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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-77750
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/7775/


Verhaltensstudie zu durch das Spiegelneuronsystem vermittelten imitativen Reaktionen bei Erwachsenen mit Autismus-Spektrum-Störung

Schunke, Odette

Originalveröffentlichung: (2015) http://aut.sagepub.com/content/20/2/134
pdf-Format:
 Dokument 1.pdf (1.183 KB) 


SWD-Schlagwörter: Autismus , Spiegelneuron
Freie Schlagwörter (Deutsch): Imitation , Verhaltensexperiment
Basisklassifikation: 44.90
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Munchau, Alexander (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.12.2015
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 11.03.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Eine Dysfunktion des menschlichen Spiegelneuronsystems liegt möglicherweise einigen Defiziten, die bei Patienten mit Autismus-Spektrum-Störung auftreten, zugrunde wie z.B. in Hinblick auf ein eingeschränktes Leistungsvermögen bei imitativen Aufgaben sowie bezüglich beeinträchtigter sozialer Interaktionsfähigkeiten. Mithilfe von drei Reaktionszeitaufgaben, die die Funktion des menschlichen Spiegelneuronsystems in einfachen und komplexen Testbedingungen abbilden, untersuchten wir 20 erwachsene Probanden mit Autismus-Spektrum-Störung sowie 20 nach Alter, Geschlecht und Schulbildung gematchte Kontrollprobanden. Die Teilnehmer vollführten einfache Finger-Hebe-Bewegungen als Reaktion auf 1) auf einem Bildschirm dargebotene biologische Finger- und nicht-biologische Punktbewegungen, auf 2) akustische Stimuli (Töne) sowie auf 3) kombinierte visuell-akustische (bewegte Objekte und Töne) Stimuli mit unterschiedlichem kontextuellem (kompatibel / nicht-kompatibel) sowie zeitlichem (simultan / asynchron) Zusammenhang. Mit Hilfe von Mixed Model Analysen konnte verdeutlicht werden, dass Probanden mit Autismus-Spektrum-Störung insgesamt langsamere Reaktionszeiten zeigten als die gesunden Kontrollprobanden. Beide Gruppen reagierten schneller auf biologische als auf nicht-biologische Stimuli (Experiment 1). Dies impliziert, dass die Verarbeitung von biologischen Stimuli bei Autismus über das Spiegelneuronsystem intakt zu sein scheint, was sich auch in Experiment 3 bestätigt, bei dem beide Gruppen einen deutlichen „Interferenzeffekt“ zeigen (= Verhaltensvorteil in kompatiblen im Vergleich zu nicht-kompatiblen Stimuli) zumindest in simultanen Bedingungen. Probanden mit Autismus-Spektrum-Störung zeigten jedoch signifikant langsamere Reaktionszeiten v.a. wenn inkompatible Stimuli asynchron, d.h. nacheinander, dargeboten wurden. Alles in allem deuten die Studienergebnisse darauf hin, dass das imitative System bei Probanden mit Autismus-Spektrum-Störung intakt zu sein scheint und eher ein Defizit im Bereich der imitativen Kontrollmechanismen in dieser Patientengruppe vorzuliegen scheint.
Kurzfassung auf Englisch: Dysfunctions of the human mirror neuron system (MNS) have been postulated to underlie some
deficits in autism spectrum disorders (ASD) including poor imitative performance and impaired
social skills. Using three reaction time (RT) experiments addressing MNS functions under
simple and complex conditions, we examined 20 adult ASD participants and 20 healthy controls
matched for age, gender and education. Participants performed simple finger (lifting movements
in response to 1) biological finger and non(biological dot movement stimuli, 2) acoustic stimuli
and 3) combined visual(acoustic stimuli with different contextual (compatible/incompatible) and
temporal (simultaneous/asynchronous) relation. Mixed model analyses revealed slower RTs in
ASD. Both groups responded faster to biological compared to non-biological stimuli (Experiment 1) implying intact processing advantage for biological stimuli in ASD. In Experiment 3 both
groups had similar “interference effects” when stimuli were presented simultaneously. However,
ASD participants had abnormally slow responses particularly when incompatible stimuli were
presented consecutively. Our results suggest imitative control deficits rather than global imitative
system impairments.

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