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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-78974
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/7897/


Erfassung von Prävalenz, Klinik, Risikofaktoren und unterschiedlichen Screeningregimes anhand eines erweiterten MRSA-Screenings stationärer Patienten am Universitären Herzzentrum Eppendorf von Oktober bis Dezember 2012

Prevalence, clinical outcome, risk-factors and different screening regimes evaluated on the basis of an extended MRSA-screening of hospital patients at admission at the Universitäres Herzzentrum Eppendorf from October 2012 to December 2012

Hermans, Christian

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SWD-Schlagwörter: MRSA , Screening , Risikofaktor , Prävalenz , Gefäßchirurgie , Kardiologie , Epidemiologie , Ambulanz , Krankenhaus , Prävention , Identifikation
Freie Schlagwörter (Deutsch): Gefäßmedizin , klinischer Verlauf , MRSA-Screening , MRSA-Prävalenz , Surveillance
Freie Schlagwörter (Englisch): Methicillin-resistant Staphylococcus aureus , surveillance , prevalence , vascular surgery , risk-factors
Basisklassifikation: 44.97 , 44.17 , 44.85 , 44.75 , 44.43
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Debus, Sebastian Eike (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 23.05.2016
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 27.05.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Arbeit war es herauszufinden, wie hoch die MRSA-Prävalenz am Universitären Herzzentrum Hamburg ist und ob sie sich von anderen Kliniken unterscheidet; wie sich der klinische Verlauf von MRSA-positiven Patienten darstellt; ob die Patienten des UHZ spezifische Risikofaktoren aufweisen, um den MRSA-Status vorauszusagen; welches Verfahren am besten geeignet ist, um die MRSA-Patienten bei Aufnahme zu erfassen.
In den Kliniken des UHZ (mit Ausnahme der pädiatrischen Abteilungen) sollten alle Patienten, welche vom 01.10.2012 bis zum 31.12.2012 aufgenommen wurden und länger als einen Kalendertag aufgenommen und behandelt wurden, auf MRSA gescreent werden. Anhand der hierbei erhobenen Daten wurde eine deskriptive Analyse durchgeführt, um die MRSA-Prävalenz zu ermitteln und die klinischen Verläufe nachzuvollziehen. Mittels logistischer Regression wurden Risikofaktoren herausgestellt, welche das Vorliegen von MRSA bei Aufnahme wahrscheinlich machen.
Das Studienkollektiv umfasste 1876 Fälle. Von diesen wurden 1284 auf MRSA untersucht. Das entspricht einer Screeningrate von 68,4%. Nasenabstriche wurden bei 98% der Screenings, Wundabstriche bei 3,7% und Rachenabstriche bei 1,9% abgenommen. Durch das initiale Screening konnten 19 positive Fälle erfasst werden. Dies entspricht einer Prävalenz von 1,48%.
Die Aufenthaltsdauer der MRSA-Patienten war mit 18,16 Behandlungstagen deutlich erhöht. In 13 Fällen lag bei Aufnahme lediglich eine MRSA-Besiedlung vor. In zwei dieser Fälle kam es zu Infektionen im Verlauf, wovon eine letal endete. In sechs Fällen erfolgte die Aufnahme mit MRSA- Infektion. Hierbei handelte es sich überwiegend um Wundinfektionen. Sanierungen bei Patienten mit pAVK IV waren erst nach Minoramputationen, in einem Fall erst nach Majoramputationen, erfolgreich. Bei 9 der 19 Fälle wurden Sanierungsmaßnahmen vollzogen. Die Dekolonisierungsrate betrug 77,8%.
Folgende Faktoren erwiesen sich in der univariaten Analyse als Risikofaktor für einen positiven MRSA-Nachweis: positive MRSA-Anamnese, Herkunft aus Einrichtungen mit erhöhter MRSA- Prävalenz, Krankenhausaufenthalt über 3 Tage im vergangenen Jahr, chronische Pflegebedürftigkeit, Antibiotikatherapie in den vergangenen 6 Monaten, liegende Katheter, Dialysepflichtigkeit, chronische Wunde, Alter unter 31 Jahre oder über 70 Jahre, interne Übernahme, Aufnahme durch Kardiologie oder Gefäßmedizin, renale Erkrankungen, gastroenterologische und viszeralchirurgische Erkrankungen, urologische und gynäkologische Erkrankungen und anamnestisch bekanntes Malignom.
