FAQ
© 2015 Staats- und Universitätsbibliothek
Hamburg, Carl von Ossietzky

Öffnungszeiten heute09.00 bis 24.00 Uhr alle Öffnungszeiten

Eingang zum Volltext in OPUS

Hinweis zum Urheberrecht

Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-76967
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/7696/


Optimierung von Behandlungserwartungen und Adhärenz - Welchen Beitrag können die medizinische Aufklärung und psychologische Interventionen leisten?

Optimization of treatment expecations and adherence - What is the contribution of treatment information and psychological interventions?

Heisig, Sarah

pdf-Format:
 Dokument 1.pdf (15.602 KB) 


SWD-Schlagwörter: Psychoonkologie , Intervention , Erwartung , Einstellung
Freie Schlagwörter (Deutsch): Medizinische Information , Adhärenz , Behandlungswissen , Kognitiv-behaviorale Intervention
Freie Schlagwörter (Englisch): Treatment information , Treatment expectation , Adherence , Cognitive-behavioral intervention , Psychooncology
Basisklassifikation: 77.71 , 77.61 , 77.75
Institut: Psychologie
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Nestoriuc, Yvonne (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 02.12.2015
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 15.01.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Behandlungserwartungen stellen bedeutsame psychologische Mechanismen in der medizinischen Behandlung von Erkrankungen dar. Sie können zu erwartungsinduzierten Nebenwirkungen führen (erwartungsinduzierte Nocebo Effekte; Sohl, Schnur, & Montgomery, 2009) und die Behandlungsadhärenz beeinflussen (Horne et al., 2013). Die medizinische Aufklärung trägt einen großen Teil zur Ausbildung von Behandlungserwartungen bei (Wells & Kaptchuk, 2012). Bisher mangelt es jedoch an Studien zur Verbesserung der medizinischen Aufklärung sowie an psychologischen Interventionen zur Optimierung negativer Behandlungserwartungen. Da in der endokrinen Therapie des Mammakarzinoms eine Belastung durch Nebenwirkungen prävalent ist, die mit einer Adhärenzproblematik einhergeht (Grunfeld, Hunter, Sikka, & Mittal, 2005; Lash, Fox, Westrup, Fink, & Silliman, 2006), konzentrieren sich die folgenden Studien auf diese Behandlung.
Studie l verfolgte das Ziel Behandlungserwartungen vor Beginn der endokrinen Therapie bei N=167 Patientinnen zu untersuchen, indem ihre Struktur und assoziierte Variablen analysiert wurden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dysfunktionale Behandlungserwartungen hauptsächlich mit psychologischen Faktoren und geringem Behandlungswissen einhergehen und weniger mit soziodemografischen oder medizinischen Variablen. Eine Netzwerkanalyse zeigte, dass zwischen einzelnen Arten von Erwartungen differenziert werden sollte. Studie ll hatte zum Ziel zu überprüfen, ob eine nach Leitlinien gestaltete, zusätzliche Aufklärung zur endokrinen Therapie das Wissen zur Behandlung und damit zusammenhängend die Adhärenz nach drei Monaten Behandlung verbessert. An einer Stichprobe mit N=138 Patientinnen konnte in dieser prospektiven Kohortenstudie gezeigt werden, dass das Behandlungswissen gesteigert werden konnte. Eine Wissenssteigerung ging mit einer höheren Adhärenz einher. In Studie lll wurde eine optimierte medizinische Aufklärung zur endokrinen Therapie bzw. zur Chemotherapie experimentell an N=124 gesunden Frauen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass eine personalisierte medizinische Aufklärung, die neben einer Information zu Nebenwirkungen auf die Wirkweise und den Nutzen der Behandlung fokussiert, Behandlungserwartungen, Behandlungsentscheidungen und damit die Adhärenzintention positiv beeinflussen kann. Studie lV untersuchte eine kognitiv-behaviorale Kurzzeitintervention zur Optimierung von Erwartungen. Mittels zweier Fallberichte, die qualitativ und quantitativ ausgewertet wurden, konnte gezeigt werden, dass beide Patientinnen von der Intervention profitieren konnten.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine leitliniengerecht gestaltete, medizinische Aufklärung, die den Nutzen einer Behandlung betont, das Behandlungswissen und Behandlungserwartungen verbessern kann. Darüber hinaus scheint eine kognitiv-behaviorale Intervention zur Optimierung von Erwartungen vielversprechend zu sein. Mittels des Mechanismus der Erwartungen könnten klinische Outcomes, wie die Behandlungsadhärenz und die Nebenwirkungsbelastung positiv beeinflusst werden. Die vorliegende Dissertation betont die Bedeutung psychologischer Prozesse, wie Erwartungen, für die Verbesserung klinischer Outcomes in der Onkologie.
Kurzfassung auf Englisch: Treatment expectations represent psychological mechanisms that can have great impact on medical treatments. They can lead to expectancy-induced treatment side effects (expectancy induced nocebo effects; Sohl et al., 2009) as well as low treatment adherence (Horne et al., 2013). Treatment expectations can be modified by treatment information, e.g. given within informed consent procedures (Wells & Kaptchuk, 2012). There is a lack of studies on the improvement of treatment information as wells as on psychological interventions aiming at optimizing treatment expectations. In endocrine therapy for breast cancer, treatment side effects represent a burden and are associated with low adherence (Grunfeld et al., 2005; Lash et al., 2006). Therefore the following studies focus on this therapy.
In study l the structure and associated factors of treatment expectations before start of endocrine therapy were investigated in a sample of N = 167 patients. The results indicate that dysfunctional expectations were mainly associated with psychological variables, less with sociodemographic or medical variables. A network analysis showed that different kinds of expectations sould be differentiated. Study ll aimed at investigating the impact of high quality treatment information on knowledge about treatment and adherence three months after start of endocrine therapy. In this prospective cohort study, knowledge could be improved through enhanced treatment information in a sample of N = 138 patients. Improvement in knowledge was associated with higher adherence. In an experimental study design, the effect of a personalized treatment information that focused on treatment mechanisms and benefit on treatment expectations was analyzed (study lll). N=124 healthy women were informed either about endocrine therapy or chemotherapy. As hypothesized, treatment expectations, decisional conflicts and the associated adherence intention could be improved. In study Vl, a cognitive-behavioral intervention aiming at optimizing expectations was presented in two case studies. The feasibility of the intervention could be shown as well as that both patients benefited.
The results of this dissertation underline the effectiveness of high quality medical information, focusing on treatment mechanisms and benefit, for the optimization of treatment knowledge and thus treatment expectations. Additionally, cognitive-behavioral interventions seem promising for the optimization of expectations. The improvement of expectations could positively influence clinical outcomes like adherence and side effects. This dissertation emphasizes the relevance of psychological processes like expectations for the improvement of clinical outcomes in oncology.

Zugriffsstatistik

keine Statistikdaten vorhanden
Legende