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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-78338
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/7833/


Vergleich grafischer Darstellungsmethoden in der Risikokommunikation bei Multipler Sklerose

Bay, Yasemin

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SWD-Schlagwörter: Risikokommunikation , Risikoreduktion
Freie Schlagwörter (Deutsch): Wahrscheinlichkeiten , statistische Ungewissheiten , Evidenzbasierte Medizin
Freie Schlagwörter (Englisch): Pictogramm , numeracy
Basisklassifikation: 44.90
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Heesen, Christoph (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 29.02.2016
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 06.04.2016
Kurzfassung auf Deutsch: MS ist eine Erkrankung mit mannigfaltigen Ungewissheiten hinsichtlich Diagnose, Krankheitsverlauf und Therapie. Diese Ungewissheiten werden in PI häufig gar nicht oder nur geringfügig diskutiert. Durch die revidierten diagnostischen Kriterien zur MS-Erkrankung wird eine immer frühere Diagnose, deren Evidenz fraglich ist, ermöglicht. Dessen ungeachtet fordern Leitlinien den frühen Beginn einer immunmodulatorischen Therapie, deren Langzeitwirkungen nicht eindeutig belegt sind. Angesichts nur teilwirksamer Therapieoptionen, die zudem nebenwirkungsreich sein können, ist es wichtig, Patienten in vollem Umfang über Nutzen und Nicht-Nutzen von medizinischen Interventionen zu informieren. Dies setzt laienverständliches Informationsmaterial zur Darstellung statistischer Daten voraus. Die Informiertheit des Pa¬tienten bildet sodann die Grundlage für eine gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Arzt und Patient.
Das Ziel dieser Studie war die Evaluation einer neuen Grafik zur Darstellung von Wahrscheinlichkeiten von Nutzen und Schaden medizinischer Interventionen im Bereich der MS, die durch ihr platzökonomisches Format auch zur Präsentation mehrerer Optionen zugleich geeignet ist.
In der Pilotierungsphase wurde das vorab entwickelte Basismodul ClaRiFig anhand von Patienteninterviews schrittweise weiterentwickelt und optimiert. Die im Rahmen des Pretests mit einer kurzen Powerpoint-Präsentation erprobte neue Grafik zeigte einen Anstieg in der Risikokalkulationskompetenz der VT gegenüber den frühen Generationen der neuen Darstellungsmethode.
Im Anschluss wurde die neue grafische Darstellungsform webbasiert, als Online-Studie, mit dem Referenzstandard, den 100er-Piktogrammen, hinsichtlich Verständlichkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit verglichen. Neben der statischen Präsenta¬tion wurden beide Grafiken jeweils als animierte Version präsentiert. 682 Besucher der Internetseite der Deutschen MS-Gesellschaft nahmen an der vierarmigen, randomisiert-kontrollierten Studie teil. Mit der neuen Grafik konnten die präsentierten Informationen zum Nutzen und Nicht-Nutzen einer Interferontherapie mit ca. 50 % richtiger Antworten (primärer Endpunkt) ebenso gut oder auch schlecht wie mit Piktogrammen vermittelt werden. In den animierten Präsentationen zeigte die neue Grafik bei der Verarbeitungsgeschwindigkeit hingegen einen signifikanten Vorteil gegenüber der animierten Variante mit Piktogrammen. Insgesamt lag der Vorteil hinsichtlich Verständlichkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit jedoch bei den statischen Varianten der Grafiken. Da es im Bereich der MS häufig um eine Vielzahl von Entscheidungsoptionen geht, ergab sich ein wichtiger Vorteil der neuen Grafik durch die Risikovermittlung mit nur einem Balken. Die Ein-Balken-Grafik ermöglicht eine Darstellung mehrerer Optionen im übersichtlichen Vergleich, wie sie zuvor mit Piktogrammen nicht möglich war.


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