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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-76944
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/7694/


Untersuchungen zur nicht bestimmungsgemäßen Verwendung von Substitutionsmitteln und zum Gesundheitszustand von substituierten und nicht substituierten Opiatabhängigen in Deutschland

Mone, Jasmin Sandra

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SWD-Schlagwörter: Substitution , Methadon , Polamidon , Subutex , Suboxone , Substitutionsmittel , Drogenmissbrauch , Opiatabhängige
Freie Schlagwörter (Englisch): Substitution substances , Substitution drug abuse
Basisklassifikation: 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Gallinat, Jürgen (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 21.12.2015
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 12.01.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Der Konsum illegaler Drogen bleibt weltweit ein großes Problem. Die Verwendung von Heroin kann nicht als rückläufig betrachtet werden. Diese Tatsache spricht dafür, dass weiterhin alles getan werden muss, um die Opiatabhängigen, bei denen es sich um Patienten handelt, therapeutisch zu begleiten und aus ihrem Dilemma herauszuführen.
Auch in Deutschland gewinnt, nachdem parteipolitische und ideologische Hürden überwunden werden konnten, die Substitutionsbehandlung zunehmend an Bedeutung. Aktuell werden etwa 77.300 Suchtpatienten substituiert und dabei von 2.691 registrierten Suchtmedizinern betreut (BfArM 2014). Durch die Therapie mit einem Substitutionsmittel wie beispielsweise Methadon/Polamidon oder Buprenorphin (Subutex/Suboxone) bekommen Opiatabhängige die Möglichkeit, sich
beruflich, sozial sowie gesundheitlich zu stabilisieren. Die Einstellung der Suchtpatienten mit den entsprechenden Substanzen hat, wie zahlreiche Studien eindrucksvoll belegen, dazu beigetragen, das angestrebte Ziel, nämlich eine harm reduction, mit allen ihren Facetten, erfolgreich zu realisieren. Begleitende psychoedukative und psychosoziale Maßnahmen erhöhen und stabilisieren den therapeutischen Effekt. Weiterhin erhöhen instabile familiäre Verhältnisse, eine mangelhafte oder nicht abgeschlossene Schul- und Berufsausbildung das Risiko eines frühzeitigen Drogenabusus, so dass entsprechende präventive Maßnahmen zu ergreifen sind. Einer der Haupteinflussfaktoren für das Gelingen einer sozialen Reintegration ist ein stabiles Arbeitsverhältnis, daher sollte psychischer Stress, auch in Form von Arbeitslosigkeit nach Möglichkeit maximal reduziert werden. Eine restriktive Drogenpolitik erweist sich als ebenso kontraproduktiv wie Behandlungskonzepte, die sich einseitig auf eine Drogenabstinenz konzentrieren. Allgemein lässt sich feststellen, dass die praxisnah Befragten/Substituierten ihren psychischen Gesundheitszustand etwas besser einschätzten als die Klienten im offenen Drogenmilieu. Anhand der Erhebung des Gesundheitsstatuts der befragten Opiatabhängigen zeigten sich, wenn überhaupt, lediglich leichte positive Effekte der Substitutionsbehandlung. Der in der Literatur publizierte Erfolg ließ sich, auch im Widerspruch zur Hypothese dieser Arbeit, anhand der eigenen Untersuchung nicht darstellen.
Der HBV-Impfstatus der praxisnah Befragten und Substituierten stellte sich ebenfalls etwas besser dar, lag aber mit rund 50% immer noch deutlich unter den Empfehlungen der ständigen Impfkommission.
Bei den nicht substituierten lag der Anteil an Migranten deutlich höher als bei den substituierten Suchtpatienten. Die Gründe dafür waren nicht eindeutig zu eruieren, Sprachprobleme oder die Angst der Datenübermittlung könnten hier eine Rolle gespielt haben, wenn es darum ging, Migranten für eine Substitution zu gewinnen.
Entsprechend der Hypothese zeigte sich bei den praxisnah Befragten ein deutlich und hochsignifikant besseres Bild bezogen auf soziale Aspekte wie Bildung, Beschäftigung, Unterbringung und familiäre Integration. Es scheint sich somit zu bestätigen, dass Patienten durch die ärztliche Betreuung leichter den Weg zurück in eine stabile Lebensumwelt finden,
als jene, die sich in der offenen Drogenszene bewegen. Diese Beobachtung könnte für die Effektivität der Substitutionsbehandlung sprechen. Einschränkend muss gesagt werden, dass die Anzahl derer, die sich in Vollzeitbeschäftigung befanden und einen festen Lebenspartner hatten, generell gering war, was sich letztlich negativ auf die Therapietreue auswirken kann. Die praxisnah Befragten/Substituierten verwendeten Substitutionsmittel deutlich seltener nicht bestimmungsgemäß, als es die szenenah Befragten/ nicht Substituierten taten. Auch der Konsum von Heroin, Kokain, Crack und Benzodiazepinen, sowie der riskante Konsum (i.v. und nasal) lagen in der zuerst genannten Gruppe niedriger, so dass sich hier ein positiver Effekt der Substitution abzuzeichnen scheint.

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