Nach Rückwärtsselektion erwiesen sich folgende Risikofaktoren als unabhängig und statistisch signifikant: MRSA-Anamnese, chronische Wunde, Alter unter 31 Jahre oder über 70 Jahre und renale Erkrankungen. Ein Screening, welches die zu screenenden Patienten anhand dieser Faktoren selektiert, wurde als individuelles Screening bezeichnet. Dieses Screening hat eine Sensitivität von 100% und eine Spezifität von 46,6%. Der Anteil der zu screenenden Fälle beträgt 55%.
Fasst man alle KRINKO-Risikofaktoren zu einem zusammen, erwiesen sich folgende Faktoren als unabhängig und statistisch signifikant: Alter unter 31 Jahre und über 70 Jahre, renale Erkrankungen und interne Übernahme. Diese wurden samt den KRINKO-Risikofaktoren als Screeningregime Erweiterung der KRINKO-Empfehlungen bezeichnet. Dieses Screening hat eine Sensitivität von 100% und eine Spezifität von 32,4%. Der Anteil der zu screenenden Fälle beträgt 68,9%.
Ein Screening den KRINKO-Empfehlungen entsprechend hat eine Sensitivität von 84,2% und eine Spezifität von 57,7%. Der Anteil an zu screenenden Fällen beträgt 43,7%. Die MRSA-Prävalenz am UHZ weicht von der anderer deutscher Kliniken nicht ab. Bezüglich Krankenhäusern in städtischen Gebieten ist sie sogar als niedrig zu werten.
Die erhobenen Risikofaktoren decken sich mit denen, welche in der Literatur beschrieben werden. Auffällig war, dass besonders junge Patienten ein erhöhtes MRSA-Risiko haben. Die meisten Quellen nennen ausschließlich das hohe Alter als Risikofaktor. Für pädiatrische Patienten konnte jedoch eine antiproportionale Korrelation zwischen Alter und MRSA-Risiko festgestellt werden. Im Fall dieser Studie kann das erhöhte Risiko auch durch das selektive Patientengut erklärt werden. Da diese Patientengruppe besonders klein ist, ist sie ebenfalls anfällig für statistische Fehler.
Da die MRSA-Prävalenz nicht außergewöhnlich hoch ist, erscheint das Screening, welches die KRINKO empfiehlt, ausreichend. Ein Universalscreening ist dementsprechend nicht notwendig. In einer prospektiv angelegten Kontrollstudie sollte evaluiert werden, ob das ermittelte individuelle Screening den KRINKO-Empfehlungen in Bezug auf Sensitivität und Screeningrate überlegen ist.
Kurzfassung auf Englisch: Objective: To screen all patients  for Methicillin-resistant Staphylococcus aureus (MRSA) who admitted to the Universitäres Herzzentrum Hamburg (cardiology, electrophysiology, heart surgery, vascular surgery). Analyse the clinical outcome of colonised and infected patients. Identify risk factors for the presence of MRSA on admission. Identify the best surveillance method for MRSA on admission.
Methods: Retrospective single center study using data from all patients who admitted to the Universitäres Herzzentrum Hamburg from October 2012 to December 2012 for more than one day.
Risk factors were identified using logistic regression.
Results: Out of a total of 1876 cases, 1284 were screened for MRSA (screening-rate 68.4%). The MRSA-prevalence of the screened cases on admission was 1.48%. Patients with MRSA had 18.16 treatment days on average (vs. 7.49). In 13 cases patients were initially colonised. 3 of these patients had infection during the hospital-stay. In 6 cases the patients had MRSA-infection at admission. Each of these patients had MRSA wound infection and obtained surgery during their stay in the hospital. Independent risk factors for MRSA on admission were a patient history for MRSA, age (younger than 31 or older than 70 years), wounds, and renal diseases. By screening every patient who had one of these risk factors, every MRSA case would have been detected at admission. By screening every patient following the 2008 recommendation of the Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO), only 16 of 19 MRSA-cases would have been detected (84.2%).
Conclusion: The MRSA-prevalence on admission at the Universitäres Herzzentrum Hamburg is 1.48%. That is not above average in comparison to other German hospitals. Patients with MRSA have longer hospital stays and high complication rates. Risk factors for MRSA on admission are a patient history for MRSA, age (younger than 31 or older than 70 years), wounds, and renal diseases. Screening patients with these risk factors would be the best surveillance method at the Universitäres Herzzentrum Hamburg.

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