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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-79571
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/7957/


Sicherheit der Bronchoskopie bei Patienten mit respiratorischer Insuffizienz unter nicht-invasiver Beatmung und High-Flow-Sauerstofftherapie

Wiontzek, Ann-Kathrin

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SWD-Schlagwörter: Intensivmedizin , Bronchoskopie , Hypoxämie
Freie Schlagwörter (Deutsch): High-Flow Sauerstofftherapie (HFNC) , nicht-invasive Beatmung (NIV) , Respiratorische Insuffizienz
Basisklassifikation: 44.84 , 44.61 , 44.69
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Kluge, Stefan (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 21.06.2016
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 08.08.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Patienten mit respiratorischer Insuffizienz auf der Intensivstation, bei denen eine Bronchoskopie durchgeführt wird, haben ein erhöhtes Risiko für Hypoxämie-assoziierte Komplikationen.

Es ist bekannt, dass die nicht-invasive Beatmung (NIV) bei Patienten mit Hypoxämie während der Bronchoskopie eingesetzt werden kann, um Verschlechterungen des Gasaustausches entgegenzuwirken. Die High-Flow-Sauerstofftherapie (HFNC) erfreut sich als alternatives Verfahren der Sauerstoffapplikation zunehmender Anwendung in der Erwachsenenmedizin. In der vorliegenden Studie wurde bei Patienten mit hypoxämischer respiratorischer Insuffizienz, bei denen eine Bronchoskopie durchgeführt wurde, HFNC mit NIV verglichen.

Das Studiendesign war prospektiv und randomisiert. Eingeschlossen wurden 40 Patienten mit Hypoxämie, die in der Klinik für Intensivmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf behandelt und auf der Intensivstation bronchoskopiert wurden. Die Hypoxämie wurde dabei durch einen Horovitz-Index unter 300 mm Hg definiert. Die Randomisierung der Patienten erfolgte in zwei Gruppen, von denen die eine während der Bronchoskopie mit HFNC versorgt und die andere nicht-invasiv beatmet wurde.

Primärer Endpunkt war die niedrigste pulsoxymetrisch gemessene Sauerstoffsättigung während der Bronchoskopie. Zu den sekundären Outcomeparametern zählten Änderungen der Blutgase innerhalb von 50 Minuten nach Ende der Bronchoskopie und die Indikation zur Intubation innerhalb von 8 Stunden nach Ende der Bronchoskopie sowie zu jedem anderen Zeitpunkt während des Intensivstationsaufenthaltes.

Bezüglich des primären Outcomeparameters zeigte sich kein signifikanter Unterschied im Vergleich der beiden Gruppen (p = 0,074). Es zeigte sich, dass nach Etablierung von NIV oder HFNC die Oxygenierung in der NIV-Gruppe signifikant besser war als in der HFNC-Gruppe (p = 0,002). Zwei Patienten, die in die HFNC-Kohorte randomisiert wurden, tolerierten die HFNC aufgrund einer schweren Hypoxämie nicht. Ein Patient in der HFNC-Gruppe entsättigte nach Gabe der intravenösen Sedierung, so dass eine nicht-invasive Beatmung erforderlich wurde. Ein weiterer Patient der HFNC-Gruppe entsättigte unter Bronchoskopie stark (minimale SpO2 unter Bronchoskopie von 74%), so dass direkt im Anschluss an die Bronchoskopie eine Intubation erforderlich war. Alle anderen Patienten vertrugen die Bronchoskopie unter der jeweiligen Sauerstofftherapie gut. Es zeigten sich direkt nach Beendigung der Bronchoskopie keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen bezüglich der Herzfrequenz (p = 0,69), des mittleren arteriellen Drucks (p = 0,06) und der Atemfrequenz (p = 0,98).

Insgesamt zeigte sich, dass Patienten, die eine stabile Oxygenierung unter HFNC aufwiesen, sicher unter HFNC bronchoskopiert werden konnten. Aufgrund der verbesserten Oxygenierungskapazität der NIV erscheint es jedoch sinnvoll, Patienten mit schwergradiger Hypoxämie präferentiell unter NIV zu bronchoskopieren.

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