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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-80137
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/8013/


Todesursache Lungenembolie Lungenembolie : Nachweis im Post Mortem-CT (PMCT) und in der Multiphasischen Post Mortem-CT-Angiographie (MPMCTA)

Pulmonary embolism : Detection with Post Mortem Computed Tomography (PMCT) and Multiphase Post Mortem CT Angiograpy (MPMCTA)

Sharafat, Shaghayegh

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SWD-Schlagwörter: Lungenembolie , Computertomografie , Angiographie
Freie Schlagwörter (Deutsch): PMCT , MPMCTA
Freie Schlagwörter (Englisch): PMCT , MPMCTA
Basisklassifikation: 44.72
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Püschel, Klaus (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 22.04.2016
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 12.08.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Die Lungenembolie (LE) ist eines der häufigsten Krankheiten als Ursache des in der Rechtsmedizin häufig untersuchten “plötzlichen und unerwarteten“ Todes. Aus diesem Grunde befasst sich der erste Teil dieser Arbeit mit der Fragestellung ob die Häufigkeit der LE in den letzten 10 Jahren verglichen mit dem Jahrzehnt zuvor abgenommen hat und wie häufig die Diagnose im klinischem Alltag vor dem Tode von den in der Klinik tätigen Ärzten richtig vermutet worden ist. Die Erstellung dieser Analysen erfolgte mit Hilfe der Durchsicht von Autopsieprotokollen aus dem Zeitraum 2005 bis einschließlich 2014. Zudem wurden 67 Autopsieprotokolle herausgefiltert, bei denen im ausgefüllten Totenschein eine LE als Todesursache vermutet, durch die Autopsie jedoch nicht bestätigt worden war. Die zusammengetragenen Daten der Autopsieprotokolle wurden mit Hilfe von SPSS Statistics 22 ausgewertet. Es zeigte sich, dass von insgesamt 12.556 in diesem Zeitraum durchgeführten Autopsien in 370 Fällen die Todesursache LE festgestellt worden war. Dies ergibt eine Prävalenz von 2,95 % (370/12556). Verglichen mit dem Jahrzehnt zuvor, ist die Zahl der an LE Verstorbenen fast stabil geblieben (pro 1000 Einwohner 29 im aktuell untersuchten Jahrzehnt und 32 in dem Jahrzehnt zuvor). Die Tatsache, dass die Diagnose der LE häufig erst bei der Autopsie gestellt wird, wurde durch unsere Ergebnisse bestätigt: 70,6% (144/204) der LEs wurden erst durch die Autopsie diagnostiziert, in nur 29,4% (60/204) wurde die LE auch vor dem Tode von den Klinikern angenommen.
Für die Diagnostik der LE post mortem werden neben der Autopsie in den letzten Jahren auch bildgebende Verfahren wie das Post Mortem-CT (PMCT) und die Multiphasische Post Mortem CT-Angiographie (MPMCTA) genutzt. Es existieren kaum Arbeiten, die sich mit der diagnostischen Effizienz der Post Mortem- Bildgebung in Bezug auf die Todesursache LE auseinandersetzen. Aus diesem Grunde war es weiteres Ziel dieser Arbeit, Kriterien für die Diagnostik der LE im PMCT zu definieren sowie eine erste Schätzung der Sensitivität und Spezifität des PMCT für die Verdachtsdiagnose LE abzugeben. Exemplarisch vergleichend wurden außerdem MPMCTA- Fälle dargestellt.

Post mortem erstellte CT-Scans von gemäß Obduktion im Zeitraum von 2008 bis einschließlich 2014 an LE verstorbenen Personen wurden retrospektiv begutachtet. Unter den 370 Autopsien mit der Todesursache Lungenthrombembolie hatten 25 nach dem Tode eine Post Mortem-Bildgebung erhalten (25 PMCT, zusätzlich in 3 Fällen MPMCTA). Nach Kriterienentwicklung und einer ersten Sensitivitätsschätzung wurden für die Schätzung der Spezifität des neu entwickelten Diagnoseschemas im Zeitraum vom 01.08.2015 – 01.10.2015 post mortem erfolgte CTs von Verstorbenen mit einer anderen Todesursache als LE herausgefiltert.
Diese Studie konnte aufzeigen, dass sich die LE mit der MPMCTA bis in die Segmentarterien in allen drei Fällen sehr gut darstellen ließ. Als Kriterien für den wahrscheinlichen Nachweis einer LE im nativen PMCT werden eine hypodense Aussparung neben einer bestehenden Hyperdensität (Kriterium 1), der Kontakt des Embolus zur Gefäßwand (Kriterium 2) sowie seine allseitige Abgrenzung (Kriterium 3) definiert. Mit der nativen PMCT ließ sich für die LE im Truncus pulmonalis und den Hauptstämmen der A. pulmonalis in etwa einem Drittel der Fälle (36%) ein klarer Hinweis gewinnen, in einem weiteren Drittel erschienen die Befunde zumindest mit einer LE vereinbar. Dabei stimmten auch die topographischen Zuordnungen einer vermuteten Embolie im PMCT mit der Autopsie weitgehend überein.

Die Spezifität des neuen Diagnoseschemas betrug 97,8 % (45/46). Die Differentialdiagnose "Post Mortem-Thrombus" wurde in 3 von 46 Fällen, die nicht an einer LE verstorben waren, im PMCT gesichtet. Charakteristisch hierfür war eine hypodense „Y“-Form, welche sich vom Truncus pulmonalis kontinuierlich in den rechten und den linken Hauptstamm der Arteria pulmonalis erstreckte und sich von der Gefäßwand durch eine Hyperdensität abgrenzte.

Zukünftige Studien sollten prospektiv die in der vorliegenden Arbeit oftmals nicht exakt bei Autopsie dokumentierte Lokalisation einer LE genau erfassen, um so eine Korrelation mit dem PMCT sowie der MPMCTA zu erleichtern.

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