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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-77495
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/7749/


Die Auswirkungen der Testosteronsubstitutionstherapie auf die erektile Funktion, Miktionsfunktion und Lebensqualität bei hypogonadalen Männern

Steinhoff, Lars

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SWD-Schlagwörter: Hypogonadismus , Erektionsstörung
Basisklassifikation: 44.88
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Sommer, Frank (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.02.2016
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 17.02.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Zentraler Gegenstand dieser hier vorliegenden, retrospektiven Studie war es, zu untersuchen, inwiefern die Testosteronsubstitutionstherapie Einfluss auf die Durchblutung des Schwellkörpers nimmt und ob sich dadurch die erektile Funktion verbessern kann. Daneben sollte untersucht werden, ob die Miktionsfunktion, die gesundheitsbezogene Lebensqualität sowie das Risiko, ein Prostatakarzinom zu erleiden, durch die Testosteronsubstitution verändert werden kann.
In Bezug auf die erektile Funktion konnte unter der Substitution eine signifikante Zunahme der Durchblutung des Schwellkörpers, evaluiert über den systolischen Spitzenfluss während der Erektion, welcher mittels Farb-Duplex-Sonographie gemessen wurde, erreicht werden. Nicht nur wurde dem altersassoziierten Rückgang des systolischen Spitzenflusses entgegengewirkt, sondern dieser stattdessen auf physiologische Werte von über 35 cm/sec gesteigert. Bestätigt wird dieser Erfolg durch die deutlich positivere, per IIEF-Fragebogen erhobene, Bewertung der erektilen Funktion durch den Patienten. Vermutlich induziert die Testosteronsubstitutionstherapie sowohl einen Wiederaufbau von glattmuskulären Zellen als auch eine Verbesserung der endothelialen Funktion des Corpus cavernosum und der zuführenden Blutgefäße. Durch diese Effekte wird ein vermehrter und schnellerer Bluteinstrom erzielt und die Entstehung des für die Erektion notwendigen veno-occlusiven Effekts wieder ermöglicht.
Der langjährigen Annahme, dass eine Testosteronsubstitutionstherapie das PCa-Risiko erhöhe, konnte schon früh durch eine nicht auffällig gestiegene PCa-Inzidenz unter der Therapie widersprochen werden. Erst kürzlich wurde dieser Zusammenhang über die Testosteron-Sättigungstheorie erklärbar. Auch in dieser Studie scheint die Erkrankungsrate dem Durchschnitt aller gleichaltrigen Männer zu entsprechen. Um die Therapie als “sicher“ zu bestätigen benötigt man dennoch in einer zukünftigen Studie ein Patientenkollektiv von mehreren 10.000 Männern.
In Bezug auf die Miktionsfunktion konnten durch die Testosteronsubstitution in dieser Studie keine signifikanten verschlechternden oder verbessernden Effekte evaluiert werden. Bemerkenswert ist dennoch, dass die altersassoziierte Zunahme der Miktionssymptomatik unter der Therapie ausblieb.
Weiterhin wurde in dieser Studie gezeigt, dass eine Substitution mit Testosteron die Konzentrationen für Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin in die Normbereiche sinken lässt. Darüber hinaus bestätigte sich die vielfach wissenschaftlich beschriebene testosteron-assoziierte Steigerung der Erythropoese, welche sich jedoch innerhalb der Normgrenzen selbst limitierte. Von einer Steigerung des Risikos für die allgemeine Gesundheit durch die Testosteronsubstitutionstherapie ist nach diesen Studienergebnissen daher nicht auszugehen.
Letztendlich ist außerdem zu erwähnen, dass unter der Testosteronsubstitutionstherapie die gesundheitsbezogene Lebensqualität deutlich verbessert werden konnte.

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