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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-78159
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/7815/


Kooperation, Beziehungsstrukturen und Sozialkapital von Lehrkräften : eine Analyse zum Programm „Jedem Kind ein Instrument“

Collaboration, interpersonal relationships and social capital of teachers

Kulin, Sabrina

pdf-Format:
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Freie Schlagwörter (Deutsch): Netzwerkanalyse , Sozialkapital von Lehrkräften , Sozialkapital , Bildungsnetzwerke , egozentrierte Netzwerkanalyse , Jedem Kind ein Instrument
Freie Schlagwörter (Englisch): egocentric network analysis , social capital , educational networks
Basisklassifikation: 81.05
Institut: Erziehungswissenschaft
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schwippert, Knut (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.05.2015
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 06.04.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Kooperation zwischen Lehrkräften hat derzeit sowohl in Praxis als auch Forschung Hochkonjunktur. Wenngleich bei der Kooperation von Lehrkräften berufsbezogene zwischenmenschliche Beziehungen im Mittelpunkt stehen, wurden diese selten mit der Methode der Sozialen Netzwerkanalyse untersucht. Bei dieser Methode handelt es sich um ein Instrumentarium, um fokussiert Beziehungsstrukturen zu analysieren. Die Analysen wiederum lassen interpretatorische Rückschlüsse auf Erträge durch die zwi-schenmenschlichen Beziehungen zu.
Mit dem Aspekt der Erträge durch zwischenmenschliche Beziehungen ergeben sich Anknüpfungspunkte an das Konzept des Sozialkapitals (Bourdieu, 2005; Coleman, 1991), welches durch seinen instrumentellen Charakter geprägt ist. Wie stark das Aus-maß der Erträge ist, hängt insbesondere von den Merkmalen der Beziehungen ab und der sie umgebenden Rahmenbedingungen.
Im musikpädagogischen Kooperationsprogramm „Jedem Kind ein Instrument“ wird auf Lehrkraftseite genau dieser Aspekt des Ertrags durch beruflich-zwischenmenschliche Beziehungen erhofft. Lehrkräfte aus Grund- und Musikschule arbeiten zusammen, um Kindern das Instrumentalspiel zu ermöglichen. Beide Berufsgruppen sollen dabei didaktisch und inhaltlich von den gegenseitigen Kompetenzen profitieren.
Ziel der Arbeit ist es, diese beruflichen Beziehungsstrukturen und ihre Erträge ge-nauer in den Blick zu nehmen. Die Beziehungen werden in einem sequenziell-vertiefenden Mixed-Methods-Design mittels einer quantitativen und qualitativen (ego-zentrierten) Netzwerkanalyse untersucht, um sowohl Entstehungs- als auch Ertragsbedingungen zu erfassen. Da Beziehungsstrukturen nicht losgelöst von ihrem Kontext zu betrachten sind, werden darüber hinaus Umsetzungsstrategien sowie förderliche Rah-menbedingungen für deren Entwicklung analysiert.
Die deskriptiven, explorativen Ergebnisse geben empirische Hinweise für die Entwicklung individueller und kollektiver Lernprozesse in Zusammenhang mit kontextuellen und zwischenmenschlichen Gegebenheiten. Nicht allein die Häufigkeit von Kontaktrealisierungen ist hierfür ausschlaggebend. Vielmehr zeigen die Befunde, dass unter Hinzuziehung weiterer Beziehungsmerkmale wie Multiplexität oder die Heterogenität der Kontaktpartner Erträge von Beziehungsstrukturen komplexer interpretiert werden können. Zudem sensibilisiert die Arbeit für geeignete Rahmenbedingungen, um Sozial-kapital auszubauen. Hierzu zählen u.a. ausreichende zeitliche Ressourcen und die Un-terstützung durch die Schulleitung.
Die vorliegende Untersuchung wirft weiterführende Fragen für zukünftige Forschungen auf. So ist zum Beispiel nicht beantwortet, welche individuellen Voraussetzungen
– neben den untersuchten strukturellen Rahmenbedingungen – einen Einfluss auf den Ausbau von Beziehungen haben. Für die Praxis bringt die Arbeit Implikationen dahingehend mit sich, insbesondere auch informelle Lerngelegenheiten für Innovationsprozesse auf Individual- und Organisationsebene als förderlich anzusehen und diese durch entsprechende Rahmenbedingungen zu unterstützen.
Kurzfassung auf Englisch: The topic of teacher collaboration is experiencing a practical and research-related up-swing. However, social network analyses, measuring relationship structures by adding values based on personal gains of interpersonal relationships, are rarely used in this con-text.
This aspect of personal gains by interpersonal relationships links to the concept of social capital (Bourdieu, 2005; Coleman, 1991), which offers an instrumental character. Thereby, the extent of gain is dependent on the characteristics of the relationship and their surrounding conditions.
The topic of benefit by occupational-interpersonal relationships is one of the subjects of the music education-related collaboration programme “An Instrument for Every Child”. In this project, primary and music-school teachers collaborate to enable children to play a musical instrument whereat both occupational groups are expected to profit from each other’s competencies regarding subject matters and didactics.
It is the aim of this work to analyse these occupational relationship structures as well as their gains using the social network analysis instrument. The relationships are being evaluated performing a quantitative and qualitative (egocentric) network analysis to measure the conditions under which both formation and gain of relationships are taking place. Since relationship structures are never to be evaluated without taking their context into consideration, strategies for their establishment as well as beneficial surrounding conditions are also being examined.
The descriptive, explorative results provide empirical evidence for the development of individual and collective learning processes concerning context-related and interpersonal conditions. For this purpose, it is not so much the frequency of contact but rather the additional examination of relationship characteristics such as heterogeneity of contact persons that allow to interprete statements on relationship structures more complex. In addition, the analysis sensitises to the necessary general conditions such as sufficient timely resources and support by school board members.
This study raises further research questions, i.e. concerning individual requirements that might have an influence on the development of relationships next to the structural conditions evaluated in this analysis. Implications for practical settings include the consideration of informal learning opportunities as beneficial for processes of innovation on individual as well as organisational levels and their encouragement by providing appropriate general condition.

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