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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-78545
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/7854/


Charakterisierung von Anellovirus-Infektionen bei Patienten mit Multipler Sklerose

Characterization of Anellovirus-Infection in Multiple Sclerosis Patients

Kaiser, Lukas Robert

pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: TT-Virus , Multiple Sklerose , Infektion , Viren , Polymerase-Kettenreaktion
Freie Schlagwörter (Deutsch): Anellovirus
Basisklassifikation: 44.90 , 44.45
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Martin, Roland (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.04.2016
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 02.06.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Um weitere Informationen über mögliche Zusammenhänge von Anellovirusinfektionen und
MS zu erhalten, wurden in dieser Arbeit Serum- und Liquorproben von MS-Patienten im
Schub und außerhalb eines Schubs, Serumproben von Kindern und Jugendlichen mit MS,
Serum- und Liquorproben von Patienten mit anderen entzündlichen und nicht entzündlichen
neurologischen Erkrankungen, sowie Serumproben von gesunden Kontrollgruppen mittels
quantitativer PCR auf Anellovirus-Prävalenz und -Last untersucht. Dazu wurde zunächst ein
neues PCR-Protokoll etabliert, um eine möglichst spezifische und sensitive Untersuchung
des breiten Spektrums der hochgradig heterogenen Anellovirus-Familie zu ermöglichen.
Insgesamt wurden 144 Serumproben und 74 Liquorproben untersucht, was die in der
aktuellen Literatur bislang größte Anzahl an Anellovirusuntersuchungen im Liquor darstellt.
Sowohl in Liquor- als auch in Serumproben wurden Anelloviren nachgewiesen und quantifiziert. Die Prävalenzen lagen dabei zwischen 30%-62% im Liquor und 80%-95,7% im
Serum. Koinfektionen mit TTV und TTMV/TTMDV konnten im Serum bei 38% und im Liquor
bei 50% der MS-Patienten im Schub, sowie bei 64% im Serum und 29% im Liquor der MS-Patienten ohne Schub nachgewiesen werden. In der gesunden Kontrollgruppe zeigte sich
eine Koinfektionsrate von 57% im Serum. Die gemessenen Unterschiede waren dabei
statistisch nicht signifikant. MS-Patienten und gesunde Probanden unter 18 Jahren wiesen
mit 90% respektive 93% Koinfektionen im Serum jedoch statistisch signifikant höhere Raten
auf als die erwachsenen Vergleichsgruppen. Die Kopienzahlen im Liquor lagen zwischen
2,14±0,32 log10 Kopien/ml und 2,81±0,68 log10 Kopien/ml, im Serum zwischen 3,04±0,61
log10 Kopien/ml und 4,42±0,81 log10 Kopien/ml. Im Vergleich der untersuchten Gruppen
zeigte sich eine signifikante Reduktion der Viruslast im Serum während eines MS-Schubs,
sowie deutlich höhere Viruslasten bei Kindern und Jugendlichen im Vergleich zu
Erwachsenen. Auch in der Korrelation zwischen Lebensalter und Viruslast zeigte sich eine
signifikante Abnahme der Kopienzahlen mit steigendem Alter. Die Analyse der PCR-Ergebnisse
zeigte zudem eine signifikant höhere Viruslast bei unbehandelten Kindern und
Jugendlichen mit MS im Vergleich zu Gesunden, während immunmodulatorisch behandelte
keinen signifikanten Unterschied in der Viruslast zeigten.
Insgesamt bieten die Ergebnisse dieser Arbeit keinen Anhalt für einen direkten
Zusammenhang zwischen TTV-Infektionen und MS, jedoch ergeben sich aus diesen
Erkenntnissen neue Fragen, insbesondere zu Veränderungen in der Anellovirus-spezifischen
Immunität während eines Krankheitsschubs, unter immunmodulatorischer Therapie und im
Kindes- und Erwachsenenalter. Ob und wie solche Änderungen einen Einfluss auf die
Pathogenese der Multiplen Sklerose haben, muss in zukünftigen Studien geklärt werden.

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