männliche Fertilität aufweist, muss in vergleichenden Langzeitstudien in Zukunft erforscht werden.
Die Ergebnisse der Dissertationsschrift zeigen, dass trotz einer gewissen Knappheit an randomisierten, kontrollierten Studien, die betrachteten Substanzen eine interessante, therapieergänzende Option für das kinderlose Paar darstellen.

(2) Bei der Ausarbeitung und Beurteilung der Daten zum benignen Prostatasyndrom, gibt es als Nahrungsergänzung zu Lycopen die meisten Untersuchungen. Die Nahrungsergänzung bewirkte einen Konzentrationsanstieg von Lycopen im Plasma sowie einer Senkung des PSA-Levels. Keine signifikante Reduktion des Prostatavolumens oder eine Verbesserung des International Prostate Symptom Scores konnte nach einer Lycopensupplementation ausgemacht werden. Demnach scheint nach derzeitiger Studienlage Lycopen, als isoliertes Nahrungsergänzungsmittel betrachtet, keinen protektiven Effekt auf die Krankheitsprogression des benignen Prostatasyndroms zu haben.
Es wird postuliert, dass zukünftige Studien den Forschungsschwerpunkt dahingehend ausrichten sollten, alternative Wirkkomponenten zu untersuchen, wie sie in Tomatenprodukten vorkommen, mit Lycopen als Teilkomponente. Hier zeigten Untersuchungen einen möglichen protektiven Zusammenhang in Hinsicht auf das benigne Prostatasyndrom des Mannes.
Fundierte Aussagen und Empfehlungen über eine Nahrungsergänzung mit Carnitin und Coenzym Q10 konnten aufgrund der fehlenden Datenlage nicht gemacht werden. Carnitin scheint nach einer ersten Studie einen positiven Einfluss auf das Wachstum der Prostata zu haben.
Schlussfolgernd kann eine definitive Aussage über die Nahrungsergänzung mit Carnitin, Coenzym Q10 und Lycopen bezüglich des benignen Prostatasyndroms beim derzeitigen Stand der Studienlage nicht gemacht werden. Weitere gut designte und den heutigen Standards entsprechende Studien wären hier in Zukunft richtungsweisend.

Kurzfassung auf Englisch: The present thesis is a literature review to answer the question if and what kind of influence dietary supplements are having on the (1) fertility and (2) the benign prostatic syndrome of men.
Therefore good evidence-based studies were analyzed by the method of systematic research. The publication period was fixed from 1970 to 2012. Specifically the effects of carnitine, coenzyme Q10 and lycopene were investigated, with the aim to give a recommendation for or against one of these three substances.
(1) Significant improvements in the studies of dietary supplements and male fertility were observed in motility, morphology, concentration, acrosome reaction, vitality and the compensation of oxidative stress in the spermatozoa. In addition all three substances showed consistently a very small spectrum of side effects.
A direct, qualitative comparison of the individual substances and study results with each other has not yet been possible due to the very heterogeneous study situation. A statement on which of the investigated dietary supplements is having the greatest effect on male fertility has to be researched in comparative long-term studies in future.
The thesis postulates, despite the lack of a good number of randomized controlled trials, that these considered substances pose an interesting, complementary therapy option for the childless couple.

(2) The elaborateness and assessment of the results from the data for benign prostatic syndrome and dietary supplements of this review and the analyzed substances showed the most numerous clinical studies for lycopene as a nutritional supplement. An increase in concentration of lycopene in plasma and a reduction in PSA levels were recognizable. No significant improvements were shown in decrease of the prostate volume or improvements of the International Prostate Symptom Score. According to the current study situation lycopene, isolated as a dietary supplement, seems to have no protective effect on the progression of the benign prostate syndrome in men.
Some studies with tomato products, and lycopene as a subcomponent, could show a possible protective effect in terms of the benign prostatic syndrome. Therefore it is postulated that in future investigations the main direction of research should focus on other protective ingredients in tomato products than in lycopene alone.
Profound statements and recommendations about supplementations with carnitine and coenzyme Q10 cannot be made yet due to the lack of available data. Carnitine appears after a first study to have a positive impact on the growth of the prostate.
In summons, a definitive conclusion about the supplementation with carnitine, coenzyme Q10 and lycopene regarding the benign prostate syndrome at this stage cannot be made. Further well-designed and today’s standards appropriate studies would give new directions for future research.

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